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Wer weiß schon, dass an der Universität Karlsruhe (TH), der ältesten Technischen Hochschule in Deutschland, das Studium der Germanistik und der Philosophie möglich ist? Natur-, Ingenieur-, Wirtschaftswissenschaften und die renommierte Informatik - das sind die landläufig bekannten Studienfelder der Karlsruher Hochschule.
Aber die steht gar nicht im Mittelpunkt dieses einzigartigen Angebotes:
Das SZS bietet vor dem Hintergrund fast 20-jähriger Erfahrung eine spezielle mehrtägige Orientierungsphase für sehgeschädigte Studieninteressierte an. Nicht um den Studienbeginn in Karlsruhe geht es dabei in erster Linie, sondern um die grundsätzliche Erfahrung und Sensibilisierung für diesen neuen Lebensabschnitt. Gerade Behinderte müssen sich intensiv mit ihren persönlichen Interessen, Neigungen und Begabungen auseinander setzen, die entsprechenden Rahmenbedingungen der Hochschulen erkennen, um dann ein konkretes persönliches Programm ihrer Studien- und Berufswahl zu konzipieren.
Das geht über die einzelne Universität hinaus und bedeutet verantwortungsvolle Lebensplanung!
Die diesjährige bundesweite O-Phase findet vom 2. bis 4. Mai an der Universität Karlsruhe (TH) statt. Als Themenblöcke werden an diesen Tagen behandelt:
Dazu stehen Hochschullehrende, Studierendenvertreter, Mitarbeiter des Studentenwerks, Mobilitätstrainer sowie Vertreter der überörtlichen Sozialträger zur Verfügung. Einen wohl zentralen Bestandteil bilden die sehgeschädigten Studierenden, die vor allem in den abendlichen Freizeitprogrammen mit ihren Erfahrungen Rede und Antwort stehen. Erstmals wird in diesem Jahr ein gesondertes Programm für interessierte Eltern angeboten, die als Begleitpersonen ihrer studieninteressierten Tochter bzw. ihres Sohnes mit nach Karlsruhe kommen. Die O-Phase selbst ist kostenlos, Unterkunft und Anfahrt müssen selbst finanziert werden.
Diese Orientierungsveranstaltung des SZS ist für diejenigen, die an der Universität Karlsruhe (TH) dann das Studium aufnehmen, ein integraler Bestandteil des SZS-Konzeptes. Denn jeder blinde Studienanfänger durchläuft vor Semesterbeginn ein individuell gestaltetes Mobilitätstraining. Die persönliche Arbeitsausstattung ist vor der ersten Lehrveranstaltung verfügbar.
Das Gesamtkonzept des SZS lässt sich am besten in Form eines Tempels darstellen. Als Modellversuch "Informatik für Blinde" 1986 gestartet ist das SZS seit 1992 eine Dienstleistungs- und Forschungseinrichtung zwar innerhalb der Fakultät für Informatik, unterstützt jedoch blinde und sehbehinderte Studierende in allen an der Universität angebotenen Studiengängen. Soweit möglich und notwendig umfasst der Service auch betroffene Studierende anderer Karlsruher Hochschulen (FH, PH, Musik- und Kunsthochschule, Hochschule für Gestaltung), gegebenenfalls auch sehgeschädigte Studierende an anderen Hochschulorten.
Das Organigramm in Form eines Tempels zeigt drei Säulen der SZS-Aktivitäten:
- Aufbereitung der Studienliteratur
Mit diesem holistischen Konzept ist das SZS nicht nur in Deutschland einzigartig. Seine Einbindung in die verschiedensten nationalen und internationalen Förder- und Forschungsprogramme belegen die Transferfunktion und das Interesse an der Unterstützung zum Aufbau gleichgearteter Strukturen.
Wer noch mehr über das SZS wissen möchte, dem bietet die SZS-Homepage umfassende Auskunft: www.szs.uni-karlsruhe.de.
Wer speziell an der O-Phase interessiert ist, der wende sich zur weiteren Information bzw. zur Anmeldung an:
Universität Karlsruhe (TH), Studienzentrum für Sehgeschädigte,
Engesserstr. 4, 76128 Karlsruhe,
Telefon: (0721) 608-27 60, E-Mail: gaal@szs.uni-karlsruhe.de
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