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"Ich freue mich, dass die Stadt Marburg ihren blinden und sehbehinderten Bürgern und Gästen diesen neuen Service bietet und dass die Blindenstudienanstalt dabei mithelfen konnte", sagt der Direktor der Blista, Jürgen Hertlein, bei der feierlichen Überreichung der Zertifikate an die ersten zwölf speziell ausgebildeten Gästeführerinnen und Gästeführer.
Auf Initiative von Michael von Aschwege, dem Leiter der Marburg Tourismus & Marketing GmbH (MTM), und Hertlein wurden unter der Leitung von Helmut Kemmler, Mobilitätstrainer der Rehabilitationseinrichtung für Blinde und Sehbehinderte (RES), in den letzten Monaten intensive Fortbildungen durchgeführt. Theoretische Einführungen zur Raumwahrnehmung von Blinden und Sehbehinderten und zum Einsatz der verbliebenen Restsinne wie Hören, Riechen, Tasten etc. standen am Anfang. Eigenerfahrung unter der Augenbinde und mit Simulationsbrillen, die unterschiedliche Sehbehinderungen darstellten, folgten. Taktile Darstellungen von Gebäuden, zum Beispiel vom Marburger Schloss, wurden vorgestellt.
Zum praktischen Teil gehörte auch, dass sich die Gästeführerinnen und Gästeführer, einer sehend, der andere unter der Augenbinde, gegenseitig Teile der Stadt "zeigten" Höhepunkte der gesamten Fortbildung waren aber sicherlich die Stadtspaziergänge, die gemeinsam mit Blinden und Sehbehinderten durchgeführt wurden. Die Kritik, die Vorschläge und Tipps der Experten in eigener Sache waren der Eck- bzw. Schlussstein für ein erfolgreiches Gelingen des gesamten Vorhabens.
Durch die speziellen Stadtführungen soll blinden und sehbehinderten Gästen entsprechend ihren Wünschen und Interessen ein Bild von Marburg mitgegeben werden, das über lange Zeit noch konkret wahrnehmbar in Erinnerung bleibt. So wird eine, wenn auch grobe, Kenntnis der Topographie über das Lahntal, die Oberstadt, den Schlossberg vermittelt werden. Die Gäste können das tiefgelegene Lahntal am Aufzug zur Wasserscheide, dem lutherischen Pfarrhof oder auf dem Schloss hören, ja spüren. Eine genaue Beschreibung der Gebäude, an denen sie vorübergehen, wird sich zu einem Bild zusammensetzen. Auf dem Weg zur Oberstadt werden sie mitten auf dem oberen Steinweg hochgehen und mit den Füßen spüren, dass er seinen Namen zu Recht trägt. Die engen Gässchen Richtung Schloss werden etwas von Enge, Ärmlichkeit, aber auch Beschaulichkeit vermitteln. Die Ausmaße der Elisabethkirche, deren Baustil und Baugeschichte, werden durch Erklärungen, Umrunden, Betasten, Anfassen zu einem einfachen, aber gewaltigen Bauwerk. Die Gäste werden die Struktur eines Fachwerkes nachvollziehen können und vieles mehr.
Die Blindenstudienanstalt bedankt sich bei allen Beteiligten, vor allem bei den blinden und sehbehinderten Gästen, für ihre engagierte Mitarbeit und wertvolle Unterstützung und hofft auf viele Besucher, die dieses neue Angebot nutzen werden.
Interessenten wenden sich bitte an die
Marburg Tourismus & Marketing GmbH, Pilgrimstein 26, 35037 Marburg, Tel.: 06421/9912-0.
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