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Im Auftrag des Deutschen Vereins für Blinde und Sehbehinderte in Studium und Beruf e.V. (DVBS) transportierte der Auslandsdienst der Malteser Ortsgliederung Schröck Blindenhilfsmittel in eine Schule für Blinde und Sehbehinderte nach Sarajevo. Dieser Hilfstransport wurde von drei Studierenden durchgeführt, die sich ehrenamtlich engagieren. Im Folgenden lesen Sie einen Auszug aus ihrem Fahrtbericht.
Der Transport verließ den Schröcker Pfarrhof am 5. Oktober 2002 in Richtung Bosnien-Herzegowina. Nach einer Anreise mit Widrigkeiten an den jeweiligen Grenzübergängen, erreichten wir am Abend des 7. Oktobers unser Ziel, welches sich in unmittelbarer Nähe des UN- Stützpunktes von Sarajevo befindet.
Nach einer freundlichen Begrüßung durch den Direktor und einer deutschsprachigen Sozialarbeiterin besichtigten wir am nächsten Tag, nach der Übergabe der Hilfsgüter (Blindenschreibmaschinen, Papier, Folien, sprechende Küchenwaagen, Fieberthermometer und blindengerechte Spielsachen, etc.), die Räumlichkeiten der Schule. Diese wurde nach dem Krieg komplett wieder aufgebaut, da während der dreijährigen Belagerung Sarajevos die Frontlinie durch das Gelände der Schule verlief. Die Schule wurde vollständig zerstört und das Gelände vermint.
Die 60, teilweise mehrfach behinderten, Schülerinnen und Schüler des angeschlossenen Internats sind in neu hergerichteten Zimmern zu fünft untergebracht. Der Unterricht erfolgt vormittags in kleinen Lerngruppen zu jeweils fünf bis sechs Schülerinnen und Schülern, die von einer der 28 Lehrkräfte geleitet werden. Nachmittags steht es den Kindern frei, sich unterschiedlichen Neigungsgruppen anzuschließen. So gibt es zum Beispiel eine Schach- AG, Hauswirtschaft, Musiktherapie und Fußball. Letzteres findet im großzügigen Park statt, der zur Schule gehört und mit blindengerechten Pflanzen angelegt wurde.
Die älteren Kinder werden in einer Berufsschule auf ihr späteres Leben vorbereitet, generell wird im Erziehungskonzept der Schule besonderen Wert auf die Selbstständigkeit und Alltagsbewältigung gelegt. Das Angebot der Schule ist in Bosnien-Herzegowina einmalig. In Gesellschaft und Familie haben sehbehinderte oder blinde Kinder immer noch unter großen Nachteilen zu leiden und manche wachsen isoliert auf. Die Atmosphäre in der Schule ist nicht zuletzt deshalb so herzlich und offen, weil die Kinder sich hier in ihren Bedürfnissen zum ersten Mal wirklich akzeptiert und angenommen fühlen. Die Religion jedes einzelnen spielt im Umgang miteinander keine Rolle.
Es war eine interessante Erfahrung für uns, die weit über den eigentlichen Transportauftrag hinaus ging. Wir haben das Gefühl, dass humanitäres Engagement auf dem Balkan immer noch wichtig ist, auch wenn dieses Thema aus der öffentlichen Diskussion durch die Medien fast verschwunden ist.
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