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Ute und Georg W. Goerke: Deutsche Blindenstudienanstalt: Helfer der Blinden auch im Ausland

Jeder in der Bundesrepublik und auch jenseits ihrer Grenzen, der im Bereich von Blinden tätig ist, kennt die Blista. Sie ist ein Begriff für hochwertige Bildung und Training sowie Zentrum für Blindenhilfsmittel.

Wer jedoch weiß schon, dass Leiter und Mitarbeiter dieses Institutes auch ihre Hände denjenigen, wo immer sie auch wohnen, reichen, die in großer Not sind und ohne deren Hilfe auf verlorenem Posten stehen- Das haben wir persönlich dankbar erfahren dürfen.

Lassen Sie uns davon berichten, wie unser Projekt, welches wir unter dem Teil "Integration von Sehgeschädigten in die Gesellschaft" vor nunmehr 20 Jahren hier in der BRD gegründet hatten und nun seit sieben Jahren auch auf einer Insel in der Karibik fortführen, sich entwickelt hat.

Es begann mit der Suche nach kompetenten Gesprächspartnern, die uns bei dem Aufbau einer Ruderaktivität für Blinde hier in Tübingen beraten konnten. Wir fanden sie in Marburg. Der Leiter der Blista, Herr Jürgen Hertlein, öffnete uns die Türen zu den Fachleuten seiner Schule, die uns bereitwillig ihre Unterstützung zusagten und sehr engagiert halfen.

Unser Projekt, das wir dann von Tübingen aus mit Hilfe der Blista und des Deutschen Ruderverbandes über die Bundesrepublik ausdehnten, führte schließlich zu dem ersten Treffen blinder Ruderer im Münchner Olympia-Zentrum, an dem mit Begleitern über 200 Personen auch aus Österreich, der Schweiz und Holland teilnahmen. Das war ein erfolgreiches Unternehmen, welches wir im Hause der Blista nicht nur vorbereiten konnten, sondern wo wir auch Schulungen, Seminare und schließlich Praktika durchgeführt haben.

1994 haben wir uns auf der Insel Grand Bahama, wo wir bei Freunden zu Besuch waren, nach der Situation der Blinden dort erkundigt. Das Ergebnis war bestürzend! Es gab weder Unterlagen über Anzahl und Art von Sehgeschädigten, noch wusste man, wo Blinde wohnten. Es fand keine Betreuung von Blinden statt!

Nach Hause zurückgekehrt berichteten wir Herrn Hertlein von dieser Situation. Das spontane Hilfsangebot von ihm, uns bei unserer Aufgabe, diese Lage dort zu ändern, zu unterstützen, nahmen wir dankend an, und es wird uns stets im Gedächtnis bleiben. Diese Zusage gab uns den Mut und bestärkte uns in unserer Absicht, auch dort für die Blinden tätig zu werden.

Wir gründeten ganz informell eine "Hilfsgemeinschaft", die zunächst einmal die Situation auf der Insel erforschen sollte, um dann zu entscheiden, welche Maßnahmen ergriffen werden sollten, um den blinden Menschen zu helfen. So wurde unser Forschungs- und Förderungsprojekt gegründet.

Es würde den Rahmen dieses Berichtes sprengen, wollten wir alle Aktivitäten, die dann folgten, im Detail darlegen. Lassen Sie uns daher nur die wichtigsten Situationen unserer siebenjährigen Tätigkeit kurz aufzählen.

Begonnen haben wir damit, Blinde auf der ganzen Insel zu suchen. Vier wurden uns von Bekannten genannt. Heute sind es mehr als 50, und noch haben wir nicht alle gefunden.

Herr F.J. Esch, der damalige Leiter der RES, besuchte uns und machte eine Bestandsaufnahme der Lage.

Planung für den Aufbau einer kleinen Schule für Blinde, Information der Öffentlichkeit über ihre blinden Mitmenschen, Mobilitätsverbesserung durch den Sport sowie Unterricht der Blinden und deren Begleiter über elementare Unterstützung und Hilfsmittel folgten.

Die wichtigste Hilfe haben wir durch einen Mitarbeiter der Blista, Herrn Gert Rockwitz, erfahren, der uns für einige Monate als Lehrer zur Verfügung gestellt wurde. Er hat unter den Blinden und Lehrern mit seinen Seminaren und durch Mobilitäts- und Lebenspraktischen Unterricht ein uneingeschränktes Vertrauen in unsere Unterstützungsarbeit gesät.

Und so sieht das Ergebnis nach knapp siebenjähriger Tätigkeit aus (wobei wir erwähnen müssen, dass unser Aufenthalt auf der Insel nur fünf bis sechs Monate im Jahr beträgt):





Vieles mehr wäre noch aufzuzählen, doch glauben wir mit dem obigen gezeigt zu haben, was das Engagement von Mitarbeitern der Blista mit uns in dieser kurzen Zeit bewirkt hat.

Erlauben Sie uns, einige Namen von Menschen zu nennen, die uns hauptsächlich zu den Ergebnissen, die wir ohne sie nicht hätten erzielen können, verholfen haben.

Neben vielen anderen haben Herr Hertlein mit Frau Mittelberg und die Herren Esch und Nagel mit Frau Klein und ganz besonders Herr Rockwitz dieses Förderungsprojekt mit aus der Taufe gehoben und bis heute selbstlos unterstützt.

Unser und unserer Schützlinge Dank gebührt allen an unserem Projekt beteiligten Helfern der Blista. Die Verbesserung der Lebensqualität dieser Menschen, die noch vor sieben Jahren in der Öffentlichkeit nicht existent waren, ist ihnen zu verdanken.

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