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1. Losch, Joachim: "... zwecks Unfruchtbarmachung" - die NS-Zwangssterilisierung, dargestellt am Beispiel der Opfer in der Erziehungsanstalt Heiligenbronn, Lambertus-Verlag Freiburg, 2002, ISBN 3-7841-1443-1.
"Erziehungsanstalt" heißt: Internatsschule für weibliche Fürsorgezöglinge, Blinde und Gehörlose, und Werkstatt für blinde und gehörlose Erwachsene. Heiligenbronn liegt bei Schramberg in Württemberg.
Die Arbeit schildert am Beispiel dieser Einrichtung, die zum Orden der Franziskanerinnen gehört, die gesellschaftlichen und geistigen Voraussetzungen für die Sterilisation in Deutschland seit den 90er Jahren des 19. Jahrhunderts bis 1933, die NS-Gesetzgebung, die Einstellung der katholischen Kirche vor 1933, ihre Haltung zum Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses und zum Ehegesundheitsgesetz, die Bestimmungen der katholischen Kirche zur Heirat von Sterilisierten, das Verhalten von Ärzten gegenüber Ordensschwestern, welche sich weigerten bei Sterilisierungen mitzuhelfen, die Empfehlungen der Kirche zum Verhalten von Erbkranken gegenüber staatlichen Anordnungen, den Handlungsspielraum der Einrichtung und ihre Bemühungen vor der Sterilisation zu bewahren, und schließlich die Entschädigung der Opfer.
Der Verfasser hat gut recherchiert.
2. Kupfer, Friedel-Wulf: Blinden- und Sehbehindertenbildung in Neuwied seit 100 Jahren: Die alte Blindenschule 1899 - 1981, Neuwied, Kommissionsverlag Peter Kehrein, 1998, ISBN 3-9803266-8-3.
Aufgelesen ist nur der Abschnitt betreffend die Zeit von 1933 bis 1945.
Geschildert wird der Einfluss der politischen Verhältnisse auf die Entwicklung der Sehgeschädigtenpädagogik im Allgemeinen und die Entwicklung der Neuwieder Schule, die Gestaltung des Unterrichts in Biologie, Vererbungslehre, Rassenkunde und -pflege, auf den sonstigen Unterricht, die Freizeitgestaltung und die berufliche Ausbildung. Von Bemühungen der Schule, jemanden vor der Sterilisation zu bewahren, ist zwar nichts zu lesen; vergleicht man aber beide Arbeiten miteinander, dann fällt auf, dass in dem Gesundheitsamtsbezirk, in dem die Anstalt Heiligenbronn lag, offenbar grundsätzlich davon ausgegangen wurde, Blindheit sei erblich, während man sich in der Rhein-Provinz davon leiten ließ, dass die Erblichkeit der Blindheit - richtigerweise - nachgewiesen werden müsse.
Die Bücher umfassen je drei Hörkassetten, haben die Bestellnummern 5996 (Heiligenbronn) und 10256 (Neuwied) und kosten je 21,00 Euro (ermäßigt 12,00 Euro).
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