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Aktionswoche unter dem Motto "Blindheit verstehen, Blindheit verhüten" nach bundesweit über 80 Veranstaltungen in Berlin beendet
Mit einer Protestaktion und einer Lesung für Blinde ist die "Woche des Sehens" in Berlin am Tag des weißen Stockes, dem Aktionstag der Blinden (15.10.), offiziell beendet worden. Dabei stand rund um die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in Berlin alles im Zeichen der Blindheit. Schon am Vormittag versammelten sich zahlreiche Blinde, um gegen die vom Berliner Senat geplante Kürzung des Blindengeldes zu protestieren. Mittags las Gudrun Landgrebe vor blinden Besuchern, bevor an Computern dargestellt wurde, wie Blinde im Internet surfen.
Vor der Kirche konnten sich Passanten auf einem bunten Info-Markt über die Angebote der Partnerorganisationen informieren: Vom Sehtest der Augenoptiker über Glaukom-Beratung der Augenärzte und Informationen der Blindenverbände bis zum Erlebnisgang der Christoffel-Blindenmission, in dem Sehende die täglichen Probleme Blinder nachempfinden können.
Thematisch bestimmt wurde der diesjährige Tag des weißen Stockes durch die Pläne einiger Landesregierungen, das Blindengeld drastisch zu kürzen. Der selbst blinde Präsident des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes Jürgen Lubnau dazu: "Blinde haben wegen ihrer Behinderung einen finanziellen Mehraufwand. Sie müssen sich beispielsweise Post vorlesen oder in Blindenschrift übertragen lassen. Sie brauchen besondere Software und zusätzliche Hilfsmittel, um am Computer arbeiten zu können. Diese Mehrkosten, die Voraussetzung zur Integration in die Gesellschaft sind, wurden seit vier Jahrzehnten durch das Blindengeld ausgeglichen. Wir werden nicht zulassen, dass wir in die Zeit zurückfallen, als Blinde reine Objekte der Fürsorge waren!"
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