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Einen "Klassiker" kann man diesen Workshop der AG Sehbehinderten mittlerweile wohl nennen. Und doch ist er immer wieder hochaktuell: Denn der Umgang mit der eigenen Sehbehinderung im persönlichen wie auch im beruflichen Alltag ist immer wieder aufs Neue von Relevanz. So haben wir uns unter der einfühlsam-anregenden Anleitung von Sonja Baus in einer kleinen Gruppe auf der verschneiten Burg Fürsteneck drei Tage lang zusammengefunden, um uns darüber auszutauschen, was die eigene Sehbehinderung für jeden Einzelnen bedeutet und wie sie unser Leben prägt und begleitet.
Natürlich haben wir viel miteinander gesprochen in dieser Zeit, beispielsweise darüber, welche Ursachen die eigene Sehbehinderung hat und wie wir unsere Umgebung visuell wahrnehmen. Im Zentrum der Gespräche aber stand die Biografiearbeit: Wir haben uns viel Zeit dafür genommen, uns gegenseitig anhand selbst gezeichneter Lebenslinien die individuelle Lebensgeschichte im Hinblick auf die eigene Sehbehinderung zu erzählen. Diese sehr dichten und persönlichen Schilderungen auszutauschen, die eigene Geschichte vor anderen zu erzählen, sich zu offenbaren, und den Lebensgeschichten der anderen aufmerksam zuzuhören, war in gewisser Hinsicht anstrengend - vor allem aber eine große Bereicherung.
Zum Ausgleich hatte unsere versierte Seminarleiterin einige spielerische Momente mit eingebaut, wie zum Beispiel Körperübungen, Phantasiereisen und Partnermassagen, die es uns erlaubten, über das Gespräch hinaus in näheren Kontakt zu uns selbst und den anderen zu kommen.
Spielerisch und dennoch ernsthaft waren die Rollenspiele, in denen wir schwierige Situationen aus dem Berufsleben nachspielten und gemeinsam nach möglichen Lösungswegen zur Situationsveränderung forschten.
Fazit: Ein gelungener Workshop in sehr offener und persönlicher Atmosphäre - zum Versteckspiel ungeeignet.
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