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Liebe Leserinnen und Leser, liebe Mitglieder,
das Jahr 2004 stellt für den DVBS den Beginn einer großen, neuen Herausforderung dar. Andreas Bethke verlässt den Verein nach mehr als 8-jähriger Tätigkeit als unser Geschäftsführer und wechselt zum Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverein (DBSV) nach Berlin. Sein Nachfolger, Michael Richter, wird es nicht leicht haben, zusammen mit dem Team der Geschäftsstelle und insbesondere zusammen mit Michael Herbst, der eine Reihe von Aufgaben der Geschäftsführung übernehmen wird, die Stiefel zu füllen, in denen sich Andreas so gewandt bewegt hat.
Stiefel füllen muss aber auch der neue Vorstand, der im Mai bei unserer Mitgliederversammlung gewählt wird; denn Dr. Otto Hauck wird nach 25 Jahren erfolgreicher Tätigkeit als Vereinsvorsitzender aus dem Vorstand ausscheiden, und ihn zu ersetzen, ist sicherlich noch eine größere Herausforderung und Last.
Mich treibt aber im Augenblick, wo ich diese Zeilen zu Papier bringe, noch eine andere Sorge um. Da neben Otto Hauck auch Rita Schwörer für den Vorstand nicht mehr zur Verfügung stehen wird, gilt es, mindestens zwei neue Vorstandsmitglieder zu küren. Natürlich haben sich diejenigen, die weiter bereit sind, Vorstandsarbeit zu leisten, auch Gedanken über geeignete Kandidatinnen und Kandidaten für diesen verantwortungsvollen Job gemacht und zu diesem Zweck diverse Gespräche geführt. Leider mussten wir dabei nicht selten Absagen einstecken.
Natürlich vermochten alle Betroffenen intelligent und eloquent ihre jeweilige Belastung darzustellen und zu verdeutlichen, warum Vorstandsarbeit für sie nicht in Betracht komme, und in vielen Fällen waren und sind diese Argumente auch kaum von der Hand zu weisen.
Gleichwohl bleibt bei mir ein etwas trauriges Gefühl zurück: Einerseits hat dieser Verein während seiner Existenz seine Daseinsberechtigung überzeugend demonstriert und viele Anstöße gegeben, ohne die das deutsche Blinden- und Sehbehindertenwesen heute nicht das wäre, was es ist. Andererseits sind heute vielleicht mehr als in den letzten 30 Jahren neue Gedanken, aber auch Beharrlichkeit bei der Verteidigung und in zweiter Linie beim Ausbau der Positionen unserer Behindertengruppe vonnöten.
In einer Zeit, in der nur gehört wird, wer eine Massenmobilisierung auch über die Medien erreichen kann, müssen wir dringend nach neuen Wegen suchen, unsere Sache, die Sache der Selbsthilfe und der Behauptung unserer Lebenswelt, zu vertreten. Da darf niemand aus unseren Reihen zurückstehen!
Jede und jeder von Ihnen und Euch sollte sich an diesem Jahresende einmal einige Minuten nehmen und sich fragen, was sie oder er zum Leben dieses Vereins beitragen kann und wohin die Arbeit dieses Vereins gehen soll oder muss.
Nur wenn wir gemeinsam über diese Dinge nachdenken, wird der DVBS auch die nächsten sicherlich nicht leichten Jahre meistern können.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und uns ein gutes neues Jahr.
Ihr und Euer
Uwe Boysen
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