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Im Rahmen der "Marburger Systematiken der Blindenschrift" erscheint im Frühsommer 2005 als Band Nr. 23 "Das System der Chemieschrift in der deutschen Blindenschrift".
Die bisherige zuletzt 1930 veröffentlichte Chemieschrift für den deutschsprachigen Raum entsprach seit langem nicht mehr der rasanten Weiterentwicklung der Chemie in den letzten Jahrzehnten. Sie wurde deshalb an verschiedenen Orten weiterentwickelt. Dies führte dazu, dass mehrere unterschiedliche Konzepte zur Darstellung chemischer Sachverhalte nebeneinander existierten.
Um diesem Missstand abzuhelfen, gründete die Brailleschriftkommission eine mit Fach- und Punktschriftexperten besetzte Unterkommission "Chemieschrift". Auf insgesamt sechs Tagungen wurde auf der Grundlage der vorhandenen deutschsprachigen Konzepte sowie unter Einbeziehung der britischen, russischen und amerikanischen Regelungen eine umfangreiche Systematik zur Darstellung chemischer Sachverhalte entwickelt.
Die Chemieschrift in der 1930 veröffentlichten Form wurde gründlich modernisiert und ausgebaut. Die Strukturschreibweise ist erheblich erweitert und verbessert worden. Ferner wurde ein Verfahren entwickelt, mit dem auch komplexe chemische Ringstrukturen in Brailleschrift wiedergegeben werden können.
Diese Vereinheitlichung und Neuregelung der Chemieschrift im deutschsprachigen Raum stellt die immense Leistungsfähigkeit und Innovationsfähigkeit der Brailleschrift unter Beweis. Mit diesem Chemieschriftsystem lassen sich nahezu alle chemischen Sachverhalte darstellen und den blinden Interessierten zugänglich machen.
Das neue "System der Chemieschrift" ist als Schwarzschriftheft (Bestellnummer 7610, ISBN 3-89642-021-6) und Punktschriftband (Bestellnummer 4355) beim Verlag der Deutschen Blindenstudienanstalt erhältlich.
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