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"Es macht Spaß, einem guten alten Bekannten einmal öffentlich Dankeschön sagen zu können", eröffnete Oberbürgermeister Dietrich Möller (CDU) gestern im historischen Sitzungssaal des Marburger Rathauses seine Laudatio auf Rainer Witte. In Anerkennung seines langjährigen ehrenamtlichen Engagements wurde der 63-jährige aus Marburg-Wehrda mit dem Bundesverdienstkreuz am Band geehrt.
Witte habe sich in einem Bereich engagiert, in dem blinde Menschen in der Stadt von seiner Arbeit profitiert hätten, sagte der Oberbürgermeister. Als Beispiel nannte er ertastbare Stadtpläne und Landkarten sowie touristische Hinweise und Speisekarten in Blindenschrift. Diese sogenannten taktilen Medien seien in der Zeit entwickelt worden, als Rainer Witte im Oktober 1978 seine Tätigkeit als wissenschaftlicher Bibliothekar und Dokumentar bei der Deutschen Blindenstudienanstalt aufgenommen habe, sagte Möller.
Im Laufe seiner Tätigkeit wurde der Geehrte zunächst Ressortleiter für den Medienbereich, der zur damaligen Zeit noch die Blindendruckerei in Wehrda sowie die Blindenbibliotheken und Dokumentationsbibliotheken der Blista umfasste. Von 1980 bis 1990 leitete er die Blindeneinrichtung als stellvertretender Direktor. Nach der Trennung der Bereiche Druckerei und Bibliothek im Jahre 1990 avancierte Witte, der sich heute in der "Ruhephase" genannten Altersteilzeit befindet, die Bibliotheken.
Zu der "langen Liste" der ehrenamtlichen Tätigkeiten gehörten nach den Worten Möllers die Gründung und der Vorsitz des Vereins zur Förderung blinder Schüler und Studenten in der Volksrepublik China. Bei dieser Arbeit hat Witte sich um Projekte für Blindenbildungseinrichtungen in Fernost gekümmert.
Weitere besondere Verdienste, so der Laudator, habe sich der Geehrte als Mitbegründer des "Round Table" der Blindenbibliotheken der International Federation of Library Associations and Institutions, als Mitglied der ständigen Konferenz der Blindenbibliotheken, als Mitglied der internationalen Kurzschriftkommission und in der Arbeitsgruppe Blindenschrift erworben.
In allen Bereichen des Blindenwesens und der Blindenförderung sei Rainer Witte national und international als Experte anerkannt und habe der Blindenstudienanstalt für ihr einmaliges Rehabilitationsangebot internationale Reputation gebracht, schloss Möller seine Ausführungen.
(Aus: Marburger Neue Zeitung vom 17.01.2004)
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