Dr. Hartmut Mehls: Aus Träumen geboren: Die Selbsthilfe von blinden Frauen im Jemen

Die Blicke vieler Frauen folgten gebannt der Gruppe, die von weit her gekommen war, um die Ausstellungsstücke im Nationalmuseum anzufassen. Durch ihre dichten Schleier - ausnahmslos alle trugen solche beobachteten sie interessiert, wie die tastenden Hände der Fremden die Formen und Ornamente aller Gefäße, Gegenstände und Modelle nachzeichneten. Das Museum von Sanaa ist ein öffentlicher Raum, der von vielen Frauen, auch ohne die sonst obligatorische Begleitung der männlichen Verwandten, aufgesucht wird.

An diesem Tage ziehen nicht die Exponate die Aufmerksamkeit auf sich, sondern die blinden Frauen und Männer aus Deutschland. Mehrfach versuchen die deutschen Frauen, ein Gespräch mit den Jemenitinnen anzuknüpfen - ohne Erfolg. Sie schrecken bei jeder Annäherung zurück.

Ein Grund besteht sicher darin, dass sie zum ersten Male blinde Frauen in der Öffentlichkeit treffen - und dazu noch unverschleierte Europäerinnen. Blinde Männer sehen sie relativ häufig, allerdings nicht im Museum, sondern davor oder auf Märkten und vor Moscheen, nicht als neugierige Besucher, sondern als Bettler, die auf diese Weise zum Unterhalt ihrer Familie einen Beitrag leisten. Andere Möglichkeiten gibt es dafür praktisch nicht. Erklärt die außergewöhnliche Begegnung allein die Zurückhaltung der Jemenitinnen-

Eines Tages entwickelte sich nicht ganz zufällig eine Diskussion mit einem Betreuer der Gruppe des evangelischen Blinden- und Sehbehindertendienstes über die Stellung der Frauen im Jemen. Das Gespräch endete abrupt mit dem Statement: Die jemenitischen Frauen wünschen, verschleiert und in Begleitung eines männlichen Schutzes, öffentliche Plätze aufzusuchen. Sie lehnen Kontakte mit Fremden grundsätzlich ab. Die zweifelnden Gesichter bemerkend, fügte er hinzu: "Falls jemand sie befragte, würden bestimmt 9 von 10 Frauen diese Lebensweise eindeutig bejahen." Der Umkehrschluss blieb unerörtert: Eine unzufriedene Jemenitin auf 10 ergibt - gemessen an der Gesamtbevölkerung - immerhin ein bedeutendes Potential an weiblichen Dissidentinnen.

Jemand aus der Gruppe stellte die Frage: Wo und wie leben die Schicksalsgenossinnen im Jemen- Die Betreuer zuckten die Achseln und meinten: In ihren Familien. Es leben 30.000 blinde Frauen im Lande. Gewiss, die Zahl ist sehr vage. Sie kann niedriger sein, liegt aber wahrscheinlich wesentlich darüber. Wie kann man in einem Land, wo die Grenzen und Einwohnerzahlen unbestimmt sind, über blinde Frauen exakte Zahlen erwarten- (Selbst in Deutschland existieren nur sehr grobe Schätzungen)!

Die Großfamilie ist die stabilste und wichtigste gesellschaftliche Einheit im Jemen. Sie ist gezwungen, ohne Aufklärung über Blindenerziehung und -rehabilitation das nichtsehende Kind bzw. die erblindende Frau zu integrieren. Aus der Geschichte des deutschen Blindenwesens sind Biographien überliefert, die die Schwierigkeiten bei der Umsetzung dieser Aufgaben belegen. In Deutschland sind drei Grundmuster zu erkennen, wie blinde Kinder in ihren Familien akzeptiert und aufgezogen wurden. Das Gleiche gilt sinngemäß für später Erblindete. Im Jemen kommt einerseits die große Armut der Familien und andererseits die Stellung der Frauen (bzw. die absolute Herrschaft des Mannes) verschärfend hinzu:

1. Ein "Terror der Liebe": Das blinde Kind - Mädchen und Jungen wächst, behütet von Eltern und Geschwistern, auf. Sie waschen ihren Liebling, ziehen ihn an und füttern ihn. Dann setzen sie ihn auf einen Stuhl, damit er sich nicht beim Gehen stößt. "Messer, Gabel. Scher" und Licht" werden ihm als zu gefährlich für Blinde vorenthalten. (Viele später Erblindete werden ähnlich stark in ihrer Selbständigkeit eingeschränkt.)

2. Die Blindheit als Belastung für die Familien: Dieses Muster ist dem ersten Grundtyp der Erziehung und Rehabilitation eines blinden Kindes genau entgegengesetzt, zeitigt aber ähnliche Wirkungen in Bezug auf die Mobilität. Werden im ersten Falle liebevolle Zuwendung, körperliche Pflege und geistige Förderung nach bestem Wissen und Gewissen dem Blinden zuteil, so bleiben beim zweiten Grundtyp diese Hinwendungen aus. Ehe dem Blinden bestimmte Handgriffe gezeigt werden, führt das Familienmitglied sie selbst schneller aus. Dem Blinden wird von Zeit zu Zeit unmissverständlich erklärt, dass er eine Belastung für die Familie und ein unnützer Esser sei. Völlig niederschmetternd wird die Lage, wenn die Blindheit als Strafe Gottes (Allahs) aufgefasst wird. Der Phantasie, die psychische und rehabilitative Wirkung auf das blinde Kind bzw. den Erblindenden auszumalen, bleibt für den Leser unbegrenzter Spielraum.

3. Die Einbeziehung des Blinden in das Leben der Familie und des Wohnumfeldes: Das ist der Idealtypus, wie er in den entwickelten Ländern (natürlich auch für Mädchen und Frauen) angestrebt wird. Jedoch setzt das eine gewisse Aufklärung der Umwelt, einen relativ hohen Lebensstandard mit entsprechendem Bildungsniveau der Familie und Beratung durch Fachkräfte voraus. Blindenhilfsmittel und ihre Handhabung, eine umfassende Rehabilitation und Bildung, sowie die Bewährung im Beruf sind weitere Bedingungen für die Emanzipation der Blinden. D.h.: Geistige und materielle Bedingungen bilden eine Einheit.

Die Blindenselbsthilfe im Jemen unternimmt große Anstrengungen, diese Inhalte und Formen auch im Lande durchzusetzen. Noch handelt es sich aber nur um utopisch wirkende Träume, die die Handlungsweise motivieren. Mit äußerst geringen Mitteln versucht die Blindenselbsthilfe im Jemen, gleichzeitig die Aufklärung über Blindheit zu heben, die augenmedizinische Betreuung zu verbessern, die Bildung und Rehabilitation unter den Blinden zu verbreiten sowie Verdienstmöglichkeiten zu erschließen. Diese hoch einzuschätzenden Bemühungen galten bis in die jüngste Vergangenheit nahezu ausschließlich den männlichen Blinden. Doch auch bei ihnen bahnt sich ein Umdenken an. An der Universität von Sanaa sind von 30 Studenten 6 weiblich; an der Blindenschule in Sanaa sind von 135 Kindern ebenfalls 6 Mädchen.

Dreimal traf die Gruppe des evangelischen Blinden- und Sehbehindertendienstes während ihres Aufenthaltes im Jemen mit blinden Frauen zusammen. Als Carla M. Arning in Anwesenheit von zwei Ministern und anderen Persönlichkeiten, von Presse und Fernsehen, gespendete Blindenhilfsmittel im Werte von DM 10.000,- an den jemenitischen Blindenverband übergab, vervollständigten einige verschleierte Frauen den protokollarischen Rahmen. Obwohl die Männer die Szene beherrschten, gelang es Frauen der Gruppe, die durch Erziehung und Tradition gesetzten Grenzen zu überwinden. Zwei Jemenitinnen ließen sich sogar mit Frau Krause fotografieren.

Zum zweiten Mal begegnete die Gruppe Frauen im Blindenzentrum von Sanaa. Während des Rundganges traf sie auf eine junge Frau, die an einer von Schweden gespendeten Strickmaschine sehr geschmackvolle Kleidungsstücke fertigte, die dann verkauft werden. (4 bis 5 Arbeitsplätze für Frauen waren unbesetzt.) Die junge Frau sprach voller Zuversicht die Hoffnung aus, sich durch ihre gefragten Strickwaren selbst ernähren zu können. Art und Inhalt dieser Bemerkung ließen aufhorchen.

Im Versammlungsraum erlebte die Gruppe dann eine noch größere Überraschung. Unter den etwa 40 Männern saßen auch drei oder vier Frauen. Sie waren nicht nur anwesend, sondern verschafften sich durch gezielte Fragen nach Arbeitsmöglichkeiten für blinde Frauen in Deutschland, nach Stellung und Einfluss in der Blindenselbsthilfe sowie in Familie und Gesellschaft Gehör.

Die aufschlussreichste Begegnung fand unmittelbar vor dem Rückflug statt. Sie war improvisiert, denn erst durch die Meldung der Spende an die "Jeminitische Organisation zur Betreuung und Ausbildung von Blinden" aufmerksam geworden, bat die Vorsitzende des neun Monate zuvor gegründeten "Fürsorgevereins für blinde Frauen und Mädchen" um diese Zusammenkunft. Die Übersetzung des Begriffs "Fürsorge" ist insofern irreführend, weil seine arabische Entsprechung noch die Bedeutung von "Schutz" und "Sicherheit" in sich einschließt. Damit betont der Name bereits unmissverständlich Ansprüche an das Leben und an die Gesellschaft.

Eine verschleierte Frau in mittleren Jahren, geführt von ihrer Dolmetscherin, kam auf die im Foyer des Hotels versammelte Gruppe zu. Von sich gab sie lediglich preis, dass sie in Kairo Psychologie und Pädagogik studiert hat. Als Direktorin des 1995 gegründeten Zentrums für blinde Frauen und Mädchen in Sanaa und als Vorsitzende von deren Selbsthilfeverein war sie eine kompetente Gesprächspartnerin.

Sie skizzierte mit wenigen Worten das traurige und hoffnungslose Schicksal der meisten Frauen und Mädchen im Jemen, deren Folge eine schwere Resignation und Todessehnsucht sind. Davon ausgehend, schilderte die Besucherin dann das Programm zur Überwindung dieser Misere durch die Selbsthilfe. Sie sind erst wenige Vorkämpferinnen, die aber von dem großen Traum der selbstbestimmten und gesellschaftlich akzeptierten Frau beflügelt werden. Der Selbsthilfeverein stellt sich sechs Aufgaben, die eng miteinander verzahnt sind und gleichzeitig mit bewundernswerter Energie in Angriff genommen werden. Die Reihenfolge ist daher keine Rangfolge:

1. Der Verein geht davon aus, dass es durch Unkenntnis über die Erziehung und Behandlung blinder Kinder in den Familien relativ häufig zu deren Fehlentwicklung mit zahlreichen seelischen Verletzungen und psychischen Störungen kommt, die sich durch die Armut vieler Familien bis zur Hartherzigkeit den Blinden gegenüber steigern. Durch Aufklärung in den Medien, durch Vorträge, Artikel und Broschüren sollen der Öffentlichkeit Kenntnisse über die Situation speziell der blinden Mädchen und Frauen vermittelt und die Gesellschaft sensibilisiert werden. Es wird der Widerspruch zwischen dem Stand der Blindenbildung und den Möglichkeiten der Nichtsehenden bei voller Entfaltung durch Schulung und Training aufgezeigt. Gegenstand der Aufklärung ist auch die Vermeidung bzw. Zurückdrängung der Augenkrankheiten durch bessere Hygiene, vorbeugende Impfungen und flächendeckende augenmedizinische Betreuung. Positive Auswirkungen verspricht sich der Verein durch Aufklärung in den Schulen. Der Verein richtet ein Zentrum für die psychische Beratung blinder Frauen und Mädchen mit dem Ziel ein, ihren Lebenswillen und ihr Selbstbewusstsein zu stärken.

2. Parallel zur psychischen Beratung und Betreuung ist ein ganzes Bündel von Maßnahmen in Angriff genommen worden, um das Selbstbewusstsein zu heben und zu stabilisieren, sowie die Lebensqualität zu verbessern. Die nichtsehenden Frauen werden in die Selbsthilfe eingebunden, um dort im Erfahrungsaustausch Lebensmut zu gewinnen, Anregung zur Bewältigung der täglichen Schwierigkeiten zu bekommen und die gewonnenen Erkenntnisse sowie Kniffe im Beruf auszutauschen. Das Programm des Vereins sieht die Unterstützung des Zentrums für blinde Frauen und Mädchen in Sanaa vor, in dem die Mobilität trainiert, lebenspraktische Fertigkeiten gelehrt und eine Berufsausbildung durchgeführt werden. Diese Lebensertüchtigung läuft neben der schulischen Bildung, denn Frauen und Mädchen werden in Schreiben und Lesen und in anderen Fächern unterrichtet. Um den Frauen (das gilt natürlich auch für blinde Männer) eine Verdienstmöglichkeit zu sichern, fordert der Verein die Einrichtung von geschützten Werkstätten.

3. Der folgende Programmpunkt des Vereins hätte vor 88 Jahren mit vollem Recht auch in die Satzung des Vereins der blinden Mädchen und Frauen Deutschlands aufgenommen werden müssen: "Überwindung der Zurücksetzung der blinden Frauen gegenüber den blinden Männern. Bündnis aller Blinder im Kampf um die Emanzipation der Nichtsehenden". Dieses Angebot eines Bündnisses an die Männer mag befremden, ist aber aus der Stellung der Frauen im Jemen zu erklären. Es dokumentiert das Selbstbewusstsein der führenden Frauen und ist für den "Geschlechterkampf" geradezu revolutionär. Die vereinte Kraft von Frauen und Männern erhält ein größeres Gewicht in der Gesellschaft, um das Blindenwesen insgesamt zu fördern. Die gemeinsame Aufklärung der Gesellschaft über Erblindung und Blindheit, der Nachdruck bei Forderungen gegenüber dem Staat bis hin zum Betreiben gemeinsamer Einrichtungen, (z.B. einer Punktschrift- und Hörbücherei) wird dadurch effektiver und kostengünstiger. Enthielten die ersten drei Punkte spezielle Aspekte für blinde Frauen und Mädchen im Jemen, ohne jedoch ausschließlich für sie zu gelten, so treffen die nächsten Aufgaben für Frauen und Männer zu und können nur durch beide Geschlechter im gemeinsamen Kampf erreicht werden. Es sei hier nur am Rande bemerkt: Der "Geschlechterkampf" ist nicht nur für islamische, sondern für viele unterentwickelte Staaten typisch. Er hat aber auch für sich, dass er die Kräfte der Frauen entschiedener mobilisiert.

4. Gegenüber dem Staat fordert die Selbsthilfe der Mädchen und Frauen den Ausbau und die Kontrolle des Blindenrechts, wobei es um die Integration in Staat und Gesellschaft geht, die durch Programme praktisch realisiert werden muss. D.h., die Gruppe der Blinden als unterste Schicht des Volkes ("Parias") muss eingegliedert bzw. aufgehoben werden. In diesem Zusammenhang fiel das harte Wort von den "Lebensrechten" der blinden Frauen und Mädchen. Nur durch die Kooperation mit allen staatlichen und privaten Einrichtungen können die Ziele und Zwecke der Blindenselbsthilfe zum Erfolg geführt werden. Es ist eine Zusammenarbeit auf partnerschaftlicher Ebene mit allen ihren Kompromissen angesagt. Eine der konkreten Forderungen gegenüber dem Staat ist die Ausbildung von qualifizierten Personen für solche Dienstleistungen, wie dem Mobilitätstraining und der Ausbildung in lebenspraktischen Fertigkeiten, sowie von Betreuern. Das Ziel der Selbsthilfe besteht darin, die Nichtsehenden systematisch zur Meisterung des täglichen Lebens zu befähigen, um sie von dieser Seite her für die Integration und Emanzipation vorzubereiten.

5. Bei der Ausarbeitung der Strategie und Taktik des "Fürsorgevereins der blinden Frauen und Mädchen" im Jemen standen die Errungenschaften der Blindenbewegung in den fortgeschrittenen Ländern ganz offensichtlich Pate. Um weitere Anregungen und Hilfen zu erhalten, streben die Frauen eine Mitarbeit in den internationalen Gremien an. Sie können, das sei den europäischen Blindenverbänden ausdrücklich ins Stammbuch geschrieben, auch ihnen Lehren über die Einbeziehung von Frauen und Mädchen in die Organisationsarbeit erteilen. Es geht dabei sowohl um Methoden der Arbeit als auch um Inhalte.

6. Alle Aufgaben und Ziele der Frauenselbsthilfe, die von der Besucherin der Gruppe des evangelischen Blinden- und Sehbehindertendienstes vorgetragen wurden und auch in einer kleinen Programmschrift in englischer Sprache fixiert sind, tragen die Handschrift dieser Frau. In ihrer ruhigen und überlegten Art verbreitet die Vorsitzende des Vereins Zuversicht, dass sie die Ziele, trotz der Schwierigkeiten, erreichen wird. Hilfsmaßnahmen sind bei ihr nicht in den Sand gesetzt. Lebhaft sprach sie von einem Traum, den sie verwirklichen möchte und dessen Realisierung wichtig für die blinden Kinder (nicht nur Mädchen) ist: Die Früherfassung und -betreuung blinder Kinder. Die Dringlichkeit ihres Herzenswunsches ergibt sich aus der Lage der blinden Kinder in den Familien. Doch fehlen zu der Realisierung noch alle Voraussetzungen. Es ist sicher, dass die kleine Gruppe der aktiven Frauen diese Aufgaben in allernächster Zeit in Angriff nehmen wird.

Trotz der kurzen Zeit (das Zentrum besteht seit 1995 und der Verein seit Juni 1999) und der geringen Mittel hat die Selbsthilfe der blinden Frauen und Mädchen bereits beachtliche Ergebnisse aufzuweisen:

Im Zentrum in Sanaa wohnen über 60 Frauen und Mädchen jeglichen Alters und erhalten eine allseitige Ausbildung, die von der Schulbildung über lebenspraktische Fertigkeiten bis zur Berufsausbildung reicht. Wer bereits etwas gelernt hat, bringt es den Anderen bei. Damit ist jeder Heimbewohner Schüler und Lehrer zugleich und, was für die Praxis wichtig ist, auch Köchin und Hausmädchen. In diesen Lern- und Übungsprozess sind auch externe Schülerinnen aus der Stadt einbezogen.

Die Arbeitsergebnisse der Selbsthilfe reichen von der Versorgung der Frauen und Mädchen mit Kleidung und Lebensmitteln bis zum Transport in das Zentrum und zurück. 18 Frauen lernten das Schreiben auf der Schreibmaschine. 8 Mitarbeiterinnen wurden für die Betreuung von Blinden qualifiziert - die Vorbereitung der Kinderbetreuung- Der Verein organisierte ein Kolloquium zum Kampf gegen die Blindheit.

Die wenigen Vorkämpferinnen für die Rechte der blinden Frauen erbrachten eine ungeheure Leistung, die nicht nur Bewunderung, sondern unbedingt auch Unterstützung verdient. Es sind Hundert, vielleicht auch zwei- oder dreihundert - von 30.000 blinden Frauen und Mädchen, die die Möglichkeit erhalten, sich ein menschenwürdiges und selbstbestimmtes Leben zu schaffen. Sie beschreiten diesen Weg ohne Geld und Hilfsmittel. Es fehlen Punktschrifttafeln und -papier (Maschinen sowieso), Stöcke, Landkarten und Reliefs, Spielsachen und Anschauungsmaterial für Kinder jeglichen Alters, um nur einige Dinge zu nennen.

Frau Carla M. Arning (Dr.-Großmann-Straße 3, 32602 Vlotho, Tel. 05733/6210) wird wieder in den Jemen fahren. Sie sammelt Blindenhilfsmittel und Anschauungsmaterial jeglicher Art, um es den blinden Frauen und Mädchen zu überreichen. Es ist ein Beitrag zur Stärkung der Blindenselbsthilfe an dem Punkt, wo Hilfe sehr nötig ist.

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