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Siegfried Meister: Dr. Ernst Dorner zum 90. Geburtstag

Von 1938 bis 1978 war er, der im Alter von 16. Jahren an den Folgen eines Fahrradunfalles erblindete, als Blindenlehrer an der Schule der Blindenanstalt Nürnberg tätig. Bereits zu Beginn der 30iger Jahre stieß Ernst Dorner zur Blindenselbsthilfe und lernte so die Gründer des Bayerischen Blindenbundes (heute Bayerischer Blinden- und Sehbehindertenbund) kennen.

Die Bekanntschaft Prof. Dr. Carl Strehls machte er während seiner Zeit an der Blindenstudienanstalt Marburg und trat im Jahre 1933 dem VbAD (später VbGD, heute DVBS) bei.

Nach seiner Promotion im Jahre 1946 stellte sich Dr. Ernst Dorner voll und ganz in den Dienst der Blindenselbsthilfe und wirkte mit Karl Schneider, einem blinden Organisten und langjährigen Bezirksleiter von Nordbayern im damaligen VbGD bei der Entstehung eines Entwurfs zum Bayerischen Blindenpflegegeldgesetz mit. Von 1959 bis 1983 leitete er die Bezirksgruppe Mittelfranken des Bayerischen Blindenbundes. Nach dem Tode von Karl Schneider im Jahre 1965 wurde Dr. Dorner Bezirksleiter des VbGD Nordbayern und hatte dieses Amt bis 1984 inne.

Er, der als junger Mann mit der Not und den sozialen Problemen der Blinden der damaligen Zeit unmittelbar konfrontiert wurde, ist bis auf den heutigen Tag ein überzeugter Verfechter der Interessen von behinderten Menschen geblieben. In seinem Unterricht ließ er keine Gelegenheit aus, den Schülern den Gedanken der Blindenselbsthilfe nahe zu bringen.

Dr. Dorner hat die Selbsthilfe in der Nachkriegszeit entscheidend mit geprägt und sich um sie in besonderem Maße verdient gemacht. Hierfür wurde er mit dem Treuering des Bayerischen Blindenbundes ausgezeichnet, 1983 verlieh ihm die Landestagung dieses Vereins die Ehrenmitgliedschaft.

Durch den Bundespräsidenten wurde er darüber hinaus mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Durch die tatkräftige Unterstützung seiner Frau Else hat er in jahrzehntelanger Arbeit Hunderten von Ratsuchenden bei der Bewältigung ihrer Alltags- und Berufsprobleme geholfen. Für viele war er ein Vorbild, da er es stets verstanden hat, sowohl bei jugendlichen als auch erwachsenen Späterblindeten deren Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen zu stärken bzw. wiederzugewinnen.

Der Bezirk Nordbayern des DVBS und die Bezirksgruppe Mittelfranken des Bayerischen Blindenbundes haben unter seiner Leitung in ihrer Arbeit einen bedeutenden Aufschwung genommen. Viel Neues wurde durch sein Engagement geschaffen.

Wir danken Dr. Ernst Dorner und wünschen ihm zu seinem 90. Geburtstag nachträglich von Herzen alles Gute. Möge ihm seine geistige Schaffenskraft auch weiterhin erhalten bleiben.

Unser Dank gilt ebenso seiner Frau, die ihm seit 60 Jahren treu zur Seite steht, und dies hoffentlich noch lange zu tun vermag.

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