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in memoriam Dr. Horst Geißler: Am 18. Juni 2000 starb Dr. jur. Horst Geißler kurz vor Vollendung seines 79. Lebensjahres.

Horst Geißler erblindete in jungen Jahren. Durch Prof. Dr. A. von Szily auf die Blindenstudienanstalt aufmerksam gemacht, kam er nach Grundschulzeit und Privatunterricht Anfang 1940 nach Marburg, legte 1942 sein Abitur ab und studierte in Freiburg und Göttingen Rechtsund Staatswissenschaften und zusätzlich Rundfunk- und Zeitungswissenschaften. Nach erster juristischer Staatsprüfung im Sommer 1946 beim Oberlandesgericht Hamm promovierte er 1948 an der Universität Göttingen zum Dr. jur. Im Herbst 1951 legte er die zweite juristische Staatsprüfung beim Justizprüfungsamt in Hannover ab. In der Folgezeit war Dr. Geißler zuerst als juristischer Berater in einer Groß- und Einzelhandelsfirma in Göttingen tätig. Im Juni 1952 trat er als Hilfsreferent beim Bundesministerium des Innern in Bonn ein. Es folgte eine erfolgreiche Tätigkeit im Bundesinnenministerium.

Als Oberregierungsrat schied Dr. Geißler zum 1. Juli 1965 aus, um die Leitung der Deutschen Blindenstudienanstalt zu übernehmen. Als Nachfolger von Prof. Strehl leitete Dr. Geißler von 1965 bis Mitte 1971 die Deutsche Blindenstudienanstalt in Marburg, um dann wieder in das Bundesinnenministerium zu wechseln. Als Ministerialrat arbeitete er dort bis zu seiner Pensionierung.

Schon in seinen Studienjahren hat er intensiven Kontakt zur Blindenselbsthilfe gepflegt. "Ich hatte das Gefühl, wenn man schon das Glück hatte, als Blinder Akademiker werden zu können, dass man dann auch seinen Schicksalsgefährten helfen müsse", das war die Einstellung von Horst Geißler, die er Zeit seines Lebens bewahrt hat. Er hat sich als Vorsitzender des Bonner Blindenvereins seit Anfang der 50er Jahre engagiert, war 1953 zum stellvertretenden Vorsitzenden des Deutschen Blindenverbandes gewählt worden und behielt diese Funktion bis 1971. Nach kurzer Pause wurde er 1974 zum DBV-Vorsitzenden gewählt und bekleidete dieses Amt bis 1982.

Im internationalen Blinden- und Sehbehindertenwesen erwarb sich Dr. Geißler besondere Verdienste bei der Schaffung einer einheitlichen Weltblindenunion.

In seinem Brief an die Blindenstudienanstalt vom September 1981 schreibt Dr. Geißler: "Ich bin mit der Deutschen Blindenstudienanstalt in vielfacher Weise verbunden. Ich bin mir durchaus bewußt, daß ich ihr viel zu verdanken habe. Sie können daher sicher sein, daß ich sie stets nach Kräften fördern werde, um mitzuhelfen, daß ihre Möglichkeiten möglichst vielen Sehgeschädigten zu Gute kommen."

Seit 1986 lebte Dr. Geißler zurückgezogen. Die Deutsche Blindenstudienanstalt wird ihrem ehemaligen Direktor Dr. Horst Geißler ein bleibendes Andenken bewahren.

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