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Annette Diessner: Erfolgreicher Abschluss!

19 Teilnehmer erwerben wieder Beratungszertifikat des Bayerischen Blinden- und Sehbehindertenbundes



Vom 19. bis 26. November 2005 fand im AURA-Hotel Kur- und Begegnungszentrum Saulgrub des BBSB die Qualifizierungsmaßnahme "Beratungszertifikat" statt.

Mit diesem Seminar schloss der BBSB den dritten und letzten Block seiner Fortbildung für neue, in der Beratung stehende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ab. Sie haben sich in der Seminarreihe das notwendige Wissen für die Beratung blinder und sehbehinderter Menschen sowie ihrer Angehörigen angeeignet. Sehende Begleitpersonen der selbst blinden oder sehbehinderten Mitarbeiter, die bei der Durchführung von Hausbesuchen unterstützend tätig sind, nahmen die Einladung zur Teilnahme ebenfalls an.

Die Seminarteilnehmer erhielten das "Beratungszertifikat" mit Einsatzempfehlungen. 19 neue ehrenamtliche und hauptberufliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie fünf Begleitpersonen aus acht der insgesamt zehn Beratungsstellen des BBSB kamen zu diesem Seminar zusammen.

Die Basisqualifikation wurde bei diesem Seminar mit den Themen "Überblick über Grundsicherungsleistungen nach SGB II und SGB XII" sowie "Grundzüge des Rentenversicherungsrechts der Bundesrepublik Deutschland", das durch einen Referenten der Deutschen Rentenversicherung Oberbayern vermittelt wurde, abgerundet. Der Geschäftsführer des BBSB schloss diesen Bereich mit Information und Diskussion zu "Aktuelles aus der Verbands- und Sozialpolitik" ab.

Im Bereich der blinden- und sehbehindertenspezifischen Qualifikationen wurde eine Exkursion zur Südbayerischen Wohn- und Werkstätten für Blinde und Sehbehinderte gGmbH (SWW) - einer Einrichtung für blinde und sehbehinderte Erwachsene mit weiteren Handicaps - sowie in die Landesgeschäftsstelle des BBSB nach München durchgeführt.

Ein wesentlicher Bestandteil des Seminars ist die Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von Beratungsgesprächen. Neben einer einfühlsamen Gesprächsführung gehören hierzu beispielsweise das Wissen um Nachteilsausgleiche und die dazu gehörenden Anträge auf Feststellung des Grades der Behinderung sowie die organisatorische Planung.

Unter der Überschrift "Ehrenamtliches Engagement - zwischen Aufopferung und Professionalität" setzten sich die Teilnehmer dann mit den Rechten, Pflichten und persönlichen Grenzen ihres ehrenamtlichen Engagements sowie mit ihren Aufträgen als Mitarbeiter des BBSB auseinander. Eine langjährige Blinden- und Sehbehindertenberaterin berichtete von ihren eigenen Erfahrungen, gab Tipps zu "Organisation von Veranstaltungen auf örtlicher Ebene und Möglichkeiten der Öffentlichkeitsarbeit".

Für die Zertifizierung werteten alle Teilnehmer ein auf CD aufgenommenes Beratungsgespräch einzeln aus und hielten ihre Erkenntnisse schriftlich fest. In Einzelgesprächen mit der Fortbildungsleitung erhielten sie Rückmeldung zu dieser Arbeit und über ihren Kenntnisstand. Auch für diesen Seminarblock erhielten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre Seminarskripte nach individuellem Bedarf in Normalschrift, Maxi-Druck, Punktschrift sowie auf Kassette und Diskette.

Bei der Seminarauswertung äußerten sich die Teilnehmer durchweg zufrieden mit Inhalt und Durchführung der Fortbildung und gaben konstruktive Anregungen.

Seit 2003 ist die Teilnahme an der Seminarreihe "Beratungszertifikat" für die ehrenamtlich tätigen Blinden- und Sehbehindertenberater des BBSB Pflicht. Hauptberufliche Mitarbeiter, die neu in der Beratung blinder und sehbehinderter Menschen stehen, nehmen das Angebot dieser Fortbildung zunehmend wahr. Auch Mitarbeitern, die schon länger in der Beratungstätigkeit stehen und dafür natürlich auch an bestimmten Qualifizierungen teilgenommen haben, wurde die Möglichkeit gegeben, die Zertifizierung nachzuholen.
Insgesamt haben bisher 79 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter das Beratungszertifikat erworben.

Die Selbsthilfeorganisation hat die Erfahrung gemacht, dass sich gerade ehrenamtlich tätige Mitarbeiter durch die mit dem Zertifikat noch besser dokumentierte Qualifizierung aufgewertet fühlen und angespornt werden. Selbstverständlich bedeutet das erfolgreiche Absolvieren für den Ratsuchenden noch mehr Beratungsqualität bei zum Teil recht komplexen und schwierigen Fragen.

In Bayern leben 17.485 blinde und 61.551 sehbehinderte Menschen.

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