



Suchen Sie in horus aktuell, unserem Newsletter, und horus online, unserer Vereinszeitschrift:
Liebe Leserinnen und Leser, liebe Mitglieder,
Mut, das ist eine Eigenschaft, die die veröffentlichten Medien in letzter Zeit immer häufiger bei unseren Politikerinnen und Politikern einfordern. Sie tun das vor allem, wenn es darum geht, soziale Sicherungssysteme umzubauen und Sozialleistungen zu kürzen oder ganz abzuschaffen. Die Verantwortlichen lassen sich mit Ideen dazu nicht lumpen, wie tagtäglich in Presse und elektronischen Medien zu sehen und zu hören ist.
Was ich schmerzlich vermisse, das ist der Mut, auch einmal zu sagen, dass und welche Sozialleistungen unverzichtbar sind und dass sozialer Friede und gleichberechtigtes Miteinander der Menschen Werte sind, die es zu erhalten gilt und nicht solche, auf die wir getrost verzichten können.
Der Gesellschaft droht ihr sozialer Kitt abhanden zu kommen. Wenn das geschieht, wird sie eines Tages heftig mit den Zähnen klappern. Das nicht nur offen auszusprechen, sondern auch in die eigene politische Arbeit zu transportieren, dazu fehlt den Sozialpolitikerinnen und -politikern derzeit jede Courage!
Mehr Mut hatten demgegenüber diejenigen, die in Bremen im Sommer dieses Jahres erstmals eine Sommeruni für behinderte Menschen unter dem etwas sperrigen Motto "Disability Studies - Behinderung neu denken" veranstalteten. Wie ich aus einer ganzen Reihe von Gesprächen weiß, haben auch wir beim Miteinander zwischen verschiedenen behinderten Menschen und beim Verständnis ihrer durchaus von unserer Wahrnehmung abweichenden Lebenswelt häufig noch erheblichen "Nachholbedarf", den solche Veranstaltungen durchaus abmildern können.
Warum nicht behinderten Menschen in den Workshops der Sommeruni, die ausschließlich für Behinderte zugelassen waren, ein solcher Erkenntnisschub nicht zuteil werden durfte, ist für mich allerdings nicht erklärlich.
Aber nicht nur die Welt der anderen, sondern auch das Analysieren unserer eigenen Lebenslagen mit ihren ganz verschiedenen Dimensionen, erfordert Mut, wie sich für mich eindrucksvoll aus dem Aufsatz von Glofke-Schulz (siehe Seite 601 ff.) ergibt.
Wir werden ihn in den anstehenden Auseinandersetzungen um Blindengeld und die anderen Sozialkürzungen, die uns zusätzlich in gleicher Weise betreffen wie nicht behinderte Menschen auch, bitter nötig haben. Dass wir ihn um der Sache, aber auch um unserer selbst Willen nicht sinken lassen, das wünscht sich, Ihnen und Euch
Ihr und Euer
Uwe Boysen
Zurück zum Inhalt von 5/2003 |horus im Überblick
Startseite
|
Kontakt
|
Impressum |
Hilfe