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Uwe Boysen: Vorangestellt

Liebe Leserinnen und Leser, liebe Mitglieder!

Erinnern für die Zukunft, so heißt ein Projekt, mit dem versucht wird, das, was in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Deutschland geschehen ist, wach zu halten. Erinnern für die Zukunft, so könnte man auch einen Schwerpunkt dieses Heftes überschreiben, wenn man den Aufsatz von Carl Strehl aus dem Jahre 1941 (siehe Seite 615) und die Anmerkungen von Heinz Willi Bach dazu liest (siehe Seite 609).

Erinnern für die Zukunft, das ist aber auch stets etwas, was wir uns an einer Jahreswende fragen, die wieder einmal vor uns liegt. Was wird von diesem Jahr 2001 bleiben? Was lohnt sich, im Gedächtnis zu behalten? Was haben wir gelernt, was ist uns ge- oder misslungen? Ich hoffe, es war für Sie und Euch ein Jahr mit nicht zu vielen unangenehmen Überraschungen. Die Welt-Großwetterlage gibt nicht gerade zu Freudentänzen Anlass, und das wird sich in der Zukunft auch auf unser Leben auswirken.

Aber auf der anderen Seite gilt es weiter, die sozialen Errungenschaften (wie das Blindengeld) zu bewahren, die wir und diejenigen vor uns, erkämpft haben. Es ist ja wahr: Geld macht nicht glücklich. Es ersetzt kein gutes Gespräch und keine soziale Wärme. Aber es kann Kommunikation erleichtern. Es kann uns dabei helfen, uns nicht von der Außenwelt abzuschneiden oder abgeschnitten zu werden und damit unsere Situation und gerade diejenige der neu erblindeten Menschen erleichtern. Mit einem neuen Schwerbehindertenrecht, dem SGB IX, das in diesem Jahr verabschiedet wurde, und dem Bundesgleichstellungsgesetz, dessen Entwurf sich jetzt im parlamentarischen Verfahren befindet, ist es nicht getan. Tote Buchstaben müssen mit Leben erfüllt werden, und dazu gehört es auch, sich für die materiellen Belange blinder und sehbehinderter Menschen energisch und nicht zaudernd einzusetzen.

Denken wir einmal gemeinsam darüber nach, wie das auch in den kommenden zwölf Monaten und darüber hinaus zu bewerkstelligen ist.

Mit den besten Wünschen für einige stressfreie Feiertage und ein gutes 2002 bin ich

Ihr und Euer
Uwe Boysen

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