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Wilfried Laufenberg: Wie schmeckt Licht?

Bericht über eine Autorenlesung, den Schülern der 8 c in den Mund gelegt von Wilfried Laufenberg (Der Artikel ist zusammengestellt aus Schüleräußerungen, die die Klassenlehrerin, Frau Huber, eingesammelt hat.)

"Am Donnerstag, dem 07.10.2004 war der Krimi- und Jugendbuchautor Friedrich Ani zu Besuch an der blista. In der Bibliothek gab er den Schülern für zwei Schulstunden die Möglichkeit, einen Einblick in das Leben eines Schriftstellers zu gewinnen. Herr Ani stellte den Schülern der Klassen 8 und 9 sein Buch "Wie Licht schmeckt" vor.

In diesem Roman geht es um einen Jungen, der sich zum Geburtstag wünscht, einmal für drei Tage ganz allein in München umherzustreifen. Herr Ani hatte vor Jahren in der Zeitung einen Artikel gefunden über ein blindes, 18-jähriges Mädchen, das in einem Restaurant arbeitet. So kam ihm die Idee, dass er das Mädchen aus der Zeitung mit dem Jungen in eine Geschichte bringt. Lukas lernt also ein blindes Mädchen kennen, das als Kellnerin in einem Lokal arbeitet und das seine Gefühle völlig durcheinander wirbelt. Die beiden kommen zusammen und lernen sich besser kennen. Diese Geschichte ist aus der Sicht des Jungen geschrieben. Es ist eine Liebesgeschichte, die Ani eigentlich ganz amüsant und anschaulich geschrieben hat.

Friedrich Ani hat uns drei Szenen vorgelesen. Alle haben sehr aufmerksam zugehört. Er las die drei Szenen sehr bewegt und anfangs etwas hektisch, aber dann wurde er ruhiger und betonte besser.

Mir persönlich hat der Lesestil Friedrich Anis ganz gut gefallen. Mir hat die Lesung auch deshalb sehr gut gefallen, weil ich vorher noch nie einen Autor persönlich kennen gelernt hatte. Nach einer halben Stunde hörte er auf zu lesen - obwohl es gerade spannend wurde." (Lukas kommt aus der Dusche, und da steht Sonja mit einem Badehandtuch ... W.L.)

"Danach konnte man ihm Fragen stellen. Diese Möglichkeit wurde auch zahlreich wahrgenommen. Herr Ani antwortete sehr nett und ausführlich. Er beantwortete alle Fragen sehr freundlich und interessiert.

Ich habe mir vorgenommen, den Roman "Wie Licht schmeckt" zu lesen. Und ich werde ihn auf jeden Fall weiter empfehlen*). Das Buch ist ziemlich humorvoll geschrieben. Ich finde allerdings, dass der Autor das blinde Mädchen stellenweise unrealistisch dargestellt hat. Wenn man ein Buch über Menschen schreibt, die in verschiedenen Welten leben, wie es Herrn Anis Ziel war, sollte man sich auch mit den Welten ausreichend auseinandersetzen.

Auf mich hat das Buch einen guten und interessanten Eindruck gemacht. Es ist spannend, auch mal ein Buch zu lesen, in dem eine blinde Person eine Hauptrolle spielt, das aber nicht in der Sicht des Blinden geschrieben ist. Außerdem geht es nicht nur um Blindheit, sondern auch um Konflikte zwischen Eltern und den Kindern, die langsam heranreifen, und um eine Liebesbeziehung.

Insgesamt war diese Lesung ein voller Erfolg, und es war uns eine Ehre, von einem echten Krimi- und Jugendbuchautor bei uns hier an der Blindenstudienanstalt besucht zu werden."

*) Einige meinten aber auch: "Lesen möchte ich das Buch schon, aber ich sehe es als Unterhaltungslektüre, nicht als ernst zu nehmendes Buch, in dem geschildert werden soll, was passiert, wenn Menschen wie Lukas und Sonja aufeinander treffen." - Oder: "Ich persönlich würde das Buch nicht lesen, es ist zwar ganz humorvoll, aber nicht unbedingt meins."

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