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Matthias Mayer: "Wertvoller als die WM-Titel"

Goalball: Christiane Möller gewinnt mit der Nationalmannschaft die EM



Bei der Goalball-Europameisterschaft im belgischen Nerpeelt gewann die Marburgerin Christiane Möller mit der Nationalmannschaft den Titel.



"Das ist der mit Abstand größte sportliche Erfolg meiner Laufbahn. Ich schätze unseren EM-Sieg mindestens doppelt so hoch ein wie die beiden Weltmeistertitel, die unser Team im Torball gewonnen hat", sagte die Studentin der OP.



Beim international weit verbreiteten Goalball ist der Ball im Vergleich zum Torball größer und schwerer. Zudem haben Spielfeld und Tore größere Abmessungen. "Man muss sich Erfolge im Goalball wesentlich härter erarbeiten. Fehler werden gnadenlos bestraft und lassen sich schwerer als beim Torball korrigieren, wo sich ein Rückstand viel leichter in einen Sieg umwandeln wird", erklärte die Nationalspielerin den Unterschied.



Zudem ist Goalball im Gegensatz zum Torball eine paralympische Disziplin. Bei den Paralympics in Athen belegte das deutsche Goalball-Team Rang sechs und reiste nur mit der vagen Hoffnung auf die Halbfinalteilnahme nach Flandern.



Dass es mehr werden könnte, zeige sich schon in der stark besetzten Vorrundengruppe. Deutschland schlug zum Auftakt Griechenland 4:1 und Großbritannien 4:0. Nach einem 3:2-Erfolg über Spanien gab es zum Abschluss eine 1:2 Niederlage gegen die Niederlande. Der Knackpunkt war das Viertelfinale gegen Angstgegner Finnland, den das deutsche Team noch nie bei einem großen Turnier bezwang. Die deutsche Auswahl spielte sich in einen Rausch und gewann im wohl besten Spiel des Turniers 4:3. Im Halbfinale drehten die Deutschen beim 1:0 gegen die Niederlande den Spieß um. Ina Fischer aus Nürnberg erzielte das "Golden Goal" in der zweiten Halbzeit der Verlängerung.



"Im Finale spielten wir total befreit, denn wir hatten bereits mehr erreicht, als wir uns erhofft hatten. Wir hatten so einen Lauf, dass wir wohl jeden Gegner geschlagen hätten", sagte die Spielerin der SSG Blista zum 3:1 über Dänemark.



Positiver Nebeneffekt des überraschenden Titelgewinns: Deutschland ist direkt qualifiziert für die WM 2006 in den USA und kann sich dort für die Paralympics qualifizieren. Außerdem steigt die Mannschaft in den A-Kader des Deutschen Behindertensportbundes auf und kann künftig einmal monatlich gemeinsam trainieren.



Oberhessische Presse vom 26.10.2005

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