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Die Eheleute Ilse und Lothar Seeber wollen mit dieser neuen Stiftung die Arbeit der Deutschen Blindenstudienanstalt e.V. (blista) zur Integration blinder und sehbehinderter Menschen langfristig fördern und sichern helfen. Insbesondere sollen laut Satzung die Bereiche "Orientierung & Mobilität", "Lebenspraktische Fähigkeiten", die Frühförderung blinder und sehbehinderter Kleinkinder und die Versorgung mit Literatur in Blindenschrift und auf Tonträgern durch die Deutsche Blindenbibliothek unterstützt werden.
Im Rahmen eines kleinen Festaktes im historischen Saal des Marburger Rathauses überreichte Regierungspräsident Wilfried Schmied die Stiftungsurkunde an den Vorsitzenden der "Lothar und Ilse Seeber-Stiftung", Herrn Oberstaatsanwalt a. D. Lothar Seeber. Damit kann die neue Stiftung jetzt offiziell ihre Arbeit aufnehmen.
Oberbürgermeister Egon Vaupel erinnerte sich in seiner Ansprache an die ersten Kontakte mit dem Ehepaar Seeber. Dabei sei von Anfang an klar gewesen, so Vaupel, dass eine Marburger Institution begünstigt werden soll, denn die Stifter wollten Gutes tun, aber auch ihre besondere Verbundenheit mit der Universitätsstadt zum Ausdruck bringen. Dies unterstrich auch Lothar Seeber. "Aus familiären Gründen hat es uns nach Ende meines Berufslebens vor über fünfundzwanzig Jahren nach Marburg gezogen und hier fühlten wir uns vom ersten Tag an heimisch", betont er.
Jürgen Hertlein, Vorsitzender der blista, und Arno Kraußmann, im Vorstand verantwortlich für Finanzen, erinnerten an die vielen intensiven Gespräche und bedankten sich im Namen aller blinden und sehbehinderten Menschen, die von dieser großartigen Hilfeleistung profitieren werden. Diesen Dank brachte auch der Vorsitzende des Verwaltungsrates der blista, Paul Marx, zum Ausdruck. Er sagte, dass es in der heutigen Zeit sehr selten sei, dass im sozialen Bereich jemand freiwillig etwas gebe, wo man doch dauernd damit beschäftigt sei, abzuwehren, dass jemand etwas wegnehmen wolle.
In den Ansprachen wurde auch deutlich, dass die Stifter sich vor der endgültigen Entscheidung, wen sie unterstützen wollten, bei Besuchen vor Ort und in vielen Gesprächen ein persönliches Bild von der blista verschafft hatten. Dadurch wurde ihnen immer klarer, dass die Ziele und die hier geleistete Arbeit, insbesondere die Bemühungen, blinden und sehbehinderten Menschen die Grundlagen für die Hilfe zur Selbsthilfe zu vermitteln, unbedingt unterstützungswürdig sind.
Dem Stiftungsvorstand, der über die Vergabe der Mittel entscheidet, gehören neben dem Vorsitzenden der Stiftung, Lothar Seeber, unter anderem auch der Marburger Oberbürgermeister Egon Vaupel und der Vorsitzende der blista, Jürgen Hertlein, an.
Lothar Seeber, 1926 in Gotha geboren, studierte Jura und trat 1955 nach dem 2. juristischen Staatsexamen in den staatsanwaltlichen Justizdienst in Westberlin ein. Zuletzt war er als Oberstaatsanwalt Abteilungsleiter für internationale Rechtshilfe in Strafsachen beim Kammergericht Berlin.
Ilse Seeber, geborene Wunderlich, erblickte 1929 in Ludwigslust das Licht der Welt und war bis zu ihrer Eheschließung mit Lothar Seeber 1971 im Justizdienst beim Westberliner Senator für Justiz tätig. Nach der Versetzung von Lothar Seeber in den Altersruhestand zog das Ehepaar 1988 von Berlin nach Marburg. Die Wahl fiel auf die Universitätsstadt an der Lahn, weil eine familiäre Bindung bestand, aber auch weil sie unter Juristen einen ausgezeichneten Ruf hatte.
Die Stifter hoffen mit ihrer "Anstiftung", immerhin wurde die "Lothar und Ilse Seeber-Stiftung" mit einem sechsstelligen Betrag ausgestattet, auch andere motivieren zu können, ihrem Beispiel zu folgen.
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