



Suchen Sie in horus aktuell, unserem Newsletter, und horus online, unserer Vereinszeitschrift:
Die Marburger blista soll stärker an EU-Programmen teilnehmen
Als die Ausstellung im Foyer des Europäischen Parlaments eröffnet wurde, waren diesem Ereignis wochenlange Vorbereitungen der Marburger Blindenstudienanstalt (blista) und dreier anderer europäischer Schulen vorausgegangen. Eine Woche lang waren die Skulpturen und Bilder von Blinden und Sehbehinderten aus Marburg, Wien, Krakau und Madrid dann im Europaparlament zu sehen und zu betasten.
Anna Echternacht, Lehrerin an der Carl-Strehl-Schule (Gymnasium der blista) war im Vorfeld nach Brüssel gefahren, um sich mit der Örtlichkeit vertraut zu machen und ein Ausstellungskonzept zu entwickeln. Schließlich wurden die in Marburg zwischengelagerten Kunstobjekte per Bus nach Brüssel gebracht und dort ansprechend präsentiert. Hochrangiger Besuch war anwesend, unter anderem die nordhessische Europaabgeordnete Barbara Weiler (SPD), Schirmherrin der Ausstellung, und Gerhard Schmidt, Vizepräsident des Europaparlaments.
Aus Marburg waren vor allem Plastiken zu sehen, wie etwa ein großes Tonschiff, eine Gemeinschaftsarbeit der Siebtklässler der Carl-Strehl-Schule, die im Rahmen des Kunstunterrichtes entstanden war.
Jürgen Hertlein, Direktor der blista, betont, dass diese Zusammenarbeit im europäischen Rahmen kein Einzelfall bleiben soll. Er betrachtet die Veranstaltung vielmehr als Türöffner, um auch weiterhin an Programmen und Fördermaßnahmen der EU teilnehmen zu können. Besondere Unterstützung erfuhr die blista durch die ehemalige Europaabgeordnete Irene Soltwedel-Schäfer (Grüne), die bei der ersten Kontaktaufnahme vermitteln konnten.
Geplant ist etwa ein Projekt unter dem Namen "Netzwerk", das mit Fördermitteln der Europäischen Union (EU) eine europaweit einheitliche Software für Blinde entwickeln soll, um den internationalen Austausch und Studienplatzwechsel zu erleichtern. Im Rahmen des Programms "Leonardo" zur Förderung der Kunst soll der Kunstaustausch zwischen den verschiedenen Blindeninstitutionen verstärkt werden. Schon bei der Ausstellung in Brüssel hätten sich sehr fruchtbare Ansätze gezeigt, so Hertlein.
Langfristig soll die Carl-Stehl-Schule, das einzige Gymnasium für Blinde im deutschsprachigen Raum, das von der fünften bis zur 13. Klasse führt, zu einer Europaschule ausgebaut werden. Vorbild hierfür ist die Europaschule in Brüssel mit Schülern aus 16 Nationen, die Hertlein im Rahmen der Ausstellungseröffnung besichtigen konnte.
Aus der Marburger Neuen Zeitung (MNZ) vom 25.11.2003
Zurück zum Inhalt von 1/2004 |horus im Überblick
Startseite
|
Kontakt
|
Impressum |
Hilfe