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Im Jahr 2006 wird das 200-jährige Jubiläum der Blindenbildung in Deutschland gefeiert. Ein guter Anlass, ein Musical zu diesem Thema auf die Bühne zu bringen! Unter der Regie des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes und der Projektleitung von Reiner Delgado entsteht zurzeit ein solches Werk zur Geschichte und aktuellen Situation der Blindenbildung in unserem Land.
Nach wie vor stellt eine gute Qualifizierung einen bedeutenden Aspekt für junge Menschen mit Seheinschränkung dar. Denn ihre beruflichen Perspektiven sind auch heute nicht immer die Besten, und der Wunsch nach mehr Selbstbestimmung lässt sich nicht so einfach verwirklichen. In dem Musical setzen sich die Betroffenen in jugendgemäßer Form mit der Geschichte und den Perspektiven ihrer Bildung auseinander und vermitteln dies dann auch an andere Gleichaltrige.
Bundesweit arbeiten die Autoren bereits mit Hochdruck. Im Mai 2005 fand das erste Treffen in Frankfurt am Main statt. Zwanzig Texter und Komponisten aus dem gesamten Bundesgebiet - blinde und sehbehinderte Erwachsene, Jugendliche, Pädagogen und Musikfachleute - haben sich zusammengefunden, um das Werk mitzugestalten.
Viele Jugendliche haben sich schon als Sänger, Tänzer und Schauspieler beworben. Wenn "Belisar - Weg ins Licht" Ende 2005 fertig geschrieben ist, wird es unter fachkundiger Leitung eingeübt und im Herbst 2006 in Berlin uraufgeführt. Danach soll es auch in weiteren Städten zu sehen sein.
Anfang des 19. Jahrhunderts verliert Jakob, ein 14-jähriger blinder Junge, der sehr hart für sehr wenig Geld arbeiten muss, seinen Job. Durch Zufall bekommt er einen Platz an der neu gegründeten Schule für Blinde. Dort herrschen noch Sittsamkeit und Ordnung, die Pädagogen sind sehr streng. Doch Jakob und die anderen Schüler lehnen sich auf und treffen sich abends heimlich im Keller, um zwielichtige Gassenhauer zu spielen und zu singen, und sie gründen eine Band. Sie machen sich Gedanken über ihre beruflichen Perspektiven und wollen mehr Selbstbestimmung. Dann kommt auch noch die Liebe ins Spiel! Jakob trifft die sehende Charlotte und verliebt sich in sie. Das führt zu einigen Verwicklungen. Umrahmt wird die Handlung von Szenen mit zwei Jugendlichen am Laptop, die den Bezug zur Gegenwart herstellen. Die Musik verspricht äußerst abwechslungsreich zu werden: Von Sprechgesang über eine Cellogruppe bis hin zu Punk und Ballade ist für jeden etwas dabei.
Wie das Ganze ausgeht, ob Jakob und Charlotte zusammenkommen und was aus der Band wird, das wird natürlich noch nicht verraten! Man darf also sehr gespannt sein ...
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