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Manfred Fuchs: System der deutschen 6-Punkt-Stenografie für Blinde

Einleitung



Mit Entwicklung der Stenografiermaschinen ab 1930 wurden Regeln und Zusammenstellungen von Kürzungen geschaffen, so dass sich der Beruf des blinden Stenotypisten entwickeln konnte. 1943 hat die Deutsche Blindenstudienanstalt "Die deutsche Einheitsstenografie für Blinde" (System mit 6 Punkten) als Vereinigung der bis dahin unterschiedlichen Strömungen herausgegeben. 1952 wurde in der damaligen Deutschen Demokratischen Republik die Verhandlungsstenografie mit 7 Punkten eingeführt. 1961 erschien in der Deutschen Blindenstudienanstalt ein Regel- und Kürzungswerk zur Erweiterung der 6-Punkt-Stenografie durch die Punkte 7 und 8. Die deutsche Einheitsstenografie für Blinde wurde aufgrund von Beschlüssen der damaligen Arbeitsgemeinschaft "Deutsche Einheitsstenografie für Blinde" im Frühjahr 1974 sowie im Frühjahr 1975 ergänzt bzw. geändert.

Alle Systeme der Brailleschrift haben seit ihren Anfängen verschiedene Reformprozesse durchlaufen. Bei parallel durchgeführten Reformen der 6-Punkt-Stenografie wirkte in der damaligen DDR die 7-Punkt-Stenografie stark auf das 6-Punkt-System ein, während man sich im restlichen deutschsprachigen Raum bemühte, die Unterschiede zur ebenfalls reformierten Braillekurzschrift so gering wie möglich zu halten. Dies führte zwangsläufig zu unterschiedlichen Ausprägungen der 6-Punkt- Stenografie.



Reform 2002



Im Auftrag der "Brailleschrift-Kommission der deutschsprachigen Länder (BSK-DL)" hat sich im Jahre 2000 eine Arbeitsgruppe gebildet. Dieser Arbeitsgruppe gehörten die Damen Margrit Hoefert, Düren, Petra Joas, Gerbrunn/Würzburg, Gisela Lamschick, Chemnitz, Gisela Lütgens, Marburg und die Herren Jörn Ernst, Marburg, Gerd Sandig, Leipzig sowie als Leiter der Arbeitsgruppe Herr Erich Schmid, Wien, an. Nach langer intensiver Arbeit konnte die Arbeitsgruppe das neue Regelwerk "System der deutschen 6-Punkt- Stenografie für Blinde" verabschieden. Damit gelang es, die beiden im deutschsprachigen Raum verwendeten Stenografiesysteme zu vereinheitlichen. Gleichzeitig wurden die notwendigen Anpassungen an die neue deutsche Rechtschreibung und an die Reform der deutschen Blindenschrift von 1998 vorgenommen.

Die Deutsche Blindenstudienanstalt gibt das neue Regelwerk in Blindenschrift (Bestellnummer: 4212) und in Schwarzschrift (Bestellnummer: 7604) als Teil 21 ihrer Reihe "Marburger Systematiken der Blindenschrift" heraus.



Schriftartkürzel



Die Reformen der Stenografieschrift machen es notwendig, eine Definition der in Listen und Aufstellungen verwendeten Schriftartkürzel festzulegen.

Die Deutsche Blindenstudienanstalt wird in ihren Listen nach Absprache mit Herrn Schmid analog zu den Kürzeln aufgrund der Reform der deutschen Blindenschrift 1998 folgende Schriftartkürzel für Stenografietexte verwenden:

st. = Stenoschrift vor 1974

rst. = Stenoschrift von 1974 bis 2002

st.02 = Stenoschrift nach der Reform 2002

Als Ergänzung und zur Vervollständigung finden Sie hier ebenfalls die übrigen verwendeten Schriftartkürzel:

k. = Kurzschrift (bis 1971)

rk. = reformierte Kurzschrift (ab 1972; modifiziert ab 1984)

v. = Vollschrift rv. = reformierte Vollschrift (ab 1972; modifiziert ab 1984)

V.98 = Vollschrift für alte Rechtschreibung gemäß den Wiener Beschlüssen von 1998

K.98 = Kurzschrift für alte Rechtschreibung gemäß den Wiener Beschlüssen von 1998

VR. = Vollschrift für neue Rechtschreibung gemäß den Wiener Beschlüssen von 1998

KR. = Kurzschrift für neue Rechtschreibung gemäß den Wiener Beschlüssen von 1998



Schlussbemerkung und Dank



Das Werk "System der deutschen 6-Punkt-Stenografie für Blinde" ist Teil einer Reihe. Gerne senden wir Ihnen eine Liste in Punkt- oder Schwarzschrift bzw. als E-Mail über alle Systematiken und Übungsbücher zu. Bitte fordern Sie Ihre kostenlose Liste an, telefonisch unter 06421/60.64.17, per Fax unter 06421/60.64.61 oder per E-Mail unter bestellservice@blista.de. Informationen über unser Angebot finden Sie auch unter www.blista.de im Internet.

Ich möchte es nicht versäumen, auch in diesem Rahmen dem Leiter der Arbeitsgruppe Herrn Schmid und den Mitgliedern der Arbeitsgruppe für ihre investierte Zeit und geleistete Arbeit zu danken.

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