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Jan Eric Hellbusch: Bericht über das Seminar "Nicht sehend - nicht blind"

Traditionell fand das diesjährige Seminar "Nicht sehend - nicht blind" der Arbeitsgemeinschaft Sehbehinderte im DVBS am letzten Januarwochenende auf Burg Fürsteneck nahe Fulda statt. Vom 27. bis zum 30. Januar 2005 wurden drei parallele Workshops zu folgenden Themen angeboten:


- Zwischen Versteckspiel und Offenbarung im Berufsleben,
geleitet von Sonja Baus
- Ausblick und Ausdruck, geleitet von Pernille Sonne
- Modern präsentieren, geleitet von Jochen Bechheim


Nach der allgemeinen Begrüßung am Donnerstagabend wurde gleich mit der Arbeit in den Workshops begonnen. Die folgenden Berichte gehen auf die drei einzelnen Schwerpunkte des Seminars ein.

Das Ambiente von Burg Fürsteneck war wie immer sehr angenehm. Dies liegt nicht nur an den alten Gemäuern und an der individuellen Architektur, sondern insbesondere am Personal der Burg. Die Orientierung an den Bedürfnissen der Teilnehmenden ist vorbildlich: die unregelmäßigen Treppen wurden mit kontrastreichen Klebebändern markiert, die Zimmernummern wurden so vergrößert, dass sie unübersehbar waren, und sogar die Getränkeliste war so für uns angepasst worden, dass es keine Probleme gab. Auch die sonstigen Rahmenbedingungen sind überzeugend, so dass das Leitungsteam der Arbeitsgemeinschaft zukünftige Seminare "Nicht sehend - nicht blind" dort veranstalten möchte.

Am Sonntagmorgen wurde ein Vortrag zur Gesundheitsreform angeboten. Katrin Auer, sehbehinderte Juristin aus Berlin und amtierende Leiterin des Gemeinsamen Fachausschusses für die Belange Sehbehinderter (FBS), stellte zwei Schwerpunkte vor.

Zunächst erläuterte sie die Möglichkeiten der Beteiligung an Entscheidungen im Gesundheitswesen. Die Verbände der Selbsthilfe von Patienten und behinderten Menschen (darunter auch der DVBS) haben seit Anfang 2004 beratende Stimme im Gemeinsamen Bundesausschuss, der über wichtige Richtlinien entscheidet. Katrin Auer beschrieb das Verfahren der Beteiligung und wies auch auf Probleme hin, die sich bei der Koordination der verschiedenen Organisationen ergeben.

Anschließend ging sie auf die Richtlinien für die Bewilligung von Sehhilfen und Sehbehindertenhilfsmittel ein. Dabei ist vor allem die Abgrenzung wichtig, wer nach dem neuen Recht als sehbehindert gilt und daher Sehhilfen erhält. Katrin Auer forderte die Anwesenden eindringlich auf, sich über ihre Ansprüche gründlich zu informieren und gegebenenfalls Rechtshilfe des DVBS in Anspruch zu nehmen. Eine schriftliche Übersicht über die Beteiligung der Selbsthilfe an den Entscheidungsprozessen im Gesundheitswesen wird demnächst auf der Website des DVBS erscheinen. (Allgemeine Informationen über die Arbeit des Gemeinsamen Bundesausschusses, Texte der Richtlinien usw. finden sich auf der Website des Gemeinsamen Bundesausschusses www.g-ba.de. Dort kann auch ein Newsletter abonniert werden).

Dörte Severin berichtete in ihrer Funktion als Mitglied des DVBS-Vorstandes und Zuständige für Sehbehindertenangelegenheiten aus der Arbeit des Vereinsvorstandes. Unter anderem schilderte sie die Aktivitäten in der Rechts- und Sozialpolitik, die neben dem im letzten Jahr dominierenden Kampf gegen die Abschaffung des Blindengeldes auch die Finanzierung von Sehhilfen, Regelung zur kostenlosen Beförderung im Nahverkehr, Arbeitsvermittlung u.a.m. umfasste. Darüber hinaus ging sie auf die verschiedenen Serviceleistungen des Vereins ein und beschrieb die Entwicklung in den Bereichen "Textservice" und "Rechtsberatung".

Insgesamt war festzustellen, dass die Bereitschaft einzelner Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft, sich aktiv im Verein zu beteiligen, in den letzten Jahren größer geworden ist. Auch seitens des Vereins wird in der Person von Dörte Severin Unterstützung geboten, so dass die Weiterentwicklung des Selbstverständnisses der Arbeitsgemeinschaft gute Aussichten hat.

Das Seminar "Nicht sehend - nicht blind" wird nach wie vor das wichtigste Angebot der Arbeitsgemeinschaft bleiben. Mit diesem Seminar werden nicht nur fachliche Kenntnisse für den Berufsalltag vermittelt, sondern durch das gemeinsame Wochenende werden auch viele Erfahrungen im Umgang mit der eigenen Sehbehinderung ausgetauscht. Auch in diesem Jahr waren die Rückmeldungen vieler Teilnehmenden positiv.

Das Leitungsteam bedankt sich an dieser Stelle auch bei den Leiterinnen und dem Leiter der Workshops, ohne deren Engagement ein solches Wochenende nicht möglich gewesen wäre. In diesem Sinne bis zum nächsten Jahr!

Wir danken der Selbsthilfe-Fördergemeinschaft der Ersatzkassen (Techniker Krankenkasse, Kaufmännische Krankenkasse KKH, Hamburg Münchener Krankenkasse, Hanseatische Krankenkasse HEK, Krankenkasse für Bau- und Holzberufe HZK, KEH Ersatzkasse und Gmünder Ersatzkasse) für die großzügige finanzielle Unterstützung des Seminars.

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