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Ursula Planck: Ein Rollstuhl, mit dem Blinde selbstständig fahren können

Ein Rollstuhl, der Hindernisse selbstständig erkennt und ihnen ausweicht, der auch Stufen in Abwärtsrichtung erkennt und meidet und bestimmte einprogrammierte Wege mit Auto-Pilot-System selbst findet, ist kein reines Wunschdenken mehr, sondern eine ganz konkrete Entwicklung eines Ulmer Forschungsinstitutes.

Ich habe den Prototyp selbst getestet: Er ist zwar wirklich erst im Anfangsstadium, muss also noch in vielen Funktionen differenziert werden und braucht auch noch ein praxisfähiges Design (bis jetzt hat er z.B. einen viel zu großen Strombedarf, weil er noch viel überflüssige Elektronik unterhält), ist aber vielversprechend.

Der Rollstuhl hat eine Vielzahl von Hindernissensoren, die sich gegenseitig ergänzen: Er hat Infrarot-Sensoren zur Auslotung des Tiefenabstands, um abfallende Hindernisse wie Treppen oder Gehwegkanten zu erkennen. Um Hindernisse auf gleicher Ebene wahrzunehmen, hat er ein Lasersystem. Für Hindernisse auf den Seiten und im Kopf-/Schulterbereich hat er einen Distanzmesser auf Ultraschall-Basis. Alle Sensoren werden ständig elektronisch zusammengeschaltet und drei Mal pro Sekunde wird die Ausrichtung des Rollstuhls entsprechend korrigiert. Er erfasst die Hindernisse nicht bloß, sondern wertet sie auch aus - umfährt sie dann oder stoppt, verlangsamt usw.

Die Fahrtrichtung kann entweder über ein einmaliges Steuerknüppelsignal gegeben werden - wenn ich ihm vorgebe, er solle z.B. nach rechts abbiegen, sucht er solange nach einer hindernisfreien Stelle bis er nach rechts fahren kann. Die zweite Möglichkeit der Richtungsvorgabe ist ein Autopilotsystem - dies funktioniert aber bloß, wenn es einen tauglich differenzierten Lageplan gibt. Die dritte Möglichkeit, die mir sehr vielversprechend erscheint, ist, dass der Rollstuhl einer bestimmten Begleitperson oder z.B. auch einem Führhund automatisch hinterherfährt. Manuelle Eingriffe in die automatische Steuerung sind natürlich immer möglich.

Über eine Sprachausgabe gibt der Rollstuhl dabei gelegentlich . wie z.B "Begleitperson verloren!" oder "Neue Fahrtrichtung eingeben!"

Alle gezeigten Funktionen müssen natürlich noch in vielen Punkten ergänzt und verbessert werden, aber die technische Machbarkeit ist vorgegeben. Denkbar ist auch, nur einzelne Elemente der Steuerungselektronik für einen speziellen Einsatz weiterzuentwickeln (beispielsweise das Ultraschall-Ortungssystem für die Navigation eines Rollstuhls durch schmale Durchgänge oder auch das Infrarot-Sensor-System zum Erkennen abfallender Hindernisse für den Einsatz auch an mechanischen Rollstühlen oder Gehwägen).

Wann und von welcher Firma der Rollstuhl produziert wird, ist bisher noch nicht abschließend geregelt. Technisch würde es nach Information der Forscher noch ca. ein bis zwei Jahre dauern. Um diesen Prozess zu unterstützen und zu beschleunigen, ist es wichtig, viele Interessierte zu mobilisieren. Ich bitte alle Interessierten, sich bei mir zu melden (Adresse s.u.) und diese Information und meine Adresse allen potenziell Interessierten weiterzugeben.


Weitere Informationen dazu:



Ein schon etwas älterer Artikel in "Spektrum der Wissenschaft" (Dossier 4/1998, S. 78) beschreibt die Funktionsweise des Rollstuhls. Die Autoren sind Forscher aus dem Team, das den Rollstuhl entwickelt. Der Artikel kann bei mir in eingescannter Form bezogen oder beim DVBS als Sonderkassette zum Preis von E 5, bestellt werden.


Meine Adresse:


Kann über den DVBS angefragt werden.

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