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Roswit Strittmater: Soziales Lernen - Ein Förderkonzept für sehbehinderte Schüler

Eine gesunde Persönlichkeitsentwicklung bedarf eines ganzheitlichen Lernprozesses. Dabei steht das sehbehinderte Kind mit seinen individuellen Förderbedürfnissen und seinen sozialen Umweltbezügen im Mittelpunkt unserer pädagogischen Erziehungsarbeit, die personal/emotionales Lernen, sozialinteraktives-integratives Lernen, Lernen durch Erfahrung und Lernen durch Handeln mit einschließt.

Offene Unterrichtsformen (Fächer übergreifende Projekte) und variable Methodenauswahl (Gespräche, Rollenspiel, Kooperationsformen u.a.) bestimmen den gesamten Förderprozess an unterschiedlichen Lernorten und je geeigneten Handlungsfeldern. "Ich"-stärkende, Kompetenzen aufbauende Stütz- und Fördermaßnahmen, ein positives Selbstkonzept sowie psychisch-physisches Wohlbefinden, Lebensfreude, eine das Leben bejahende Grundeinstellung und eine autonome Lebensführung mit Lebenssinn erfüllenden Zukunftsperspektiven sind zentrale Bausteine eines ganzheitlichen Integrationsprozesses (seh)behinderter Menschen in die Gesellschaft. Der Weg geht dabei von der "Inneren Mobilität" zur "Äußeren Mobilität" und schafft so die Voraussetzungen für eine "Gesamtmobilität" des Menschen.

Diese zentralen Ziele sind das Fundament des offenen sonderpädagogischen Förderkonzeptes "Soziales Lernen", das an der Staatlichen Schule für Sehbehinderte in Waldkirch in einem nahezu 20-jährigen Erarbeitungsprozess in der Schulpraxis entwickelt und umgesetzt wurde.

Ausgehend von der eigenen Betroffenheit der Autorin, durch eine im Erwachsenenalter aufgetretene, progrediente Sehschädigung und durch den intensiven Umgang mit sehbehinderten Kindern/Jugendlichen sucht sie nach mehrdimensionalen Bewältigungsstrategien, die sie selbst und ebenso ihre Schüler benötigen, um die Auswirkungen einer Sehschädigung (z. B. Lebenserschwernisse im Alltag, Einstellungen und Verhaltensweisen des sozialen Umfeldes, Verhaltensabweichungen des Individuums, negative psycho- physische Befindlichkeiten) zu meistern.

Anhand eines "Blockadenmodells" werden die Erschwernisse sehbehinderter Schüler in unterschiedliche Blockaden strukturiert und ihre Zusammenhänge diskutiert. Anschaulich und modellhaft wird dargestellt, wie sich der individuell differenzierte Förderprozess auf drei Ebenen vollzieht: Blockierte Interaktionsebene Interventionsebene - Integrationsebene, d.h. wie aus Blockaden Förderbereiche und aus diesen schließlich Kompetenzbereiche werden können. Dies kann nur in einer Atmosphäre gegenseitigen Verständnisses und Vertrauens gelingen, wo sehbehinderte Jugendliche es lernen, mit ihrer Behinderung selbstsicher, selbstbewusst umzugehen und Beziehungen aufzubauen, die soziale Akzeptanz und eine gleichberechtigte, selbstbestimmte und zugleich mitverantwortliche Partizipation und Integration innerhalb unserer Gesellschaft ermöglichen.

Dieses Werk, in dem die doppelte Randständigkeit von sehbehinderten Menschen auffallend gut beleuchtet wird, wurde zitierfähig mit Signaltönen zum schnellen Auffinden von Kapiteln aufgesprochen und ist zum Selbstkostenpreis von 100,00 DM erhältlich beim

Blinden- und Sehbehindertenverein Südbaden e.V., Wölflinstraße 13, 79104 Freiburg, Tel.: 0761/3.61.22, Fax 0761/3.61.23, E-Mail: info@bsv- suedbaden.de

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