Stiftung Blindenanstalt: Behinderte haben großes Interesse an PR-Ausbildung - Teilnehmende berichten

Die - von der Stiftung Blindenanstalt Frankfurt am Main - angebotene Ausbildung "PR-Berater/-Assistenz" findet großen Zuspruch bei Behinderten, die in einem zukunftsorientierten Berufsfeld arbeiten möchten. Das Interesse an Ablauf und Inhalt der Ausbildung veranlasste die Projektleiterin Ursula Hollerbach dazu, einige Auszubildende über ihre Erfahrungen berichten zu lassen. Dabei wurde die Vielfältigkeit der Aufgaben einer PR- Abteilung deutlich.

Die Bandbreite reicht von der klassischen Arbeit im redaktionellen Bereich - Schreiben von Pressemitteilungen, Redigieren von Texten über die Nutzung der neuen Kommunikationstechnologien Internet und E-Mail als PR- Instrumente bis hin zu Sponsoring als einem weiteren Betätigungsfeld der Presse und Öffentlichkeitsarbeit.

"Die ständige Aktualisierung unseres Internetauftritts bildet einen Schwerpunkt meiner praktischen Arbeit bei der Buchhandlung LesArt", sagt Auszubildender Henning Wiegand aus Wiesbaden. Künftig wird er auch an der Gestaltung der Newsletter mitwirken, die per E-Mail einer breiten Öffentlichkeit zugehen soll.

Dagegen konzentriert sich Claudia Beyer in ihrem Praktikum bei einem kirchlichen Wohnungsunternehmen in Bamberg gezielt auf die Recherche für die Berichterstattung in der dortigen Kundenzeitung und schreibt auch für die Mitarbeiterzeitschrift. Damit leistet sie einen Beitrag sowohl zur externen als auch zur internen Kommunikation des Unternehmens. Viel Freude bereiten ihr auch die kreativen Aufgaben, wie die Entwicklung von Slogans oder Projektnamen.

Neben der intensiven Kontaktpflege zu örtlichen Medienvertretern, steht für Jan Hellbusch die Sponsorensuche im Vordergrund seiner Tätigkeit bei der Galerie Art & Flowers. "Dabei geht es darum, interessierte Partner zu finden, die unsere Aktivitäten unterstützen. Ich muss diese von den Vorteilen ihres Engagement überzeugen. Wir möchten mit möglichst vielen Veranstaltungen auf unsere Angebote aufmerksam machen und den Bekanntheitsgrad der Galerie in der Öffentlichkeit erhöhen", hebt Hellbusch hervor.

Die von der Stiftung Blindenanstalt seit 1998 bundesweit angebotene Berufsausbildung dauert zwei Jahre und ist in einen praktischen und theoretischen Teil gegliedert. Praktische Erfahrungen sammeln die Teilnehmer an möglichst wohnortsnahen Ausbildungsplätzen. Die für alle Auszubildenden einheitlichen theoretischen Grundlagen werden in jeweils einwöchigen Blockseminaren vermittelt. Die Abschlussprüfung wird von der Deutschen Akademie für Public Relations (DAPR) abgenommen. Die Berufsausbildung ist bei den Arbeitsämtern als Rehabilitationsmaßnahme anerkannt. Zugangsvoraussetzung ist die Allgemeine Hochschulreife oder eine abgeschlossene Berufsausbildung.

"Die Konzeption von Theorie und Praxis verfolgt eine optimale Ausbildung der Teilnehmer, denen sich gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt bieten werden", ist Stephanie Bessner-Varga, Praktikantin bei der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft, überzeugt.

"Wir hoffen, mit diesem Ausbildungskonzept eine fundierte Basis in diesem zukunftsorientierten Berufsfeld geben zu können und möchten behinderten Menschen neue berufliche Perspektiven aufzeigen", sagt Hollerbach von der gemeinnützigen Stiftung zu den Motiven des Projekts.

Weitere Informationen und Bewerbung bei:

Stiftung Blindenanstalt Frankfurt am Main, Adlerflychtstr. 8-14, 60318 Frankfurt, Ursula Hollerbach, Telefon 069/95.51.24-61, E-Mail: u.hollerbach@t-online.de, Internet: www.stiftung-blindenanstalt.de.

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