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Keyvan Dahesch: Heilsbringer für Blinde und Sehbehinderte - Pastor Christoffel starb vor 50 Jahren

Pastor Ernst Jakob Christoffel war ein Freund der handfesten Mission. "Vielleicht hat das Reinigen eines Straßenkindes mehr Wert als eine Predigt", lautete sein Credo. Aus seinem Einsatz für türkische Waisenkinder entwickelte sich eines der größten Hilfswerke für blinde Menschen.

Heute verhilft die Christoffel-Blindenmission (CBM) mit Sitz im südhessischen Bensheim jährlich rund zehn Millionen Behinderten in Entwicklungsländern zu einem menschenwürdigen Leben. Diesen Erfolg hat Christoffel nicht mehr erlebt. Er starb vor 50 Jahren, am 23. April 1955, im iranischen Isfahan.

Der am 4. September 1876 in Mönchengladbach geborene Christoffel stammte aus einer Handwerkerfamilie. Nach dem Theologiestudium ging er als Missionar in die Türkei. Gemeinsam mit seiner Schwester Hedwig übernahm er dort 1904 die Leitung zweier Waisenhäuser und lernte das Elend der orientalischen Blinden kennen: "Ihre materielle, moralische und religiöse Lage ist furchtbar, die meisten betteln, die Mädchen und Frauen verfallen vielfach der Prostitution." Als Ursachen der Blindheit gab er Krankheiten wie Schwarze Blattern und Syphilis an sowie den Mangel an Hygiene und Augenärzten.

Da er keine kirchliche Einrichtung für ein Hilfswerk in der Türkei gewinnen konnte, gründete er mit Unterstützung eines kleinen Freundeskreises 1908 in Malatia eine Schule für blinde, gehörlose und andere schwerstbehinderte Menschen - ohne Unterschied der Rasse und Religion. Während der türkischen Pogrome an Armeniern im Ersten Weltkrieg stellte sich Christoffel, oft selbst in Lebensgefahr, vor die Verfolgten und rettete hunderten armenischen Kindern, Männern und Frauen das Leben.

Nach seiner Ausweisung aus der Türkei eröffnete er mehrere Schulen und Heime im Iran. Während des Zweiten Weltkrieges wurde er von den Alliierten verhaftet und später nach Deutschland gebracht. Erst 1951 konnte er nach Isfahan zurückkehren, wo er vier Jahre später starb und auch begraben wurde.

"Hier ruht im Frieden Gottes Pastor Ernst J. Christoffel, der Vater der Blinden, der Niemandskinder, der Krüppel und Taubstummen nach über fünfzigjähriger Pionierarbeit", steht in deutscher, armenischer und persischer Sprache auf seinem Grabstein.

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