Deutsche Telekom: Umstellung des Sozialtarifs

Die Deutsche Telekom bietet bereits seit Jahrzehnten auf freiwilliger Basis einkommensschwachen und bedürftigen Menschen soziale Vergünstigungen im Bereich der Telekommunikation an. Dieses Angebot geschieht aus eigenem Antrieb und Engagement der Deutschen Telekom; eine gesetzliche Verpflichtung hierzu besteht nicht.

Gegenwärtig nutzen fast 1,9 Millionen Kunden unsere vergünstigten Angebote. Die Deutsche Telekom verzichtet aufgrund dessen freiwillig auf jährliche Umsätze in Höhe von ca. 300 Mill. DM. In dieser Summe sind die Kosten, die z.B. durch zusätzliche Aufwendungen bei Beratung, Bearbeitung der Nachweise und Aufträge usw. entstehen, nicht enthalten.

Mit der Liberalisierung des Telekommunikationsmarktes steht die Deutsche Telekom im Wettbewerb mit einer Vielzahl von Anbietern. Als privatrechtliches Unternehmen ist die Deutsche Telekom darüber hinaus ihren Eigentümern - den Aktionären - verpflichtet.

Veränderungen des Marktes, die technologische Entwicklung und ein neues Kommunikationsverhalten unserer Kunden erfordern immer öfter die Anpassung von Produkten und Dienstleistungen unseres Unternehmens. Um das soziale Engagement auch weiterhin erbringen zu können, ist die Berücksichtigung dieser Einflüsse ebenso notwendig, wie die effiziente und kostenorientierte Strukturierung der Angebote und deren Ablaufprozesse. Die Änderung auf den neuen Sozialtarif wurde u.a. auch deshalb erforderlich, weil verschiedene Kundengruppen neue Anschlussangebote wie z.B. den T-ISDN-Anschluss oder unsere besonderen Tarifangebote bei gleichzeitiger Nutzung der Vergünstigungen in Anspruch nehmen wollten. Mit dem Angebot des (analogen) Sozialanschlusses konnten wir diesen Wünschen nicht nachkommen.

Vor diesem Hintergrund wurde mit Wirkung vom 1. Dezember 1999 der neue Sozialtarif für Verbindungen im T-Net eingeführt. Die bisherigen Angebote Sozialanschluss und Sozialtarif für ISDN-Verbindungen werden nicht mehr vermarktet.

Die Vergünstigungen werden auf die Entgelte in- und ausländischer Standardverbindungen, die über das Netz der Deutschen Telekom geführt werden, angerechnet. Die Verbindungen zu 0180er Rufnummern und der Auskunft der Deutschen Telekom (11833) zählen hierbei nicht zu den Standardverbindungen. Die sind gemäß Preisliste Telefondienst (inländische Verbindungen) Verbindungen zu Spezialdiensten. Aus diesem Grund haben sie keine Wirkung auf die sozialen Vergünstigungen.

Auf die Aufnahme der Auskunft in den Geltungsbereich der sozialen Vergünstigungen wurde verzichtet, um eine Diskriminierung anderer Auskunftsdienste auszuschließen. Gleiches gilt für die Verbindungen zu deutschen Mobilfunknetzen. Spezialdienste wie 0190, 0180, 0137 usw. sind u.E. nicht lebenswichtig (z. B. Herbeiruf von Hilfe).

Teilweise ist die Deutsche Telekom bei diesen Rufnummern sogar Auszahler an den Dienste-Anbieter. Damit dem Unternehmen kein wirtschaftlicher Schaden entsteht, wird die Vergünstigung auch hier nicht gewährt.

Wir bedauern, dass die neue Definition des Sozialtarifs nicht auf Ihre Zustimmung trifft. Eine Rückführung des momentanen Angebotes auf den alten Sozialanschluss und dessen Verrechnungsmodalitäten ist jedoch nicht möglich.

(Aus einem Schreiben der Deutschen Telekom vom 18.12.2000 an den Fachgruppenleiter "Wirtschaft" des DVBS)

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