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Sehr geehrter Herr Witte!
Erlauben Sie mir bitte einige ergänzende Feststellungen für Ihren Beitrag "Neubeginn nach 50 Jahren":
Ich bin nicht sicher, dass die Gründung der DBH "im Zuge der Zeit" gelegen habe. In den USA produzierte man Bücher auf Schallplatten, wahrscheinlich solchen aus Schellack; in England, wenn überhaupt schon, dann wahrscheinlich nach dem Verfahren von Clark und Smith; ob auch schon in Skandinavien oder anderswo weiß ich nicht , ist aber eher unwahrscheinlich: nicht umsonst pflegte man international Prof. Strehl, der nicht müde wurde, für sprechende Bücher zu werben, ("the walking talking book") zu nennen.
In früheren Zeiten hatte er Berichte über ein ganz anderes Verfahren publiziert, scheint dann aber der erste gewesen zu sein, der die Chance erkannte, welche das Tonband uns gab. Derart neu war das Land, das er damit betrat, dass er, wie gelegentlich erzählt wurde, einmal stolz verkündete, 13 Stunden an einem Stück ein Buch gehört zu haben - so geeignet sei also das sprechende Buch für uns!
Dass "man" - Sie meinten sicher Strehl - "das neue Lesesystem mit Unterstützung der Blindenselbsthilfeorganisationen in eine organisatorische, leistungsfähige Form" gebracht hätte, habe ich nie gehört. Nach meiner Überzeugung hat Strehl allein gehandelt, wenn auch natürlich als Leiter der blista und des DVBS. Ob sich andere Organisationen wenigstens als Gesellschafter mit Kapital an der DBH beteiligt haben, müsste sich aus der Satzung ergeben. Lassen Sie es uns bejahendenfalls bitte wissen, ebenso, wenn Strehl durch andere Organisationen angeregt worden sein sollte, die Deutsche Blindenhörbücherei als gemeinnützige GmbH zu gründen und dabei als Medium das Tonband zu verwenden.
Sie wollten von Tatsachen berichten und dabei von Personen völlig abstrahieren, aber Geschichte wird nun einmal von Menschen gemacht und mindestens der Beitrag Strehls war so immens, dass wir, wenn wir aus der Geschichte der Blindenhörbüchereien in Deutschland berichten, auch seiner stets gedenken müssen.
Ihr Hans-Eugen Schulze
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