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Dass ich mich nach meinem Studium nochmals freiwillig mit Mathematik- und Biologiethemen aus meiner Schulzeit beschäftigen würde, hätte ich nicht unbedingt geglaubt. Schnell musste ich während meiner Arbeit hier feststellen, dass es unerlässlich ist, diesen Stoff von Grund auf zu verstehen, um sinnvolle taktile Abbildungen z. B. für den Unterricht der Carl-Strehl-Schule bauen zu können.
In der Zwischenzeit habe ich besonderen Spaß an komplizierten Themen, die mir damals unverständlich oder schwierig erschienen, denn die Umsetzung dieser Stoffe in taktile Modelle fordert mich immer wieder aufs neue. Wie stelle ich ein Ionenkristallgitter tastbar dar, wie die menschliche Riechschleimhaut oder den Verdauungstrakt eines Wirbeltieres? Was ist in einem Übersichtsplan vom Vatikan wirklich wichtig?
Dinge zu gestalten, die wirklich benötigt werden und anderen helfen, hat mich schon im Studium fasziniert. Mich interessierten die kleinen sozialen Projekte wie Farbgestaltung in Kindergärten und Krankenhäusern immer viel mehr als die Gestaltung des 1000. Designkorkenziehers für tausende von Euros.
Konzepte, die mit Betroffenen entstehen, schenken mir viel mehr Zufriedenheit als Arbeiten nach strengen Vorgaben der Geldgeber. Also die ideale Voraussetzung, um für und mit blinden Schülern, Lehrern und Mobilitätstrainern in der Blista kreativ zu sein. Eine große Umstellung gab es allerdings doch. Während im Designstudium der optische Eindruck eine große, wenn nicht sogar die größte Rolle spielte, ist es nun die Tastqualität, die das wichtigste Kriterium meiner Arbeit bildet.
Meine Liebe zum Detail und zum handwerklichen Arbeiten habe ich mir schon vor dem Studium während meiner Ausbildung zur Zahntechnikerin erworben. Gerade kleine Goldinlays und Keramikkronen, die ich in einem Dentallabor fertigte, erforderten eine ruhige Hand und viel Geduld. Eigenschaften, von denen mein Matrizenbau nun profitiert. Wenn ich auch lange Zeit nicht geglaubt habe, dass man eine Zahntechniklehre und ein Designstudium sinnvoll kombinieren könne, so sind die entstandenen Abbildungen doch Beweis genug, oder?
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