Thomas Drerup: Neuer europäischer Behinderten-Parkausweis

Wer mit dem Auto ins Ausland fährt und dort mit Hilfe seines Behinderten-Parkausweises leichter an einen Parkplatz kommen möchte, wird oft enttäuscht oder kriegt sogar unerwarteten Ärger (Knöllchen). Im Ausland gelten bekanntlich nicht dieselben Parkvergünstigungen, die in Deutschland gelten. Man hat dort regelmäßig weniger Rechte. Auch kann es passieren, dass die Behörden im Ausland einen internationalen Parkausweis noch nie gesehen haben und sich stur stellen. Um die Situation zu verbessern, hat die EU den europäischen Behinderten- Parkausweis neu standardisiert, damit er auch wirklich überall in der EU gleich aussieht. Neu ist übrigens auch, dass auf der Rückseite des neuen Ausweises ein Passfoto des Berechtigten anzubringen ist.

Von großem Nutzen ist eine von der EU herausgegebene Broschüre, in der (auf deutsch) die Parkvergünstigungen in einer Reihe von Ländern dargestellt werden (Stand: Januar 2000). Es handelt sich um die Länder: Österreich, Belgien, Dänemark, Finnland, Frankreich, Deutschland, Griechenland, Island, Irland, Italien, Liechtenstein, Luxemburg, Niederlande, Norwegen, Portugal, Spanien, Schweden, Großbritannien und Nordirland. Die Broschüre enthält am Ende eine ausklappbare Tafel, die hinter der Windschutzscheibe neben den Parkausweis gelegt werden kann. Auf dieser Tafel wird in 21 Sprachen erklärt, dass der Inhaber des Parkausweises ein Behinderter aus dem europäischen Ausland ist und dieselben Parkrechte hat wie inländische Behinderte. Wo ist die Broschüre zu erhalten- Man kann sie bestellen, wenn man bei der örtlich zuständigen Straßenverkehrsbehörde den europäischen Parkausweis beantragt. Man kann aber auch beim Deutschen Gemeindeverlag, Fax 0 180 5106602, Bestellungen aufgeben. Man erhält von dort

- die genannte Broschüre ("Ant. Merkblatt zum Behind.- Parkausweis"),

- eine Adhäsionsfolie (A 5) zum Befestigen des Parkausweises an die Windschutzscheibe und

- einen "Antrag auf die Ausnahmegenehmigung", das heißt ein Formular für die Beantragung des Europäischen Parkausweises.

Die Verbandszeitschrift des Bundesverbandes Selbsthilfe Körperbehinderter (Leben und Weg, 6/2000) hat darauf hingewiesen, dass auch noch andere Staaten als die in der Broschüre genannten den europäischen Parkausweis anerkennen - man sollte sich allerdings vor der Reise lieber erkundigen, wozu der Ausweis berechtigt. Es sind die Staaten: Albanien, Aserbaidschan, Belarus (Weißrussland), Bosnien-Herzegowina, Bulgarien, Estland, Fryrom (ehemals: Republik Mazedonien), Georgien, Kroatien, Lettland, Litauen, Moldawien, Polen, Rumänien, Russische Förderation, Schweiz, Slowakische Republik, Slowenien, Tschechische Republik, Türkei, Ungarn und Ukraine. Diese Staaten sind der europäischen Verkehrsministerkonferenz beigetreten. Assoziierte Staaten sind Australien, Japan, Kanada, Neuseeland, USA. Dort, wie in Armenien und Marokko, könnte es sich ebenfalls lohnen, vor der Reise anzufragen, ob und unter welchen Voraussetzungen einem auch als ausländischer Tourist eine Vergünstigung beim Parken zusteht.

Keine Chance, so heißt es, hat man allerdings in New York. Dort kann man mit einem Parkausweis aus Deutschland nichts anfangen.

(Mitteilungen der DBSV-Rechtsabteilung Nr. 24/2000)

Zurück zum Inhalt von 1/2001|Publikationen