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Schon ein Vierteljahrhundert ist Jürgen Hertlein nun Direktor der Deutschen Blindenstudienanstalt (blista). Anlässlich dieses Jubiläums findet heute im Speisesaal der blista eine Jubiläumsfeier statt. Vom 1. September 1978 bis heute erlebte Jürgen Hertlein sowohl Höhen als auch Tiefen bei seiner Tätigkeit und veränderte das Bild der blista nachhaltig.
Der 1942 in Mannheim geborene jetzige Direktor der Deutschen Blindenstudienanstalt, Jürgen Hertlein, absolvierte zunächst das Studium als "Grund- und Hauptschullehrer", ehe er an der Universität in Heidelberg eine Weiterbildung zum "Blinden- und Sehbehindertenlehrer" abschloss. Dieser Tätigkeit ging er dann von 1968 an in Würzburg nach, bevor er von 1973 bis 1978 Direktor an der dortigen Blindeninstitutsstiftung wurde.
Am 1. September 1978 begann Jürgen Hertlein als Direktor der Deutschen Blindenstudienanstalt in Marburg. "Mich lockte die reizvolle Aufgabe, die blista aus der Krise zu führen", begründet Jürgen Hertlein seinen Wechsel an die Lahn. "Es war und ist eine große Schule mit internationalen Kontakten, wodurch man auch intellektuell gefordert wird", führte Hertlein zur damaligen neuen Aufgabe aus. Und dann in Marburg angekommen, begann Hertlein bei der blista zu wirken. "Eine meiner größten Aufgaben war es, die Schülerinnen und Schüler in angemieteten Häusern und Wohnungen im Stadtgebiet von Marburg unter zu bringen", blickt Hertlein auf seine Anfangsphase zurück. Damals wohnten die Schüler noch auf dem blista-Gelände.
Durch den Umzug wurden die blinden und sehbehinderten Schülerinnen und Schüler im Stadtbild der Universitätsstadt präsenter und heute gehören sie wie eine Selbstverständlichkeit zum Stadtbild. Diese "Dezentralisierung" brachte ihnen im Laufe der Zeit mehr Selbstbewusstsein, eine Menge Selbstständigkeit und Selbstvertrauen. Sie gehen alleine Einkaufen, besuchen Gaststätten, Kinos, Theater oder Konzerte, bilanziert Hertlein die Gewohnheiten seiner Schüler. "Die Stadt kam uns mit der Einrichtung von Ampeln mit akustischem Signal oder der Meldung von Baustellen im Stadtgebiet dabei auch entgegen", bedankt sich Hertlein für die Unterstützung der Stadt Marburg.
"Da die blista dann Anfang der 80er Jahre auch sehbehinderte Schüler aufnahm, gliederten wir unsere Fabrik vom blista-Gelände nach Wehrda aus", berichtet der Direktor über weitere Veränderungen zu Beginn seines Wirkens. Und auch die Rehabilitationseinrichtung für Blinde und Sehbehinderte (RES) baute die Blindenstudienanstalt weiter aus. "Zu Beginn meiner Zeit in Marburg hatte die RES nur vier Mitarbeiter und heute sind es fünfzig", so der "blista-Chef".
"Natürlich gibt es in einer solchen langen Zeit auch Tiefpunkte, doch die haben wir gemeistert", sagt der heute 61Jährige zu einer finanziellen Krise Anfang der 90er Jahre. Die damalige hessische Landesregierung unterstützte die blista und half aus der Krise.
Doch sammelte der Sportbegeisterte auch eine Reihe von schönen Erlebnissen in seinen fünfundzwanzig Jahren. "Eines meiner schönsten Erlebnisse war 1984 der Aufenthalt bei den Paralympics in New York", sagt Hertlein strahlend. "Da waren die Athleten der SSG erfolgreich und es hat einfach alles gepasst", fährt er weiter fort. Hat er doch in all seinen Jahren die Sehgeschädigten Sportgemeinschaft der Deutschen Blindenstudienanstalt (SSG Blista) tatkräftig unterstützt.
Und nun wird am heutigen Abend in der blista mit zahlreichen Gästen dieses Dienstjubiläum gefeiert. Dazu sind viele seiner Weggefährten eingeladen, um mit ihm zusammen bei einem kulturellen Programm und einem kleinen Imbiss zu feiern.
(Aus der Marburger Neuen Zeitung (MNZ) vom 21.11.2003)
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