



Suchen Sie in horus aktuell, unserem Newsletter, und horus online, unserer Vereinszeitschrift:
"Schau für mich!" (= see for me!) ist das Motto eines Internet-basierten Dienstes für Blinde, der nun endlich - nach großen Schwierigkeiten - in die Breite wirken kann. See4Me verbindet blinde "Frager" mit sehenden Helfern ("Blickern"). Ein Frager kann Bilder von Gegenständen per Scanner oder WebCam aufnehmen und an einen Blicker senden, der sie erklären bzw. beschreiben oder - bei Papiervorlagen - vorlesen kann. Es können auch "Schnappschüsse" von Dokumenten, Webseiten usw. vom Desktop des Frager-PCs sein. Beispiele sind Etiketten, Kleidung, Gegenstände aller Art, Seiten mit Handschrift und/oder Bildern, die keine Lese-Software verarbeiten kann; Bildschirminhalte (WEB, Word, PDF...) mit viel Grafik, die kein Screenreader umzusetzen vermag und vieles mehr, das sich aus der Praxis ergibt.
See4Me ist eine Kombination aus "Peer-to-Peer"-Netzwerk (wie bei Tauschbörsen) und "Voice-over-IP" (= Internet-Telefonie). Die Blicker buchen sich beim Vermittlungsserver ein, wenn sie erreichbar sein wollen. Der Tastenklick eines blinden Fragers schickt eine Anfrage an den Server zur Blicker-Vermittlung, automatisch oder über eine eigene Kontaktliste. Der Datenaustausch (Bilder in eine Richtung, Sprache in beide) erfolgt nun direkt von PC zu PC.
Mit einem hoch gelobten Sozialpreis im Berliner Kanzleramt begann Ende 2001 die öffentliche Karriere dieser Idee. Die erste Software-Version erwies sich 2002 bei mehreren gleichzeitigen Verbindungen als sehr störanfällig. "Outsourcing" hatte sich nicht bewährt! Einigungsversuche mit der Auftragsfirma blieben vergeblich, und gerichtlich vorzugehen versprach keine Aussicht auf baldigen Erfolg. So dauerte es bis Mitte 2003, eine völlig neue Software zu erstellen. Weitere Verzögerungen traten durch Verhandlungen auf, die eigentlich gar nichts mit dem Projekt zu tun hatten, es aber trotzdem blockierten. Endlich war es 2005 Zeit für einen positiven Testlauf.
Dann kam Mitte Mai die SightCity mit vielen neuen Anmeldungen. Und ausgerechnet direkt danach (Pfingstwochenende 2005) wurde unser Vermittlungsserver durch eine bösartige Hacker-Attacke "abgeschossen". Weil die Sache immer noch nicht lange durchgehend gelaufen war, bekam der Förderverein nur sehr schwer Spenden, und so dauerte es bis März 2006, einen total neu eingerichteten Server mit eigener Hardware fehlergetestet hinzubekommen.
Ein Blicker braucht nur einen normalen Windows-PC, Mikrofon und Internet-Anschluss, am besten Flatrate. Natürlich sollte er/sie ein "kommunikativer Charakter" und auch mindestens einige Wochenstunden online sein. Frager brauchen außerdem Hilfsmittel (Braille / Sprachausgabe), zum Bedienen ihres PCs. Scanner sind bei einer solchen Ausstattung meist Standard (Nutzung als Vorlesegerät), eine WebCam ist selten nötig. Frager brauchen hier keine Flatrate, denn sie sind nur für die Dauer ihrer "Augen-Ausleihe" online.
Machen Sie mit, sagen Sie es Bekannten und Freunden weiter, blinden oder sehenden. Als Frager oder Blicker können SIE die benötigte Software kostenlos herunterladen: www.see4me.com - jeder Service lebt nur durch seine Teilnehmer !
HERZLICHEN DANK unseren bisherigen, treuen Testern - sie sind sicher wieder dabei.
Lesen Sie auf unserer Webseite mehr über dieses Projekt, etwa die zukünftig geplanten Schritte, wie See4Me über Kamera-Handys verwendbar gemacht werden soll ... und über den gemeinnützigen Verein, durch den Blinde und Sehende dieses Projekt fördern.
Ist auf unserer Webseite etwas unklar? Die Kontaktdaten finden Sie dort natürlich auch!
Oder besuchen Sie uns persönlich auf derSightCity-Ausstellung vom 17. bis 19. Mai 2006 im Sheraton Airport Hotel in Frankfurt ( www.sightcity.de ).
Die Autoren, Joachim Frank und Jürgen Hertlein, sind 1. und 2. Vorsitzender des KlickBlick-PLUS e. V.
Zurück zum Inhalt von 2/2006 |horus im Überblick
Startseite
|
Kontakt
|
Impressum |
Hilfe