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Dr. Johannes-Jürgen Meister: Mit einer Alzheimer-Kranken leben: ein Erfahrungsbericht. Von Alex Funke.

Luther-Verlag, Bielefeld, 1998.

Bedingt durch die demographische Entwicklung in unserer Gesellschaft und die kontinuierlich steigende Lebenserwartung älterer Menschen nimmt die Zahl der Demenzerkrankungen zu. Gegen Ende des letzten Jahrhunderts trat die Alzheimer Erkrankung verstärkt in das Bewusstsein der Öffentlichkeit. Heute wird die Zahl der an Alzheimer Erkrankten in der BRD auf mehr als 800.000 geschätzt. Noch hat die Forschung kein geeignetes Mittel gefunden, diese allmähliche Zerstörung des Hirns aufzuhalten.

Wir kennen heute eine Vielzahl von Erscheinungsformen dieser Krankheit. 60 % aller an Alzheimer erkrankten älteren Menschen werden von Angehörigen und Bekannten betreut und gepflegt, wie der 3. Altenbericht der Bundesregierung Anfang dieses Jahres feststellt. Wer in seiner Familie, Verwandtschaft oder in seinem Bekanntenkreis diese Krankheit unmittelbar miterlebt hat, weiß um die Schwere der Aufgabe, die Angehörige und Bekannte auf sich nehmen, um einen an Alzheimer Erkrankten zu pflegen. Sie stehen oft allein, den etablierten Organisationen geht es nicht selten mehr um den kranken Patienten und die vielfältigen Erscheinungsbilder dieser Krankheit, nicht aber um den betroffenen Menschen und seine Persönlichkeit. Dass in dieser Beziehung noch viel zu tun ist, stellt auch der Altenbericht der Bundesregierung fest.


Der langsame Weg in die Sprachlosigkeit



In dem vorliegenden Buch schildert ein Angehöriger, wie er den allmählichen Zerfall des Gehirns an seiner Ehefrau miterlebt hat. Im Frühstadium der Erkrankung werden die Symptome nur schwer erkannt und richtig gedeutet. Hilflos stehen Angehörige dem Fortgang dieser Krankheit gegenüber. Das Engagement geht bis an die Grenzen der physischen und psychischen Belastbarkeit. Sehr einfühlsam schildert Funke seine Erlebnisse und Erfahrungen mit seiner demenzkranken Frau bis zu ihrem Ableben. Eindrucksvoll auch, wie er sich über kleinste Anzeichen von Verstehen freut und dann wieder erschrocken und verständnislos ist, wenn seine Frau ihn nicht mehr erkennt, ablehnend und unwirsch auf Zuwendung reagiert. Funke schreibt keinen Leitfaden für den Umgang mit der Alzheimer Krankheit, er will auch keinen falschen Trost spenden. Seine Erzählung kann vielleicht den einen ein wenig Mut machen, die in ihrem unmittelbaren sozialen Umfeld mit dieser Krankheit konfrontiert sind und den anderen den unaufhaltsamen Verlauf dieser Krankheit, der sich über Jahre hinziehen kann, näher bringen. Den Abschluss dieses kleinen Bändchens bildet eine Adressenliste von Selbsthilfegruppen und Regionalvereinen der Deutschen Alzheimergesellschaft.

Buch Nr. 5661, 3 C-90 Kassetten, DM 36,00, ermäßigt DM 22,50.

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