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Sieg bei den Torball-Welttitelkämpfen in Buenos Aires: Christiane Möller mit Deutschland Weltmeister

Christiane Möller, Sportlerin der Sehgeschädigten Sportgemeinschaft Deutsche Blindenstudienanstalt (SSG Blista) Marburg wurde in der vergangenen Woche mit der Deutschen Torball-Damen-Nationalmannschaft in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires Weltmeisterin. Das deutsche Herrenteam, in dem David Georgi die SSG-Farben vertrat, kam auf Grund von Verletzungen nicht über Rang fünf hinaus.

Verletzungsbedingt mussten die Deutschen Herren gleich auf zwei Spieler verzichten. Thomas Betzl (Landshut) zog sich beim Joggen eine anderthalb Zentimeter lange Risswunde zu und fiel damit aus. Und SSG-Sportler David Georgi hatte mit seinem rechten Arm Probleme und somit kam der "Technik-Spezialist" nur zu sporadischen Einsätzen. Nicht zuletzt durch diese Schwächung verpasste das deutsche Herrenteam mit den weiteren Akteuren Hans Demmelhuber (Landshut), Georg Kellerer (München), Michael Meyer (Hannover) und Markus Schönbach (Frankfurt) die Halbfinalteilnahme und belegte nur Rang fünf. Verdienter Weltmeister wurden die Gastgeber, die seit fünf Monaten täglich intensiv zusammen trainierten.


Drei Pleiten folgt rettender Kantersieg


Die deutschen Damen erwischten in der nach dem Modus "Jeder gegen Jeden" ausgetragenen Vorrunde einen schlechten Start. Gegen die Schweiz (3:4) und gegen Frankreich (3:5) kassierten sie gleich zwei Niederlagen, ehe Conny Dietz (Dortmund), Renate Hundsberger (München), Christa Pecks (Dortmund), Daniela Garbauer (Dortmund), Stephanie von Bogen (Hannover) und die Marburgerin Christiane Möller mit einem 3:3 gegen Argentinien den ersten Punkt holten.

"Durch zu viele Strafwürfe hatten wir doch noch einen Punkt verloren", sagte Christiane Möller nach dem Spiel. Doch als das deutsche Team von Sibylle Seeliger gegen Österreich eine 1:8-Pleite einstecken musste, war klar, dass nur ein Kantersieg gegen Uruguay die Halbfinalteilnahme möglich machen würde. Und diesen landeten Möller und Co. dann auch mit 14:0. Letztlich qualifizierten sich die Deutschen Damen haarscharf dank des besseren Torquotienten gegenüber Argentinien. Was das deutsche Team zunächst kaum glauben wollte. Hatten sie sich doch schon ob der schlechten Leistung fast mit dem Vorrunden-Aus abgefunden.

Doch wie es manchmal so ist, stand plötzlich ein ganz anderes deutsches Team gegen Österreich im Halbfinale auf dem Spielfeld. Zwar lag Deutschland schnell mit 0:1 zurück, doch dann stand die Abwehr souverän und die Offensive zeigte die gewohnten Stärken, so dass am Ende ein klarer 4:1-Sieg heraussprang. "Wir haben es geschafft, uns in der Mannschaft endlich zusammen zu reißen und wir haben endlich das gespielt, was wir können", begründete Möller den Finaleinzug.


Entscheidendes Tor 7 Sekunden vor Schluss


Dort trafen die Deutschen auf Frankreich, das sich im zweiten Semifinale mit 4:2 gegen die Schweiz behauptet hatte. Doch die frühe Führung durch Conny Dietz konnten die Franzosen noch vor dem Seitenwechsel zum 1:1 ausgleichen. Sieben Sekunden vor dem Ende war es erneut Conny Dietz, die mit ihrem zweiten Treffer ihre Mannschaft zum Weltmeistertitel schoss. "Ich kann es gerade nach der schlechten Vorrunde immer noch nicht glauben, dass wir Weltmeister geworden sind", war die 22-jährige Jurastudentin Christiane Möller nach dem grandiosen, wie letztlich unverhofften Erfolg restlos glücklich.

Aus: MNZ vom 08.03.2004

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