



Suchen Sie in horus aktuell, unserem Newsletter, und horus online, unserer Vereinszeitschrift:
Der langjährige Leiter der RES Herr Franz-Josef Esch verlässt die Deutsche Blindenstudienanstalt zum 31. März 2001, um als Geschäftsführer die Leitung bei der Stiftung Blindenanstalt Frankfurt zu übernehmen.
Nach Beendigung des Psychologiestudiums in Marburg und einer ca. dreijährigen Tätigkeit im Saarland als Dipl. Psychologe in der Erziehungs-, Ehe- und Familienberatung kam Herr Esch am 1.4.1979 an die Deutsche Blindenstudienanstalt und nahm seine Tätigkeit im Bereich "Übergreifende Dienste" (heute Ressort Rehabilitationseinrichtung für Blinde und Sehbehinderte - RES) auf. Sein Arbeitsfeld bestand zunächst in der psychologischen Betreuung der Schüler, in der fachlichen Beratung der Mitarbeiter und die psychologische Begleitung der Arbeit der pädagogischen Bereiche Carl-Strehl-Schule und Internat. An der Einrichtung des Sonderpädagogischen Dienstes war er maßgeblich beteiligt.
Im August 1984 übernahm Herr Esch die Leitung des Ressorts RES und er setzte die Entwicklung und den Aufbau dieser Abteilung konsequent fort.
Die curriculare und faktische Zusammenführung der seinerzeit getrennten Ausbildungsgänge Orientierung & Mobilität (O&M) und Lebenspraktische Fertigkeiten (LPF) zur Rehabilitationslehrerausbildung wurde unter Herrn Eschs Leitung gemeinsam mit der Philipps-Universität Marburg, FB Psychologie, der Geschäftsführung und den betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern realisiert. Anfang der 90er Jahre wurde im Bereich der Rehabilitationslehrerausbildung der Modellversuch "Ausbildung von Blinden und Sehbehinderten zum Rehabilitationslehrer (LPF und EDV/elektronische Hilfsmittel) erfolgreich durchgeführt.
Die Unterrichtsbereiche O&M und LPF sowie die Konzeption der Blindentechnischen Grundausbildung wurden in diesem Zusammenhang kontinuierlich weiterentwickelt.
Ergänzend kam der Aufbau des Bereichs Beratung und Schulung in EDV/ elektronische Hilfsmittel hinzu. Erste Curricula für blinden- und sehbehindertenspezifische Schulungen wurden entwickelt und die technische Ausstattung immer den neuesten Entwicklungen angepasst.
Aus diesen Initiativen entwickelte sich das Projekt EBSGO, ein Schulungsprogramm für graphische Benutzeroberflächen für Blinde. Auch die Beauftragung zur gutachterlichen Tätigkeit bei der Einrichtung von EDV-gestützten Arbeitsplätzen für blinde und sehbehinderte Mitarbeiter der Bundesanstalt für Arbeit ist ein Ergebnis der hervorragenden Arbeit der RES unter der Leitung von Herrn Esch.
Der Aufbau der Frühförderung im Rahmen eines gesamthessischen Konzepts lag Herrn Esch besonders am Herzen. Auf Grund seiner fachlichen Kompetenz wurde er 1999 zum stellvertretenden Vorsitzenden der Landesarbeitsgemeinschaft Frühförderung in Hessen gewählt.
Weitere wichtige Initiativen unter der Leitung von Herrn Esch, deren Ergebnis heute die Arbeit der RES wesentlich prägen, waren der Aufbau einer Hilfsmittelberatungs- und - verkaufsstelle sowie die Übernahme der Ausbildung blinder und sehbehinderter Informatikkaufleute, insbesondere die Weiterentwicklung und Umsetzung des Berufsbildes Informatikkaufleute.
Besonderen Wert legte Herr Esch auf die Entwicklung eines Fort- und Weiterbildungsangebotes. Seit einigen Jahren werden Veranstaltungen für interne und externe Interessenten von fast allen Arbeitsbereichen der Rehabilitationseinrichtung angeboten.
Herr Esch vertrat bei vielen internationalen Konferenzen die Deutsche Blindenstudienanstalt und hat so zu deren gutem Ruf beigetragen. So war die Organisation des "Symposiums Sehschädigung", das im Jahr 1992 gemeinsam mit Poitiers, der Partnerstadt Marburgs, durchgeführt wurde, ein wichtiger Baustein der internationalen Arbeit von Herrn Esch für die Deutsche Blindenstudienanstalt.
Auch das gemeinsam mit England und Frankreich im Jahr 2000 durchgeführte und von der EU finanzierte Projekt "SIREN - Behinderte Flüchtlinge" war ein großer Erfolg.
Gerne erinnern wir uns auch an die Kunstausstellungen, z.B. "Schätze für die Ewigkeit, Kunstwerke aus dem alten Ägypten", die Herr Esch in der RES gemeinsam mit dem Museum in Wilnsdorf veranstaltete. Der Zuspruch war außergewöhnlich.
Neben seinem Sachverstand und wirtschaftlichem Überblick zeichneten Herrn Esch vor allem seine präzise Arbeitsweise, seine Umsicht, Zielstrebigkeit und Beharrlichkeit bei der Durchsetzung seiner Vorstellungen und bei Problemlösungen aus. Unter seiner Leitung hat sich das Ressort RES zu einer der bedeutendsten Einrichtungen entwickelt.
Wir verabschieden Herrn Esch mit dem Dank für seine für die Deutsche Blindenstudienanstalt geleistete sehr gute Arbeit und wünschen ihm für sein neues Aufgabenfeld viel Erfolg.
Zurück zum Inhalt von 2/2001 |horus im Überblick
Startseite
|
Kontakt
|
Impressum |
Hilfe