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Das Projekt "Barrierefrei Informieren und Kommunizieren" (BIK) hat in den sechs Beratungsstellen seit 2002 bereits Hunderte von Websites geprüft. Aber es sind nicht nur Websites, die Barrieren für Blinde und Sehbehinderte enthalten. Viele Software-Anwendungen sind von Blinden und Sehbehinderten nur teilweise oder gar nicht nutzbar. Der folgende Bericht einer Prüfung zeigt anhand des Duden-Wörterbuchs auf CD-ROM die typischen Probleme der Zugänglichkeit.
Die Prüfung des Duden "Deutsches Universalwörterbuch" auf CD-ROM (PC-Bibliothek 3.0 Rev.5) erfolgte durch den Hamburger BIK-Berater, Thomas Mayer und den DIAS-Mitarbeiter Carsten Albrecht. Die Software wurde auf einem Windows 2000 SP3 System sowohl mit Blindows 3.1 als auch mit Jaws 5.0 Beta und Microsoft Active Accessibility 2.0 SDK getestet.
Die Installations-Routine muss durch Aufrufen der Datei SETUP.EXE im Stammverzeichnis der CD-ROM gestartet werden. Nach dem notwendigen Neustart des Systems startet automatisch das Programm PC-Bibliothek Direktsuche. Die PC-Bibliothek, also die eigentliche Recherche und Ansichtsoberfläche, muss vor der ersten Nutzung noch mit den Daten der CD-ROM gefüttert werden. Dieser, eher umständliche, Installationsprozess wird nur im Begleitheft der CD-ROM und nicht in der liesmich.txt Datei dokumentiert.
Die PC-Bibliothek fungiert als eine Art grafische Oberfläche für die Recherche im Datenbestand des Universalwörterbuchs oder im Datenbestand anderer Titel. Die Software kann mit vielen verschiedenen Nachschlagewerken von Brockhaus, Duden, Meyer und Langenscheidt zusammenarbeiten. Entsprechend können bei Recherchen in der Symbolleiste Bücher ausgewählt werden.
Das Hauptprogramm der Anwendung bietet im Menüpunkt "Ansicht" zwei verschiedene Ansichtsmodi:
Da sich für jeden Eintrag ein neues Fenster öffnet entsteht jedoch schnell der Eindruck einer gewissen Unübersichtlichkeit. Mit den umfangreichen Befehlen aus dem Menü "Fenster" (z. B: "Aufräumen") kann hier aber Abhilfe geschaffen werden. Zudem ist es möglich mittels Tastaturbefehl oder Menüleiste in den offenen Fenstern zu navigieren.
Die Darstellung der Einträge erfolgt als Text. Die Übernahme in andere Anwendungen ist daher möglich.
Das Fenster der Direktsuche ist mit nicht standardkonformer Oberfläche gestaltet. Die grafische Oberfläche bietet weder die Möglichkeit einer Tastatursteuerung noch "Tool-Tipps". Die Schaltflächen sind zudem sehr klein dimensioniert und kontrastarm (grau auf weiß).
Da die Direktsuche nicht in der Task-Leiste oder im Systemtray auftaucht, bleibt sie für Screenreader Nutzer "unsichtbar". Nur mittels Funktionen wie dem virtuellen Cursor ist das Fenster erkennbar. Eine weitere Nutzung ist allerdings dann nicht möglich.
Individuelle systemweite Farbeinstellungen werden, abgesehen von einem einzelnen Texteingabefeld, in der Direktsuche nicht unterstützt. Durch die geringe Größe des Fensters und die eng beieinander liegenden, sehr kleinen Schaltflächen, erweist sich die Bedienung als sehr schwierig.
Abgesehen von dem Installationsprozess ist die Anwendung sehr gut und ausführlich dokumentiert. Das Handbuch wird als Worddokument und als PDF angeboten. Die Hilfe-Funktionen des Programms entsprechen den Windows-Konventionen.
Fazit: Für die Bedienung des Universalwörterbuchs mit Braille und Sprache ist der Expertenmodus am besten geeignet. Auch für Sehbehinderte dürften Normalansicht und Direktsuche häufiger mit Barrieren behaftet sein. Im Expertenmodus ist sichergestellt, dass alle Funktionen zumindest zugänglich sind. Eine intuitive Nutzung des Wörterbuchs ist allerdings wegen des komplexen Funktionsumfangs nicht gewährleistet.
Weitere Informationen
Blinden- und Sehbehindertenverein Hamburg e. V.
BIK Regionale Beratung Hamburg
Thomas Mayer
Holsteinischer Kamp 26
22081 Hamburg
Telefon: (040) 40186127
E-Mail: hamburg@bik-online.info
Web: www.bik-online.info
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