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Niemand muss wegen seiner abgeschlossenen Ausbildung oder seiner noch nicht beendeten Schullaufbahn unserer Fachgruppe fernbleiben.
Dem Leitungsteam gelang es kürzlich, einen Fall aufzuklären, in dem ein Mitglied der Fachgruppe "Ausbildung" aus dieser beinahe gegen seinen Willen ausgetreten wäre, weil es annahm, nach Abschluss des Studiums und Antritt einer Stelle von Vereinsseite her dazu gezwungen zu sein. Indizien sprechen dafür, dass die Dunkelziffer an Mitgliedern, die einem solchen Irrtum erliegen oder davon ausgehen, die Fachgruppe könne für Arbeitsuchende und Berufseinsteiger/innen nichts mehr und für Schüler/innen noch nichts tun, beängstigend hoch liegt.
Dabei hatten wir wieder ein volles, buntes Programm im altbekannten Tagungshaus im mittelhessischen Wetzlar. Allen, die mit ihrer Zeitplanung Schwierigkeiten haben, zu hohe Ansprüche an sich stellen oder trotz hoher Semesterzahl noch immer nicht wissen, welches Ziel sie mit ihrem Studium wirklich erreichen wollen, bietet Frau Monika Becher aus Gießen professionelle Hilfe an. Sie gibt Tipps für effektiveres Arbeiten oder zur Bekämpfung von Prüfungsangst; sie begleitet Studierende durch Haus- oder Diplomarbeiten. In ihrem Referat in Wetzlar sagte Frau Becher jedoch ausdrücklich, dass Sie bei Nachfrage ihre Arbeit auch auf Arbeitnehmer/innen und alle Personen mit ähnlichen Problemen erweitern würde.
Braille-Zeilen, Führhunde und Bildschirmlesegeräte fallen nach wie vor nicht vom Himmel. Michael Richter, der neue Rechtsberater des DVBS, stellte sich und seine Arbeit in anschaulicher Weise vor. Er berät Sie und leistet Ihnen in allen behinderungsspezifischen Belangen Rechtsbeistand.
Von dem vollblinden Diplomübersetzer Christoph Bungard erfuhren wir, wie aufregend die Zeit der Bewerbungen und Vorstellungsgespräche ist, was man alles bedenken muss, wie ihm der Integrationsfachdienst behilflich war und später, mit welchen Stolpersteinen man im Berufsalltag und beim Kampf um eine Arbeitsplatzassistenz rechnen muss.
Dank Jürgen Bopp wissen die Seminarteilnehmer/innen jetzt auch, was eine Meta-Suchmaschine ist, wie sich ein Webkatalog von einer Suchmaschine unterscheidet und wie und wo man am erfolgversprechendsten nach Fachliteratur sucht.
Zwei Themen standen auf dem Programm, die für die Selbsthilfearbeit insgesamt von großem Interesse sind. Wie nehmen wir als blinde und sehbehinderte Menschen am kulturellen Leben teil- Gehen wir nach Voranmeldung zu einer Spezialführung ins Museum, welche Erfahrungen machen wir mit spontanen Ausstellungsbesuchen, oder gehen viele von uns erst gar nicht hin- Bei der Diskussion kamen die unterschiedlichsten Erfahrungen zutage, von Führungen, bei denen ganz selbstverständlich die Alarmanlage abgeschaltet wurde, damit man alles anfassen konnte, über detailgetreue Modelle, anhand derer man sich berühmte Bauwerke erschließen kann, bis hin zu Museumsführern in Punkschrift oder für Blinde und Sehbehinderte kommentierten Fußballspielen tauchten die erstaunlichsten Dinge auf. Der Haken: Es handelt sich jeweils um Einzelfälle. Deshalb hat der DVBS beschlossen, solche Erfahrungen und kreativen Ideen systematisch zu sammeln, um daraus schließlich Anregungen für andere Museen, Theater, Stadien etc. abzuleiten und, auch im Sinne der Barrierefreiheit, immer konkretere Ansprüche formulieren zu können.
Die Barrierefreiheit und das neue Bundesgleichstellungsgesetz insgesamt und seine konkrete Umsetzung bildete den letzten großen Schwerpunkt des Seminars.
Die Zeit für Neuwahlen war auch wieder gekommen. Für Christoph Bungard, der nach vierjähriger Mitarbeit aus dem Leitungsteam zurücktrat, kam Andrea Riethmann aus Frankfurt am Main neu dazu. Im Übrigen blieb das bisherige Team bestehen.
Wie immer kam auch die Geselligkeit und der rege Informationsaustausch an den Abenden nicht zu kurz. Im kommenden Jahr werden wir aller Wahrscheinlichkeit nach den Tagungsort wechseln, an dem wir dann hoffentlich auch Sie und Dich kennenlernen werden.
Wir danken dem Bundesministerium für Bildung und Forschung für die finanzielle Unterstützung des bundesweiten Treffens.
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