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Erwin Denninghaus: "Wenn man uns lässt ... Blinde und Sehbehinderte im Beruf" von Karen Sophie Thorstensen

Mit "Wenn man uns lässt ..." wurde von Karen Thorstensen ein Beitrag zur beruflichen Rehabilitation von blinden und sehbehinderten Menschen vorgelegt, der anhand von acht Portraits die Möglichkeiten und die Besonderheiten beruflicher Tätigkeit blinder und sehbehinderter Menschen darstellt. Geschildert werden die Bildungswege und Arbeitsbedingungen sowie der persönliche Hintergrund eines Fleischers, eines Musiktherapeuten, einer Empfangsdame, einer Pädagogin, eines Taxidisponenten, eines Programmierers, einer Leiterin eines Reinigungsdienstes und einer Ärztin. Die betriebliche Praxis wird jeweils aus der Sicht der Betroffenen und ihrer Arbeitgeber beschrieben. Die Broschüre richtet sich an Arbeitgeber und Verantwortliche im Personalbereich, aber auch an Eltern, Lehrer und Erzieher. Sie soll dazu beitragen, das Wissen über die Leistungsmöglichkeiten blinder und sehbehinderter Menschen zu vertiefen und dazu ermutigen, neue Wege zu beschreiten.

Karen Thorstensen, die selbst blind ist und im Förderzentrum für Blinde und Sehbehinderte gGmbH Berlin-Steglitz arbeitet, und ihrem Partner Thomas Vallentin ist es gelungen, auf der Grundlage von Interviews differenzierte Berichte in Reportageform zu verfassen, die sowohl den blinden und sehbehinderten Arbeitnehmern als auch ihren Vorgesetzten Profil gibt. Dabei ist sie offen und kritisch, sensibel aber klar. Die Möglichkeiten und Chancen werden herausgearbeitet, ohne Probleme und Risiken zu verschweigen.

Die Broschüre besticht dadurch, dass Ross und Reiter, Arbeitnehmer und Arbeitgeber, ja sogar Adressen und Einstellungsdaten, genannt werden. Alle Informationen werden dadurch nachprüfbar und gewinnen so enorm an Glaubwürdigkeit. Die Darstellungen heben sich in ihrer Differenziertheit und Aussagekraft in erfreulicher Weise von den Erfolgsstorys ab, die von den Berufsbildungs- und Berufsförderungswerken gern zum Beleg ihrer Leistungsfähigkeit in den einschlägigen Medien veröffentlicht werden.

Deutlich wird aber auch, welcher Fleiß, welche Flexibilität und Anpassungsbereitschaft der blinden und sehbehinderten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer notwendig ist, um sich unter den sehenden Kolleginnen und Kollegen zu behaupten, und wie wichtig es ist, dass die Rahmenbedingungen stimmen. Insofern eine kleine sprachliche Kritik: Die "Nischen", von denen in der Einleitung die Rede ist, gibt es nicht mehr. Was es aber gibt, sind engagierte und qualifizierte blinde und sehbehinderte Menschen, die arbeiten wollen und können. Die Kunst besteht darin, geeignete Stellen zu finden. Und dazu kann die vorliegende Broschüre einen wichtigen Beitrag leisten.

Es ist ein Beitrag zur Ermutigung, der jedoch auch deutlich macht, dass der allgemeine Arbeitsmarkt hohe Anforderungen stellt, denen zahlreiche blinde und sehbehinderte Menschen eben nicht bzw. nicht mehr entsprechen können. Die acht Portraits belegen außerdem in anschaulicher Weise, wie notwendig neben der soliden fachlichen Qualifikation die finanzielle Förderung der Arbeitsaufnahme und der Hilfsmittelausstattung ist. Die Bedeutung der Arbeitsassistenz für blinde und hochgradig sehbehinderte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer wird herausgearbeitet sowie die beruflichen Möglichkeiten, die dadurch erschlossen werden können.

Bei der Broschüre "Wenn man uns lässt ..." handelt es sich um eine gelungene Zusammenstellung aussagekräftiger Beispiele, die übersichtlich und repräsentativ aufbereitet wurden. Auf 48 Seiten im DIN A 4-Querformat, zweifarbig gedruckt und mit 24 Schwarzweiß- Fotos illustriert, ist sie sehr geeignet, bei der Berufswahlorientierung und bei der Arbeitsplatzsuche eingesetzt zu werden.

Die Broschüre kann gegen eine Schutzgebühr von 3,00 Euro zuzüglich Versandkosten bezogen werden bei:

Förderzentrum für Blinde und Sehbehinderte gGmbH, Schlossstr. 92, 12163 Berlin, Tel.: 030/79.01.36.9-29, Fax: 030/79.01.36.9-21, E- Mail: Thorstensen@fzbs.de

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