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Rainer F.V. Witte: E(in)-plus für handy-ge Blinde.

Neuer Service für sehgeschädigte Mobil-Telefonnutzer

Handys sind so "händig", dass sie sich fast ungewollt in unsere Hände stehlen und in unserer privaten Kommunikation einen immer höheren Stellenwert bekommen. Eindrucksvoll wird dies mit nüchternen Zahlen belegt: 2001 geht man in Deutschland von einer Dichte von 58 Mobil-Anschlüssen auf 100 Bewohner aus (USA: 40, Italien: 74); dem Vernehmen nach hat die Zahl der Handy- die Zahl der Festnetz-Anschlüsse überstiegen - und der Markt wächst weiter ... - Einer der Erfolgsgründe mag nicht zuletzt in dem Gewinn von persönlicher Unabhängigkeit liegen.

Auch gerade für Blinde bringt die Handlichkeit ein Plus an selbstbestimmter eigenständiger Lebensführung.

Die Geräte-Hersteller experimentieren mit ersten Prototypen, die mit Sprachausgabe arbeiten; Akustische Steuerung, z.B. bei der Anwahl, gehört schon jetzt zum Standard der meisten Anbieter. - Es gibt inzwischen Firmen, die akustische Bedienungsanleitungen für Mobiltelefone auf CD für unterschiedliche Produzenten anbieten (z. B. das "ephog-team" der Ewert-Phono GmbH in Bensheim, Tel.: 06251/62.068). Allgemeine aktuelle Informationen veröffentlichen laufend (u. a.) die Kundenzeitschriften der verschiedenen Netzbetreiber.

Und hier ist nun ein weiterer Service anzuzeigen, den die Deutsche Blinden-Bibliothek in Zusammenarbeit mit dem Netzbetreiber von "E- plus" anbietet:

"phone: das Magazin für E-plus-Kunden"

kann von Blinden bei der DBB kostenlos und unverbindlich bezogen werden. Das informative Heft erscheint vier mal im Jahr und berichtet zunächst einmal über Entwicklungen und Dienstleistungen im Zusammenhang mit dem Netz. Darüber hinaus machen zum Beispiel Themenschwerpunkte Appetit auf attraktive Reiseziele und vieles andere mehr.

Wenn Sie das Angebot der DBB und von "E-plus" interessiert und Sie die Audiokassette nutzen möchten, lassen Sie uns dies bitte telefonisch unter 06421/606-267 wissen oder senden Sie ein Fax mit Ihrer Adresse an: 06421/606-269 bzw. eine schriftliche Nachricht an die "Deutsche Blinden-Bibliothek - Abt. Hörbücherei -, Postfach 11 60, 35001 Marburg/Lahn"; im Internet erreichen Sie uns unter: www.blista.de.

Wenn Sie Informationen zum "E-plus-Netz" selbst haben oder technische Fragen klären möchten, wenden Sie sich bitte an die folgenden Adressen innerhalb des E-plus-Netzes: 1000 (kostenlose Kundenbetreuung); aus dem Festnetz: 0177/1000; über E-Mail an: www.eplus.de. Dort wird man Ihnen gerne und kompetent Auskunft erteilen.

Wen das Thema "Handy" im weiteren Sinne interessiert, der sei auf folgendes Hörbuch hingewiesen, das von Blinden bei der DBB (unter der Bestellnummer: 8312) entliehen werden kann:

Lehnert, Gertrud: Mit dem Handy in der Peepshow - die Inszenierung des Privaten im öffentlichen Raum. Marburg: Deutsche Blinden- Bibliothek, 2000. Sprecher: Jürgen H. Keuchel; 280 Minuten = 4 Kass.

In knapper, geist- und anspruchsvoller Form geht die Literaturdozentin und Modeexpertin Lehnert der Frage nach, wie sich das Verhältnis von Öffentlichkeit und Privatheit in der abendländischen Kultur seit dem 18. Jahrhundert entwickelt hat.

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