horus

Startseite > horus & Broschüren > 2/2004

horus & Broschüren

Suche

Suchen Sie in horus aktuell, unserem Newsletter, und horus online, unserer Vereinszeitschrift:

Suchbegriff:

Suchen in:


Uwe Boysen: Vorangestellt

Liebe Leserinnen und Leser, liebe Mitglieder,

neulich erreichte den Vorstand die Austrittserklärung eines - nunmehr früheren - Mitglieds. Ich thematisiere das hier nur deshalb, weil als Grund angegeben wurde, der DVBS kümmere sich nicht um seine sehbehinderten Mitglieder. Ist dieser Vorwurf berechtigt? Spielt das "S" in unserem Namenskürzel nur eine untergeordnete Rolle, vielleicht weil es dessen letzter Buchstabe ist?

Das wäre schlimm; denn immerhin werden mehr als 40 % der DVBS-Mitglieder in unserer Statistik als sehbehindert geführt und das mit steigender Tendenz, der Augenheilkunde sei Dank. Entsprechend könnte man formulieren: Die sehbehinderten sind die Zukunft der Blindenselbsthilfe. Dass und welche Probleme mit diesem Status verbunden sind, hat eindrucksvoll auch in diesem Jahr das Sehbehindertenseminar gezeigt, das der DVBS seit mehr als zehn Jahren unter dem Titel "Nicht sehend - nicht blind" mit großem Erfolg veranstaltet. Nun macht ein Seminar keinen Frühling und erst recht keinen Sommer, auch wenn es jährlich abgehalten wird.

Hinzu kommen aber Aktivitäten des Gemeinsamen Fachausschusses für die Belange Sehbehinderter, den der DVBS federführend für die deutsche Blindenselbsthilfe ins Leben gerufen hat, oder die Einrichtung des Tags der Sehbehinderten am 6. Juni. Früh hat der DVBS sich weiter für die Einführung eines Sehbehindertengeldes eingesetzt, das es bedauerlicherweise bisher nur in einigen Bundesländern gibt. Früh hat der DVBS sich weiter für die Einführung eines Sehbehindertengeldes eingesetzt, das es immerhin in einigen Bundesländern gibt. Er hat diese Position auch bei den jetzt angestellten Überlegungen zur Reform des Blindengeldes erneut - und mit Erfolg - vertreten. Dass diese Forderungen nicht immer kurzfristig umsetzbar sind und dass es auch gegenüber befreundeten Verbänden nicht immer einfach war, sie zu transportieren, ist nicht wegzudiskutieren. Der DVBS muss sich aber nach meiner Einschätzung nicht so sehr zu geringe Aktivitäten zugunsten der sehbehinderten Mitglieder vorwerfen lassen, sondern eher, dass es vielleicht zu wenig gelungen ist, diese auch in den Verein hinein deutlich zu machen; denn die besten Aktionen und Überlegungen nützen wenig, wenn sie nur verschwommen wahrgenommen werden (was nicht an einer Sehbehinderung liegen muss).

Auch andere Projekte unseres Vereins und der DBStA blühen gelegentlich mehr im Dunklen. Ich denke hier an unsere Entwicklungshilfe. Nicht viele von Ihnen und Euch werden wissen, dass der DVBS höhere Bildung für blinde Mädchen und Frauen in Indien finanziert, sich nach wie vor den Projekten von Dr. Brandt zur Verfügung stellt, der mit sog. Eyecamps bemüht ist, Blindheit zu verhüten und dass wir nun auch, wie im Beitrag von Norbert Kather nachzulesen, in Kenia aktiv sind. Ich halte solches Engagement auch in Zukunft für unverzichtbar und kann nur alle, die ein wenig Kraft und Zeit erübrigen können, dazu auffordern, sie für blinde und sehbehinderte Menschen in der Dritten Welt einzusetzen. Sie brauchen unsere Solidarität genau so, wie wir sie von anderen für unsere Belange einfordern, und wir werden um so glaubwürdiger, je mehr wir selbst in der Lage sind zu helfen und zu teilen.

Denken wir gemeinsam darüber nach, wie wir hier noch besser werden können.

Darüber würde sich freuen

Ihr und Euer
Uwe Boysen

Zurück zum Inhalt von 2/2004 |horus im Überblick

[Startseite]  Startseite  | [Kontakt]  Kontakt  | [Impressum]  Impressum | [Hilfe]  Hilfe