



Suchen Sie in horus aktuell, unserem Newsletter, und horus online, unserer Vereinszeitschrift:
Liebe Leserinnen und Leser, liebe Mitglieder,
Konflikt und Kritik, das sind die beiden Begriffe, die mir in der heutigen Situation des deutschen Blindenwesens einfallen.
Konflikt, da weiß gleich jeder von Ihnen und Euch, was gemeint ist. Die aktuellen Auseinandersetzungen um das Blindengeld, wie sie am härtesten zurzeit in Niedersachsen und Hamburg geführt werden, stellen zweifellos den größten Konflikt dar, den das deutsche Blindenwesen nach dem Zweiten Weltkrieg erlebt hat und noch erlebt.
Wie wir gemeinsam darauf reagieren, das zeigt die anschließende Verbände-Erklärung, die - und das ist daran neu - nicht nur von den Blinden- und Sehbehindertenorganisationen unterzeichnet worden ist, sondern auch von einer großen Zahl weiterer wichtiger Behindertenvereinigungen. Hier sind wir, so glaube ich, auf einem guten Weg, unsere Belange gemeinsam zu vertreten und uns nicht durch die Politik auseinander dividieren zu lassen. In diesem Sinn hat der aktuelle Blindengeldkonflikt in gewisser Weise auch sein Gutes.
Es gibt aber natürlich auch Kritik am Vorgehen einzelner Verbände oder Protagonisten in dieser Auseinandersetzung. Das ist bei der Unnachgiebigkeit unserer Gegner, den über alles gestellten Sparzwängen und der damit einhergehenden Profilierungssucht einiger Politiker und Politikerinnen, die meinen, unbedingt ihre Handlungskompetenz bei Einsparorgien unter Beweis stellen zu müssen, nicht erstaunlich.
Nicht jeder von uns vermag in dieser spannungsgeladenen und komplexen Situation mit vielen Variablen und Unbekannten alle Manöver einzelner Verbände nachzuvollziehen oder richtig einzuschätzen. Jeder von uns hätte einzelne Schachzüge anders ausgeführt oder vielleicht ganz unterlassen.
Nur darf Kritik nicht dazu führen, diejenigen, die um den Erhalt des Blindengeldes kämpfen, unversehens mit denjenigen gleichzusetzen, die es abschaffen wollen!
Das hätte eine zerstörerische Wirkung. Gleichzeitig birgt es die Gefahr, unsere aktivsten Kämpfer, die sich unermüdlich für unsere Sache engagieren, zu demotivieren. Und Motivation ist - wie in so vielen Bereichen - auch hier einer der Schlüssel zum Erfolg.
Denken wir also jedenfalls im Augenblick mehr darüber nach, wie wir in diesem Kampf helfen können als darüber, was dabei - vielleicht - schiefgelaufen ist oder unterlassen wurde. Das wünscht sich
Ihr und Euer Uwe Boysen
Zurück zum Inhalt von 6/2004 |horus im Überblick
Startseite
|
Kontakt
|
Impressum |
Hilfe