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- Hamburg: Carlsen, 2003, ISBN 3-551-58117-7.
KR., 41,80 Euro, 2 Bde., 262 S., Bestellnr.: 4311
D., 41,80 Euro, Bestellnr.: 4311.prt
Nick soll seinen in Afrika lebenden Vater aufsuchen, von dem er seit mehr als 15 Jahren nichts mehr gehört hat. Trotzdem macht er sich auf den Weg nach Tansania - eine Reise, die ihn auch in die eigene Vergangenheit führt, in ein Land, das er nur aus seiner Kindheit kennt. Dort findet er seinen Vater als gebrochenen Mann vor, der von einem Krebsleiden gezeichnet ist und am Ende seines Lebens steht. Fünf Nächte lang redet und streitet Nick mit seinem Vater. Ein faszinierender Roman über die problematische Beziehung zwischen Sohn und Vater, über Toleranz und das Erwachsenwerden.
Unter dem großen Baum stand Moses an seinen Mercedes gelehnt und rauchte.
"Alles gut angetroffen?", fragte er und warf seine Kippe auf den Boden.
"Es geht. Er will jetzt nicht mit mir reden. Heute Nacht, sagt er."
"Wieso heute Nacht?"
"Ich weiß es nicht. Er liegt auf seinem Bett. Mehr wollte er nicht sagen. Hat sich nicht einmal umgedreht, um mich anzusehen. Es ginge ihm nicht gut."
Nick sah so etwas wie Mitgefühl in Moses' Blick. Er drehte sich vom Wagen weg, nahm Nicks Arm und sie gingen ein paar Schritte langsam über den Platz. Moses sprach leise und eindringlich.
"Ich habe mich ein bisschen umgehört. Einer der Lehrer hier ist mit deinem Papa befreundet. Du hast ja Zeit bis heute Nacht, oder? Rede doch mal mit ihm. Damit du weißt, was mit ihm los ist."
"Wie heißt der Lehrer?", fragte Nick und blieb stehen.
"Dr. Francis Kilenga heißt er. Ich habe Kilenga noch nicht gesprochen, nur ein paar Leute gefragt. Alle kennen deinen Papa hier, sagte man mir. Sie sagten auch, der Tierarzt, ein gewisser Abraham Tirumanywa, sei der engste Freund deines Vaters. Und deinem Alten ginge es nicht so gut. Er sei nicht ganz richtig im Oberstübchen. Aber das können so einfache Leute von der Straße wohl nicht beurteilen. Du solltest mit dem Lehrer Francis Kilenga sprechen, und mit diesem Abraham."
"In dieser Schule?" Nick zeigte auf das Gebäude, aus dem er Kinderstimmen gehört hatte.
"Ja, ja. Geh mal hin."
"Kommst du mit?"
Moses schüttelte den Kopf. "Ich suche mir eine billige Unterkunft. Ich bin bald wieder zurück. Falls du mich brauchst. Weißt du schon, wie lange es ungefähr dauert?"
"Zwei, drei Tage. Höchstens."
"Na, warte mal ab." Moses stieg in seinen Wagen und fuhr langsam über den holprigen Weg davon. Der Wagen schleuderte trotz Schritttempo hin und her.
Nick ging zurück zum Haus seines Vaters und setzte sich in den Schatten auf einen der Stühle. Er hielt die Schule im Blick; erst wenn die Kinder sie verließen, konnte er Dr. Kilenga antreffen. Vorbeigehende Marktfrauen mit Körben auf den Köpfen verlangsamten ihre Schritte und betrachteten ihn diskret, ohne ihre Neugier offen zu zeigen. Drei Halbwüchsige strichen herum, als suchten sie etwas, und warfen manchmal scheue Blicke zu ihm hinüber. Einige Stunden waren vergangen, als die Kinder in ihren blauen und grünen Uniformen lärmend aus dem Schultor rannten. Nick beschloss, noch etwas Zeit verstreichen zu lassen.
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