Heinrich Bruch: FELIX oder Glück mit Latein

Felix: ein nicht mehr sehr verbreiteter, aber sprechender Name; seine Bedeutung ist nämlich "der Glückliche". Der hier vorzustellende Felix ist ein wendiger und lustiger Junge, der sich als kundiger Führer in und durch das alte Rom betätigt und daher auch einem neuen lateinischen Unterrichtswerk seinen Namen geliehen hat.

Anzuzeigen ist: FELIX, Lehrbuch für Latein als zweite Fremdsprache, jetzt auch in Punktschrift vorliegend.

Das erstmalig 1995 im C.C. Buchners Verlag, Bamberg, aufgelegte Unterrichtswerk ist in einer Bearbeitung durch Mitarbeiter der Braille-Druckerei der Deutschen Blindenstudienanstalt und Fachlehrer der Carl-Strehl- Schule in Marburg erschienen.

Die beiden vom Verlag als "Das Lateinbuch" (d.h. das Lese- und Übungsbuch) und als "Das Begleitbuch" (d.h. der Grammatiklehrgang) bezeichneten Teile liegen in der Punktschriftversion in jeweils vier Teilbänden vor. Dazu kommt ein eigenes Heft, das Übersichtstabellen zur Deklination und Konjugation enthält und auch unabhängig vom Gesamtwerk zu benutzen ist und bestellt werden kann.

"Felix" ist in sympathischer Weise als ein "schlankes" Buch konzipiert; in der Tat sind Lese- und Übungsstücke in einem einzigen Band enthalten an Stelle der bisher üblich gewesenen zwei oder gar drei Bände. In diesem Band bzw. in dem parallel laufenden grammatischen Begleitbuch werden in 75 Lektionen Grammatik und Wortschatz in schülergemäß dosierten Schritten eingeführt. Die Darstellung der Grammatik beschränkt sich auf wirklich Wichtiges. In der bei jedem Sprachen-Lernen erforderlichen Begrifflichkeit der Grammatik, die auch für die Struktur der Muttersprache, also für den Deutsch-Unterricht, sehr wichtig ist, werden überflüssige Terminologie und komplizierte Modelle vermieden. Die verwendeten einfachen Satzmodelle finden sich nachgebildet auch in der Punktschriftausgabe, wie diese überhaupt selbstverständlich in engster Anlehnung am Schwarzdruck- Original orientiert ist; auf Abweichungen wird in einem eigenen Vorwort hingewiesen.

Für die genannten 75 Lektionen ist Felix der muntere Reiseführer anlässlich einer Art von Zeitreise, die einen 14 Stationen enthaltenden "Fahrplan" umfasst. So führt Felix beispielsweise anlässlich der ersten Station "Im alten Rom" seine Freunde zum Einkaufen auf den Marktplatz des alten Rom, also auf das auch heute noch in ansehnlichen Resten zu sehende und zu begehende Forum Romanum. Weitere Stationen beschäftigen sich mit einem Besuch des weltberühmten Pompeji, römischen Kulturleistungen, den Gestalten des griechisch-römischen Mythos (so z.B. der bekannten Dädalus-Ikarus-Geschichte), mit Germanien und Britannien als ehemaligen Provinzen des römischen Reiches, mit wichtigen und wegen ihrer Wirksamkeit bis auf den heutigen Tag bedeutsamen Persönlichkeiten (z.B. Cäsar, Augustus, Cicero), mit der Leidenschaft der Römer für Theater und Spiele, aber auch mit bis in unsere Gegenwart immer wieder aktuellen Fragen der Lebensgestaltung in Theorie und Praxis (Ethik und Politik).

In den anhand dieser und anderer Themen fortschreitenden Aufbau des Sprachkurses und die zugehörigen ansprechenden und vielfältigen Übungen sind kontinuierlich Abschnitte zur Information eingestreut. Diese geben Hintergründe und Ergänzungen zu den in den lateinischen Lesestücken behandelten Themen, so dass Schülerinnen und Schülern ein reiches und farbenfrohes Bild der Leistungen der Römer (und auch der Griechen) für die Begründung der Kultur und Geschichte Europas vermittelt wird. Die für ein modernes Lateinbuch selbstverständlich zahlreich vorhandenen Abbildungen und Karten werden jeweils knapp verbalisiert, um auf diese Weise Anlass und Motivation für das vertiefende Unterrichtsgespräch zu schaffen. Für sich selbst sprechend sind die zahlreichen einsichtigen Beispiele von Wörtern und Fremdwörtern, die das kräftige Fortleben des Lateinischen - vor allem in den romanischen Sprachen - in oft verblüffender Weise demonstrieren.

Der Benutzer des vorgestellten Buches ein "Glücklicher" = felix- Diese Kombination mag im Bewusstsein bekanntlich auch höchst unglücklicher Lateinschüler und -schülerinnen schon eine Provokation sein, auch soll dem Urteil der Leser und Leserinnen unseres ja auf Besserung bedachten "Felix" nicht vorgegriffen werden. Gleichwohl: eine Reise mit Felix wird auch der Vorbereitung jener Erlebnisse und Erfahrungen dienen können, die sich im glücklichen Genießen südlicher Sonne und südlichen Lebens in den Ländern der alten Römer einzustellen pflegen. Deshalb: lest und lernt mit "Felix", jetzt auch in Punktschrift!

Bibliographische Angaben der von der Deutschen Blindenstudienanstalt gedruckten und dort erhältlichen Bücher:

Felix: Das Lateinbuch. Bamberg: Buchners Verlag 1998.

ISBN 3-7661-5200-9. - reform. Kurzschrift/Vollschrift, 4 Bände, 686 Seiten, Bestell-Nr. 4026, 365,20 DM

Felix: Das Begleitbuch. Buchners Verlag 1998.

ISBN 3-7661-5201-7. - reform. Kurzschrift/Vollschrift, 3 Bände und 1 Halbband, 422 Seiten, Bestell-Nr. 4027, 327,20 DM

Deklinations- und Konjugationstabellen. Aus: Felix "Das Begleitbuch". Bamberg: Buchners Verlag 1998. ISBN 3-7661- 5201-7 - reform. Kurzschrift/Vollschrift, 1 Halbband, 62 Seiten, Bestell-Nr. 4095, 53,30 DM

Zurück zum Inhalt von 1/2001|Publikationen