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Im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Arbeit wurde von der Universität Münster sowie zwei Tourismusberatungsunternehmen eine Studie über die "ökonomischen Impulse eines barrierefreien Tourismus für alle" erstellt. Die jetzt vorgelegte Kurzfassung mit ersten Ergebnissen
wurden am 16.12.2003 in einem Workshop im Besucherzentrum der Bundesregierung mit etwa 100 Teilnehmern aus Kreisen der Tourismuswirtschaft und der Behindertenverbände diskutiert.
Alle Teilnehmer begrüßten, dass nun endlich einmal nachgewiesen würde, dass die Herstellung von Barrierefreiheit auch wirtschaftlich sinnvoll sei.
Der deutsche Tourismusverband kritisierte, dass es keine überprüfbaren Qualitätskriterien für Barrierefreiheit gebe, dies sei aber die wichtigste Voraussetzung für die Schaffung eines Gütesiegels. Leider, so der DTV, seien sich hinsichtlich der Qualitätskriterien auch die Behindertenverbände untereinander nicht einig, so dass die Tourismuswirtschaft nicht wisse, wie sie ihr Angebot ändern müsse.
Skeptisch äußerte sich in dieser Hinsicht auch der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband, der im übrigen mehr auf die mentalen Vorbehalte der anderen (nichtbehinderten) Gäste hinwies und mehr Personalschulung für wünschenswert erklärte.
Ute Mütze forderte für den Berliner Blinden- und Sehbehindertenverband sowie den DVBS die Schaffung von Leitlinien, damit für Wirtschaft und Verwaltung mehr Transparenz geschaffen würde und die Fortschritte bei der Schaffung von Barrierefreiheit überprüft werden könnten. Diese Forderung stieß, obwohl es sich um eine der zentralen Handlungsempfehlungen des Gutachtens handelt, auf deutliche Vorbehalte auf Seiten des Auftraggebers.
Fazit: Es scheint dringend notwendig zu sein, dass sich zunächst die Blinden- und Sehbehindertenverbände, später alle Behindertenverbände, auf Qualitätskriterien zur Beurteilung von Barrierefreiheit beim Reisen und am Zielort einigen. Dies ist die wichtigste Voraussetzung, um auch Zielvereinbarungen mit der Tourismuswirtschaft abschließen zu können. Gleichzeitig sollten die Verbände die Bundesregierung oder den Tourismusausschuss des Bundestages auffordern, entsprechende Leitlinien zu veröffentlichen. Die Bundestagsparteien sind offensichtlich für das Thema sensibilisiert. So hat die SPD im August ihren Tourismustag dem Thema "Barrierefreies Reisen" gewidmet, und auch Die Grünen hatten im Dezember eine Konferenz zu diesem Thema abgehalten.
Die Langfassung der Studie erscheint Anfang 2004.
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