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Imke Troltenier: 50 Blinde stimmen sich auf Weihnachten ein

Am 3. Dezember 2005 feierte die Regionalgruppe des Deutschen Vereins der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf (DVBS) ihre Adventsfeier im Anglerheim Wehrda. Rund 50 Mitglieder kamen zu Musik, Gesang, Gespräch und Austausch. "Wir legen Wert auf vielfältigen Austausch. Unser Ziel ist es, trotz der Behinderung selbstbestimmt zu leben und beruflich Erfolg zu haben", erklärte die Leiterin des Bezirks Hessen-Thüringen, Anette Bach. "Blinde Menschen sind, das muss man so sagen, durchaus mehrfach behindert. Betroffen sind natürlich viele Bereiche der Kommunikation, aber auch die Mobilität", erläuterte Bach. "Wir brauchen Hilfsmittel und Unterstützung, die den Lebensalltag teuer machen. Für Teilhabe an Arbeit und Leben in der Gesellschaft sind wir auf das Blindengeld als Ausgleich für die Mehraufwendungen angewiesen - einkommens- und vermögensunabhängig."

Bundesweit vertritt der DVBS rund 1500 Menschen. Der Bezirk Hessen-Thüringen mit Zentrum in Marburg sei einer der aktivsten. Die politische Interessenvertretung, wie letzthin beim Thema Nachteilsausgleich beim Antidiskriminierungsgesetz und die Arbeit dazu in den Fachausschüssen, erfolgen ehrenamtlich. Gleiches gilt für die Organisation der kulturellen Angebote und der Fortbildungen. Seit 15 Jahren managt Anette Bach diese Aufgabe mit Gespür und Courage: Ihr sei es zu verdanken, so erfährt man in der Runde, dass sich der DVBS nicht nur als Berufsverband verstehe, sondern auch die emotionalen, privaten und persönlichen Bedürfnisse der Mitglieder thematisiere. Rund 50 Veranstaltungen seien in diesem Jahr organisiert worden. "Ich bemühe mich immer um integrative Angebote, Veranstaltungen bei denen wir auf Sehende treffen", erzählte Bach.

So wurde im vergangenen Jahr Erfurt besucht, ein Seminar zur gesunden Ernährung, das Landesinstitut für Bienenzucht und eine Modenschau mit Models zum Anfassen. "Ich versuche immer Dinge aufzuspüren, die man als Einzelne oder Einzelner nicht tun kann. Sei es, weil es sich nicht organisieren lässt, weil man es nicht kann, sich nicht traut oder weil es in der Gruppe schlichtweg schöner ist."

"Rudolph the red nosed reindeer . . ." (Rudolph, das rotnasige Renntier) mit lebendiger Musik und kniffligem Liederquiz, mit Tombola, eigenen Gedichten und Erzählungen verlief der Nachmittag in vertrauter Runde. Die Kuchen waren alle selbst gebacken - mit sprechenden Waagen in den eigenen Küchen. Dem Ehrenvorsitzenden des Verbandes, Dr. Otto Hauck, intern auch der "Bundesvorsitzende im Unruhestand" genannt, wird am 16. Dezember im Marburger Rathaussaal das Bundesverdienstkreuz erster Klasse verliehen. "Wir sind stolz auf ihn, gemeinsam mit seiner Frau hat er sein Leben in den Dienst des Vereins, seiner Ziele und seiner Mitglieder gestellt", sagte Bach.

Bildunterzeile: Der Ehrenvorsitzende des Verbandes Dr. Otto Hauck, Katharina Jennemann (stehend), Elisabeth Hauck. Foto: Imke Troltenier

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