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Vorankündigung

Seminar "Auf der äußeren und inneren Bühne: Umgang mit persönlichen Themen mittels Psychodrama und Visualisierung"


13. bis 15. Oktober 2006 in Bad Endorf/Oberbayern



Beim letzten Seminar der Fachgruppe Sozialwesen im September 2005 entstand der Wunsch nach einem weiteren Workshop zum Thema "Psychodrama". Eva-Maria Glofke-Schulz und Berndt Kühnel als Leiterpaar der Psychodrama-Gruppe greifen diesen Wunsch gerne auf, da ihnen die Arbeit sehr viel Spaß gemacht hat und für alle sehr bereichernd war. Die Gruppe ist geplant als Vertiefungsseminar für bisherige Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Sie ist auch offen für alle, die im letzten September nicht dabei waren, sich jedoch für das Thema interessieren.



Tagungsort



Bad Endorf liegt im attraktiven Feriengebiet Chiemgau und bei entsprechendem Wetter soll auch ein kleiner Ausflug in die nähere Umgebung eingeplant werden. Das Tagungshaus "Alter Ziehbrunnen" ist sehr gemütlich, familiär, gut überschaubar und hundefreundlich. Bad Endorf liegt 50 Zugminuten von München an der Hauptstrecke Richtung Salzburg. Die Teilnehmenden werden vom Gästehaus am Bahnsteig abgeholt.



Was ist "Psychodrama"?



Das Psychodrama wurde entwickelt von Jacob Levy Moreno zur Behandlung intra- und interpersoneller Störungen und Konflikte. Die Grundkonzeption beruht auf der Beobachtung, dass das Drama auf der Bühne beim Zuschauer tiefe emotionale Bewegungen auslöst. Eine zentrale Säule des Psychodramas, nämlich die Rollentheorie, stammt deshalb aus dem Theater. Der Protagonist bringt in kurzen Szenen Konflikte und Probleme aus seinem Leben auf die Psychodrama-Bühne. Die Gruppenmitglieder helfen als Antagonisten (therapeutische Mitspielende) die Handlung in Gang zu bringen und den Konflikt darzustellen, zu bearbeiten und neue Lösungen zu suchen. In der anschließenden Auswertungsphase wird über das Erlebte gesprochen. Die Zuschauer/innen und Mitspieler/innen  berichten ähnliche Erfahrungen aus ihrem eigenen Leben, um dem Protagonisten zu zeigen, dass er mit seiner Erfahrung nicht allein ist.



Weitere tragende Säulen in Morenos triadischem System sind die Soziometrie, die Untersuchung von Beziehungen in Gruppen und sozialen Systemen, und die Gruppenpsychotherapie. Aufgrund seiner Flexibilität ist die Methode in vielen psychosozialen Feldern einsetzbar. Als Handlungsmethode ist sie geeignet, einen Reflexionsprozess zu verlangsamen und Menschen, auch mit Beeinträchtigungen und Behinderungen, deutlich erfahrbar zu machen. Im Gegensatz zu rein verbalen Verfahren bietet sie damit den Vorteil, den Körper mit allen funktionierenden Sinnen auf der kognitiven, emotionalen und der Handlungsebene zum Einsatz zu bringen.



Was sind die Ziele des Seminars?



Am Beispiel der eigenen Betroffenheit durch die Sehbehinderung, aber auch anderer Themen, werden die wichtigsten Techniken und Methoden des Psychodramas ausprobiert.



Zentrale Themen und Methoden sind:


Übungen zum Kennen lernen und Warming-up in sich entwickelnden Gruppen


Lebenslinie im Spiegel meiner Sehbehinderung


Träume und Tagträume, so etwa zur Verarbeitung der Behinderung


Psychodramatische Begegnung mit Menschen, mit denen ich Schwierigkeiten, Missverständnisse oder Konflikte hatte/habe


Zauberladen: Was wäre, wenn ich die Wirklichkeit nach meinen Wünschen verändern könnte


Techniken zur inneren Stabilisierung und Ressourcenaktivierung (wie sie etwa auch aus der Psychotraumatologie bekannt sind)



Wir wollen gern Themen aufgreifen und vertiefen, die sich beim Seminar im September 2005 als für viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer relevant herausstellten, so zum Beispiel:



Auch ohne vollständige Psychodramaausbildung ist es möglich, einzelne Elemente in den eigenen "Werkzeugkoffer" zu integrieren. Es werden Einsatzmöglichkeiten in den Arbeitsfeldern der Teilnehmerinnen und Teilnehmer besprochen und erprobt.



Leitung:



Dipl.-Soz. Päd. Berndt Kühnel, Psychotherapeut und Psychodramaleiter in eigener Praxis, Feldkirch / Österreich; voll sehend


Dipl.-Psych. Eva-Maria Glofke-Schulz, Psychologische Psychotherapeutin in eigener Praxis, Transaktionsanalytikerin, Verhaltenstherapeutin und Supervisorin, Rosenheim; blind



Kosten und Anmeldung



Die Kosten werden sich für Berufstätige auf 250,00 belaufen, für Arbeitslose oder in Ausbildung befindliche Personen entsprechend den üblichen Seminarrichtwerten des DVBS reduziert. Die Geschäftsstelle wird beim Integrationsamt in Kassel einen Antrag auf Förderfähigkeit des Seminarangebotes stellen. Sollte diesem entsprochen werden, können Teilnehmende bei ihrem zuständigen Integrationsamt einen Antrag auf Übernahme der Kosten stellen.



Die offizielle Ausschreibung wird demnächst an alle Mitglieder der Fachgruppe Sozialwesen verschickt. Sie können sich allerdings schon jetzt telefonisch (06421 94888.23) oder per E-Mail (wohnig@dvbs-online.de) vormerken lassen.



Anmeldeschluss ist der 15. August 2006.

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