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Dr. Matthias Weström: Tagung des ICEVI in Krakau/Polen vom 9. bis 13. Juli 2000

Nach Budapest im Jahre 1995 war das schöne Krakau in Südpolen Gastgeber des International Council for Education of People with Visual Impairment (ICEVI); an der European Conference nahmen über 480 Pädagogen, Rehabilitationsfachleute, Psychologen, Erziehungswissenschaftler, Vertreter von Selbsthilfeorganisationen und Eltern aus 43 Ländern, überwiegend Europas, teil. Damit blieb ICEVI dem Grundsatz treu, durch die Wahl eines osteuropäischen Tagungsortes die Anbindung dieser Länder an die in Westeuropa eingetretenen Entwicklungen und Ideen zu fördern und durch das gegenseitige Kennen lernen vertrauensbildende Grundlagen für künftige Kooperationen zu schaffen.

Schwerpunktthemen waren: Frühförderung, Mehrfachbehinderung, Soziale Kompetenz und weiter psychologische Themen, Low- Vision, neue Technologien, berufliche Bildung und die Zusammenarbeit mit Eltern.

In ihrem Eröffnungsreferat hob Prof. Renate Walthes (Universität Dortmund) wie auch schon während des VBS- Kongresses in Nürnberg 1998 hervor, dass die "Sichten von Welt" das Ergebnis individueller Erfahrungen und Anstrengungen sei und somit keine dieser Weltsichten a priori einen höheren Wahrheitsanspruch als eine andere behaupten dürfe. Und auf einer anderen Ebene war dies auch der Tenor dieser insgesamt sehr interessanten Konferenz: Da war niemand, der mit dem Anspruch auftrat, das Problem der Bildung von Menschen mit Blindheit oder mit Sehbehinderung auch unter Nutzung neuer technologischer Möglichkeiten gelöst zu haben. Eher im Gegenteil: Auf einer Vielzahl von Sitzungen wurden die unterschiedlichsten Anwendungen der Informationstechnologien in verschiedenen Kontexten diskutiert und die damit verbundenen Probleme (handling, Umsetzung visualisierter Information, Braille-Codierung etc.) angesprochen. Bemerkenswert war, dass auf einigen Sitzungen Aspekte der "sozialen Erziehung und Bildung" thematisiert wurden, was auf einen vermehrten Diskussionsbedarf in diesem Bereich hinzudeuten scheint. Einige Berichte, vor allem aus dem osteuropäischen Bereich legten beredtes Zeugnis von großen Anstrengungen und Erfolgen z.B. im Aufbau von Anfängen der Frühförderung, in der medialen Versorgung der Einrichtungen oder im Aufbau beruflicher Ausbildungsmöglichkeiten ab.

Großen Eindruck hinterließ bei allen Tagungsteilnehmern ein von den Schülerinnen und Schülern der großen polnischen Einrichtungen für Blinde und Sehbehinderte (vor allem: Krakau, Laski, Breslau und Lodz) gemeinsam unter der Federführung der Krakauer Schule gestaltetes Galakonzert in der überfüllten Philharmonie von Krakau. Die Darbietungen zeugten von hoher Qualität der musikalischen und auch der tänzerischen Arbeit in den Einrichtungen und begeisterten das Publikum.

Die Hauptlast für die Organisation der Tagung in Krakau ruhte auf den Schultern des Direktors Mieczyslaw Koslowski von der Schule für Blinde und Sehbehinderte in Krakau, der mit Bravour diese Aufgabe gelöst hat.

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