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Vertrieb: Fa. Papenmeier, Schwerte
Der Trekker ist ein neues Navigationssystem, das mit Hilfe von GPS und digitalem Kartenmaterial blinden und sehbehinderten Menschen eine bessere Orientierung in der Stadt und in ländlicher Umgebung ermöglicht.
Der Trekker bietet die Möglichkeit, sich einfacher in einem bekannten Umfeld (Wohnort, nähere und weitere Umgebung davon) zu orientieren und bildet somit eine sinnvolle Ergänzung zu Langstock und Führhund. Als Ersatz dieser Führungshilfen ist Trekker nicht geeignet und auch nicht vorgesehen.
Welche Modi testete ich und wie sind dabei meine Erfahrungen:
Hier schaltet man den Trekker beim Abmarsch ein. Das System braucht kurze Zeit um die Satellitenverbindung zu bekommen und nennt dann den momentanen Ort (Straße). Vor jeder Kreuzung oder Abzweigung wird man auf die folgende Kreuzung oder Abzweigung aufmerksam gemacht und hingewiesen, welche Straßen (Namen derselben) links, geradeaus und rechts weitergehen. In Orten mit bereits voreingestellten markanten Punkten (Sehenswürdigkeiten usw.) wird man auf diese aufmerksam gemacht. Hat man sich selber so genannte markante Punkte programmiert, wird man selbstverständlich auch auf diese aufmerksam gemacht. So kann man wesentlich lockerer seinen täglichen Weg gehen. Man benötigt nicht mehr die hohe Konzentration, um nicht versehentlich in eine Seitenstraße oder Abzweigung zu kommen. Diese Möglichkeit erachte ich als besonders wertvoll.
Um eine Route einzugeben, muss man einen festgelegten Ausgangspunkt haben. Von diesem aus gibt man nun das Ziel (Ort, Straße, Hausnummer) über die so genannte Braille-Tastatur ein. Geht man daraufhin los, wird man an Abzweigungen, Kreuzungen usw. vorher aufmerksam gemacht, wie man zu gehen hat. Dies funktioniert so weit gut, soweit man eine "Abdeckung" hat - d.h., so lange man eine Satellitenverbindung bzw. eine relativ gute Satellitenverbindung hat. Probleme kann es an Kreuzungen geben, die versetzt sind oder schräg aufeinander zulaufende Straßen haben. Ferner muss man dort überqueren, wo das System hinführt. Ist einem die Umgebung bekannt, kann man einen besseren Weg wählen und "neu berechnen" lassen. Das bedeutet, man gibt dem System eine Neuberechnung auf, nachdem es aufmerksam gemacht hat, dass die erreichte Kreuzung nicht die erwartete ist.
Hat man eine Route eingegeben, so ist es sehr ratsam, diese vorher einmal "virtuell" zu Hause zu erkunden. man erfährt dabei die Straßenkreuzungen, an denen man abbiegen muss. So kann man sich schon auf den Weg vorbereiten und geht ihn nicht mehr so "unbekannt".
Zu den letzten Punkten sind noch Verbesserungen erforderlich, z.b. eine so genannte dynamische Neuberechnung. Das bedeutet, dass das System eine Neuberechnung der Route vornimmt, wenn es feststellt, dass man falsch geht. Es würde zur Folge haben, dass man nicht erst eine große Strecke falsch geht, bis man darauf aufmerksam gemacht wird und dann umkehren oder die Route von Hand neu berechnen lassen kann. In engen Straßen oder dichten Wäldern kann es durchaus passieren, dass man die Abdeckung (Satellitenverbindung) zwischendurch verliert. Dann muss man "blind" - wie man das ja ohne ein solches System immer macht - weitergehen, bis die Verbindung wieder einsetzt. Bei einem geführten Weg kann das störend sein, vor allem dann, wenn der Weg völlig unbekannt ist. Etwas erleichternd ist, wenn man die Route vorher erkundet hat (virtuell).
Man legt den Trekker im Auto so, dass der Empfänger an der Scheibe ist und somit eine Verbindung aufgebaut werden kann. Dann stellt man auf "Fahrzeugmodus" und bekommt alle Straßen auf denen man fährt, die man überquert usw. angesagt. Diese Funktion ist sicherlich auch beim Tandemfahren sehr interessant.
Begibt man sich von Fahrstraßen/-wegen weg auf Wiesen- oder Wanderwege, so schaltet der Trekker in den so genannten freien Modus. Auch hier ist es möglich, sich so genannte markante Punkte zu programmieren (z.b. bei Wegkreuzungen, gefährlichen Stellen usw.). Im freien Modus werden diese markanten Punkte beim erneuten Gehen dieser Strecke gefunden und angesagt.
Wenn man eine Route plant/programmiert, muss man mit der so genannten Braille-Tastatur die Namen des Ortes, der Straße sowie die Hausnummer eingeben. Hierzu hat man auf dem kleinen Bildschirm des PDA eine Folie, die insgesamt zwölf tastbare kleine "Löcher" hat. Die rechten und linken vier davon dienen für die Braille-Eingabe. Man fährt mit dem Finger über die "Löcher" und tippt bei dem gewünschten Punkt kurz darauf. Ein kleiner Signalton quittiert die Eingabe. Nachdem alle Punkte eines Zeichens so eingegeben sind, drückt man noch Enter. Der Buchstabe wird wiederholt. Dies ist eine gewöhnungsbedürftige Eingabe, aber noch eine zusätzliche Tastatur mitzunehmen ist sicherlich noch weniger gut. Wenn man geübt hat, lässt sich diese Eingabe gut bewerkstelligen.
Es ist auch zu erwähnen, dass außerdem eine Eingabe wie beim Handy möglich ist; dann sind die "Löcher" wie die Handytastatur angeordnet. Die Buchstaben können dann durch mehrmaliges Drücken der entsprechenden "Taste" eingegeben werden. Das gilt auch beim Bearbeiten von markanten Punkten, die man unterwegs gesetzt hat und zu Hause dann bearbeitet.
Insgesamt möchte ich urteilen, dass es ein zum Stock sehr gutes ergänzendes Hilfsmittel zur Orientierung ist. Es kann auf keinen Fall den Stock oder in manchen Fällen die Begleitperson ersetzen. Ich glaube aber, dass es ein gutes Stück unabhängiger macht und beim Gehen durch weniger Konzentration auch nervensparender ist.
Abschließend möchte ich noch bemerken, dass die Genauigkeit, mit der geführt wird oder mit der markante Punkte angezeigt werden, selbstverständlich von der Qualität der Satellitenverbindung abhängig ist.
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