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Seitdem der Autor des horus-Beitrages "Berührungen", Siegfried Schröder, im Sommer des Jahres 2000 als Sonderschulrektor in den Ruhestand wechselte, kann er sich verstärkt der medienpädagogischen Arbeit im Bereich des Blindenbildungswesens widmen und seine vielfältigen Erfahrungen auf dem Gebiet der Behindertenpädagogik ehrenamtlich in die Realität umsetzen.
Nun kann er, der seit 1965 verheiratete Familienvater mit Ehefrau, vier Kindern und drei Enkeln (die übrigens als Großfamilie in einem Haus zusammenleben) auf die unterschiedlichsten Erfahrungen zurückgreifen, wenn er die Ernte eines langen und wechselvollen Beruflebens auch für andere nutzbar macht. - Als Verfasser von "Das geheimnisvolle Leben des kleinen Bären" (Auflage bisher: weit über 1.000 Exemplare) wird er vielen Leserinnen und Lesern des horus (unbewusst) bekannt sein ...
Geboren wurde der Autor 1941 in Hannover, wo er den größten Teil seiner Jugend verbrachte. Ohne formalen Schulabschluss war er in einer bewegten Berufsfindungs-Phase ab 1958 als Bergarbeiter (zwei Jahre unter Tage) tätig, dann als Fabrikarbeiter und später als Tierpfleger im Zoo. Mit der Museumsarbeit kam er das erste Mal Mitte der 60er Jahre als Photo-Praktikant im Landesmuseum Hannover in Berührung. Irgendwie muss ihn das Dunkel angezogen haben, schloss sich doch eine Tätigkeit als Nachtwächter bei Krupp-Stahlbau an ..., was ihm den Spitznamen "Dunkelmann" einbrachte (den Siegfried Schröder aber nicht in Beziehung zum Blindenwesen gesetzt sehen will ...).
Zu seinem endgültigen beruflichen Weg gefunden hat der Autor dann durch verschiedene, mehrjährige Praktika im sozialpädagogischen Bereich, die ihm -zusammen mit den anderen Tätigkeiten - den zweiten Bildungsweg öffneten. Einige Zeit davon arbeitete er im Männerhaus der Soester Blindenschule und war anschließend in der Kinder- und Jugend-Psychiatrie in Wunstorf tätig. Damit erwarb er die Voraussetzung zum Besuch der höheren Fachschule für Sozialarbeit in Rodenkirchen; während dieses Studiums wechselte er - nach Ablegung der Begabten-Sonderprüfung - zur Pädagogischen Hochschule Rheinland (Wuppertal, Köln), welche er als Volksschullehrer 1968 verließ.
Es folgten vier Jahre als Volksschullehrer an der Hauptschule in Wickede (Ruhr). Dieser Zeit schloss sich ein Zusatz-Studium der Blinden- und Geistigbehinderten-Pädagogik in Dortmund an.
Als Blindenoberlehrer unterrichtete Siegfried Schröder sehbehinderte Jugendliche in Soest und übernahm anschließend die erste Klasse mit mehrfach behinderten, blinden Schülern in Paderborn. - Zugleich konnte er seine Kenntnisse als Fachleiter beim Studienseminar in Bielefeld bei der Lehrerausbildung einfließen lassen. Mit seinen Studenten besuchte er u. a. regelmäßig das Psychiatrische Krankenhaus in Haina / Kloster (unweit Marburgs), dessen "Blindenstube" (1533) als die erste staatliche Einrichtung zur Blindenversorgung gilt; das kleine aber einmalige Museum dieser historischen Einrichtung war ein Teil des Archivs, das seinerzeit (1976 - 1978) vom Verfasser betreut wurde.
Vier Jahre wirkte Siegfried Schröder (1980 - 1984), als Schulrat im Rahmen der Lehrerfortbildung, am "Landes-Institut für Schule und Weiterbildung" in Neuss, bzw. Soest.
Da für ihn die praktische Arbeit mit behinderten Schülern im Vordergrund stand, übernahm er (1984) als Sonderschulrektor die Leitung der "Patmos-Schule" in Bethel und (1988) die Leitung der "Schule am Teutoburger Wald" (Schule für Geistigbehinderte in Horn-Bad Meinberg im Kreis Lippe) bis zu seiner Pensionierung.
Ehrenamtlich ist er seit langem in der Lebenshilfe tätig, heute als Vorsitzender der Lebenshilfe Paderborn e. V. - wodurch eine kontinuierliche Verbindung nach Marburg (dem Sitz der Bundesvereinigung) besteht, zusätzlich zu dem engen Kontakt - über die Verlagsarbeit - zur blista.
Denn Siegfried Schröder ist Initiator und (zusammen mit dem Verfasser dieser Zeilen) Herausgeber der seit 1981 bei der Deutschen Blindenstudienanstalt erscheinenden Reihe "Das Andere Buch", die sich erfolgreich an Blinde, Sehende und an die diese Gruppe betreuenden Personen wendet; ihre Titel vermitteln Inhalte auf taktilem (Braille, tastbare Reliefs ) optischem (Schwarzschrift, Graphik) und olfaktorischem Wege (Duftseiten) und binden die Darstellungen teilweise in ein erlebnis-pädagogisches Konzept ein. Die Weiterentwicklung dieser Reihe, die Förderung ihres Konzeptes durch Lesungen und Veranstaltungen (einschließlich praktischer Übungen), gehört genauso zum Engagement des Medienpädagogen wie die Beratung kommunaler Gremien bei der blindengerechten Gestaltung öffentlicher Räume und das Begreifbarmachen historischer Bauwerke in maßstabsgerechten Modellen. Auf Fachkonferenzen ist er ein gesuchter Referent.
Bleibt ihm die Zeit dazu, verfasst Siegfried Schröder selbst Lyrik und zeichnet Graphiken, zuletzt veröffentlicht in dem Sammelband "Gefühltes Wort" (hrsg. von F.J. Andrzejewski 2004).
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